Madagaskar - wo der Pfeffer wächst oder die Pest ausgebrochen ist

Madagaskar-Reisebericht  |  Reisezeit: Dezember 2014  |  von Herbert S.

von Ranomafana nach Ranohira

Rina scheucht uns schon wieder um 7.30 Uhr zur Abfahrt, da wir wieder eine lange Fahrt vor uns haben. Unsere Langschläferin kommt zwar immer als letzte zum Frühstück, belegt aber dann vorher noch schnell einen Platz im Bus. Die Rumpelstrecke nach Fianarantsoa fahren wir nun zum vierten Mal.
Der KNOW-HOW sagt "Wenn man das Glück hat, am Montag nach Fianarantsoa zu reisen, sollte man ein oder zwei Stunden für den Montagsmarkt im kleinen Dorf Andoananasani an der RN 7 (16 km vor Fianarantsoa) einplanen"
Das tun wir dann auch - siehe Unterkapitel

man zieht mit allem zum Markt

man zieht mit allem zum Markt

Nach dem ausführlichen Besuch des Marktes suchen wir dann im Ort Fianarantsoa die schon bekannten Shops auf, um Wasser, Brot etc. einzukaufen fürs Picknick.

im Souvenirshop gefallen mir die Blechbaobabs

im Souvenirshop gefallen mir die Blechbaobabs

Dagegen macht die Schlange vor der Bank einem Angst, denn wir müssen tauschen. Ungerecht aber schön für uns, werden wir an der Schlange vorbeigeschleust, der Paß kopiert und fast direkt danach mit frischen Ariary versorgt.

Warteschlangen an den Bank

Warteschlangen an den Bank

Gegen 11.00 Uhr verlassen wir dann Fianarantsoa endgültig, nicht ohne festzustellen, dass der Zug heute gefahren wäre.

Das Umland der Stadt ist ein wichtiges landwirtschaftliches Zentrum. Neben Reis, der auf kunstvoll angelegten Terrassen angebaut und von komplizierten Gräben bewässert wird, wachsen Mais, Maniok, Kartoffeln und die verschiedensten Gemüsesorten sowie Kaffeebohnen, Weintrauben und Zuckerrohr.

Weingüter
In den 1970er Jahren wurden mit schweizerischer Entwicklungshilfe kleine Weingüter bei Isorona im Süden der Stadt ausgebaut. Inzwischen bestreiten 700 Winzer ihren Lebensunterhalt auf den vielen Weingütern in einem Umkreis von 50 km rund um die Stadt. Die Weinmarken "Laza'ny Betsileo", "Soavita", "Domremy", "Maromby", "Oos Malaza", "Domaine de Lovasoa" oder "Gris de Manamisoa" haben einen guten Ruf in Madagaskar, für den Export reicht die produzierte Menge und auch die Qualität aber noch nicht.
Daneben stellt man in Fianarantsoa auf der Basis von Reis und Zuckerrohr einen starken Likör, den Toaka Gasy, her.

Die Landschaft ändert sich, weniger Wald, mehr kahle Berge, trotzdem immer noch Reisfelder. Bei Ambalavao wird auch Wein angebaut.
Eigentlicher Grund für unseren Stop ist allerdings die Papiermanufaktur, in der 10 Frauen aus einer Art Hanf ein sehr schönes u.a. mit Blumen oder Bambuseinlagen geschmücktes Papier fertigen. (zur Produktion siehe Unterkapitel)

Etwas südlich der Stadt Ambalavao liegt dann der Park Anja, wo wir Gelbschwanzlemuren beobachten können. Das Fotografieren der lebhaften Tiere dagegen ist recht schwierig, denn immer wenn das Motiv scharf gestellt ist, klettert der Lemur weiter oder springt auf den nächsten Ast.
(siehe Unterkapitel)

Eine Bergformation nennt sich Bischofsmütze - die Straße führt gerade auf sie zu - Rina zeigt uns ein Foto aus alten Zeiten, als die noch Piste war. Wir sind wieder auf ca. 1400 m und drumherum ist eigentlich nur noch Steppe.

Bischofsmütze

Bischofsmütze

Dahinter fallen wir dann bis Ihosy auf 800 m. Kurz vor 17.00 Uhr erklärt Rena, dass wir nun noch etwa 2 Stunden/ 100 km vor uns haben.

Dunkle Wolken ziehen übers Land, wir steigen wieder auf 1100m über kurvige Strecke und geraten auch bald in einen starken Regen. So kommt es, dass wir völlig verschwitzt und ungeduscht nach unserer Ankunft im Relais de la Reine zum Abendessen erscheinen.

Relais de la Reine und Jardin du Rois - Schwester-Hotels mit eigenem Flugplatz

Relais de la Reine und Jardin du Rois - Schwester-Hotels mit eigenem Flugplatz

Es ist recht 'fürnehm' hier. Und auch die Küche kann überzeugen mit: Gebackener Camembert, magret de canard, eclairs de chocolat, Nachspeisenvariation, madegassischen Rosé und als Digestiv Citronellarum.

Unser Haus liegt ein wenig abseits in einem wundervollen Garten und ist aus den Steinen der Umgebung in rustikalem Stil errichtet. Die Einrichtung kann voll überzeugen.

© Herbert S., 2015
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Der Plan steht schon länger - in den zweitgrößten Inselstaat der Welt. Aber sollen uns die Moskitos stechen, hilft die Malariaprophylaxe? Nun ist auch noch die Pest ausgebrochen. Die USA haben aber Levofloxacin als Beulenpest-Medikament freigegeben. Die Entscheidung ist gefallen - wer was sehen will, muß fühlen? Außerdem geht es aus dem deutschen Schmuddelwetter raus.
Details:
Aufbruch: 12.12.2014
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 31.12.2014
Reiseziele: Madagaskar
Der Autor
 
Herbert S. berichtet seit 14 Jahren auf umdiewelt.
Reiseberichte von Herbert sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!
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