MAL EBEN KURZ NACH ERITREA

Eritrea-Reisebericht  |  Reisezeit: April 2005  |  von Uwe Decker

Ein Touri im Wellblech

Am Nachmittag fahre ich nach Edaga, Massawa Mainland, zum Kaffee trinken. Ich bin mutig und will Nejats Haus alleine finden. Das geht aber schief, es sieht hier alles gleich aus, 4 Meter breite Holperwege, gesäumt von schiefen Wellblechzäunen. Straßennamen, Adressen gibt es hier nicht, Post kann man hierher nicht schicken. Nejat hat noch nie Post bekommen. Telefon oder gar ein Mobile hat sie natürlich auch nicht, so dass ich auch nicht Bescheid sagen kann wo ich stecke. Die Leute machen große Augen, sehr viele Weiße dürften sie in diesem Viertel noch nicht gesehen haben. Aber sie sind freundlich, lächeln, grüßen, meist auf italienisch. Also muss ich mich durchfragen. Einer hat mich gestern abend schon gesehen und weiß wo ich hin will.

Nejats Haus steht in der Mitte eines ca. 150 qm großen Platzes und wird durch Holzlatten und Wellblech zusammen gehalten. Innen sind die Wände mit blauen Planen verkleidet, auf dem Fußboden liegt eine Art Linoleum.

Möbliert ist der Raum mit einem Bett, einem Kleiderschrank voller wild durcheinander geworfener Sachen, einem kleinen Tisch und ein paar Hockern sowie einem Standventilator. Auch etwas Luxus ist vorhanden, ein Kühlschrank, in dem sich aber nur ein paar Tomaten befinden und ein Fernseher aus koreanischer Produktion. Diejenigen, die kein TV besitzen, finden sich abends auf den Plätzen zum gemeinschaftlichen Fernsehkonsum vor einem zentralen TV-Gerät ein. Zur Unterhaltung während unser Kaffeezeremonie wurde ein Videorecorder besorgt, und es gibt ältere MTV-Videos zu bestaunen, in miestester Bild- und Tonqualität.

© Uwe Decker, 2005
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Die Reise
 
Worum geht's?:
10 Tage am Rande Afrikas
Details:
Aufbruch: 13.04.2005
Dauer: 11 Tage
Heimkehr: 23.04.2005
Reiseziele: Eritrea
Asmara
Der Autor
 
Uwe Decker berichtet seit 16 Jahren auf umdiewelt.
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