Madagaskar - wo der Pfeffer wächst oder die Pest ausgebrochen ist

Madagaskar-Reisebericht  |  Reisezeit: Dezember 2014  |  von Herbert S.

Antsirabe

"Zur Zeit der französischen Kolonialherrschaft wurde Antsirabe zum Erholungszentrum für die vom heißen und feuchten Klima der Ostküste erschöpften Plantagenbesitzer ausgebaut. Hier steigt die Temperatur selten über 25° und im Winter kann es nachts empfindlich kalt werden. Gleich neben den schon lange vorher genutzten mineralienreichen Thermalquellen errichtete die Kolonialmacht 1897 das Hotel des Thermes, dessen Architektur einem Kurort am Genfer See zu Gesicht stünde. Dieses koloniale Prunkhaus diente während der französischen Kolonialzeit nicht nur der französischen und madagassischen Oberschicht als Erholungsort, sondern ab dem 29. Januar 1954 für zwei Jahre, zwei Monate und 27 Tage auch als Residenz von König Mohammed V. von Marokko und seiner Familie, die Frankreich hierher ins Exil geschickt hatte. Es ist von einem weiten Park und großzügig angelegten Straßenzügen und Gärten umgeben, in denen hübsche kleine Villen stehen." (aus Know How)

Hotel des Thermes

Hotel des Thermes

Der koloniale Teil der Stadt zwischen Hotel des Thermes und Bahnhof erstrahlt zwar nicht mehr im Glanz vergangener Zeiten, dennoch zeugt die breite mit Mittelstreifen vesehene ehemalige Prachtstraße von gewissem Reichtum. Aufgrund der fruchtbaren vulkanischen Erde, der Nähe zu Antananarivo und der Aktivität der hiesigen Bevölkerung ist Antsirabe ein industrielles und landwirtschaftliches Zentrum geworden, das über gute Straßen nach Norden (Antananarivo), Süden (Fianarantsoa) und Westen (Morondava) angebunden ist.

auf der Hälfte der Verbindungsallee steht eine Stele (mit Loch für die Sonne?) an der großen Straßenkreuzung

auf der Hälfte der Verbindungsallee steht eine Stele (mit Loch für die Sonne?) an der großen Straßenkreuzung

an der auch die alte Post liegt

an der auch die alte Post liegt

Früher bestand eine Zugverbindung nach Antananarivo mehrmals pro Woche. es bestehen jedoch Pläne von Madarail, die Linie in naher Zukunft - was auch immer das heißen mag - wieder in Betrieb nehmen.

auch Bahnhof mit durchaus imposanter Architektur

auch Bahnhof mit durchaus imposanter Architektur

bedarf mancher Instandsetzung

bedarf mancher Instandsetzung

Nach der Besichtigung des kolonialen Viertels wird es Zeit unser Hotel Café Couleur aufzusuchen. Wir freuen uns auf eine Dusche, aber der Strom ist ausgefallen, kein Licht, kein Wasser. Wir bekommen zwei Kerzen und zwei Flaschen Mineralwasser und das muß zum Erfrischen reichen.

Hotel Café Couleur

Hotel Café Couleur

Um 19.00 Uhr ist heute einmal Abfahrt zu einem Restaurant, wo wir bei Kerzenlicht aus der Karte Zebu-Carpaccio / Minipizza/ Zebusteak mit grüner Pfeffersoße, Schokoladenmousse, und madagassischen Rotwein aussuchen. Leider war die foie gras schon 'aus'. Zum Abschluß bekommt jeder noch einen Rum, mit Ingwer oder mit Zitrone.
Während des Essens kam der Strom zurück und auch im Hotel funktioniert nun alles. Schlafen tue ich trotzdem heute sehr schlecht.

Zebu-Carpaccio

Zebu-Carpaccio

© Herbert S., 2015
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Der Plan steht schon länger - in den zweitgrößten Inselstaat der Welt. Aber sollen uns die Moskitos stechen, hilft die Malariaprophylaxe? Nun ist auch noch die Pest ausgebrochen. Die USA haben aber Levofloxacin als Beulenpest-Medikament freigegeben. Die Entscheidung ist gefallen - wer was sehen will, muß fühlen? Außerdem geht es aus dem deutschen Schmuddelwetter raus.
Details:
Aufbruch: 12.12.2014
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 31.12.2014
Reiseziele: Madagaskar
Der Autor
 
Herbert S. berichtet seit 14 Jahren auf umdiewelt.
Reiseberichte von Herbert sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!
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