Madagaskar - wo der Pfeffer wächst oder die Pest ausgebrochen ist

Madagaskar-Reisebericht  |  Reisezeit: Dezember 2014  |  von Herbert S.

Tulear und Westküste: endlich Baobabs (Reniala-Park)

Der Reniala-Park in Mangily nur wenige km nördlich von Ifaty ist eine kleine geschützte Fläche von nur 60 ha, der von einer Umweltgutachter-Vereinigung namens Reniala (was "Baobab in Madagaskar" bedeutet) verwaltet wird, die versucht, Öko-Tourismus in der Region zu entwickeln.

Von der 'Hauptstrasse' führt ein etwa 800 m langer Weg etwas beschwerlich durch tiefen Sand zum Eingang des Parks. (man hätte doch einen 4wd nutzen sollen )

einige Kinder begleiten uns

einige Kinder begleiten uns

Das Reservat beherbergt ein erstaunliches, bizarres und einzigartiges Ökosystem, das nur im süd-westlichen Teil von Madagaskar vorkommt: den stacheligen Wald. Die hoch aufragenden stacheligen Büsche sind die Heimat von mehr als 2000 Pflanzenarten (von denen viele lokal endemisch sind), einigen spektakulären und sehr alten Affenbrotbäumen (es gibt einen riesigen Baobab von 12,5 m Durchmesser) und einer kompletten Familie endemischer Pflanzen, der Didieraceae.

Euphorbia stenociada

Euphorbia stenociada

Didierea madagascariensis

Didierea madagascariensis

Der Rundgang durch den Park in abendlicher Tropenstimmung, tollen Baumarten und wiederum einigen Lemuren und vor allem besonders interessant geformten Baobabs macht Laune.

Baobab mit 'Wohnung'

Baobab mit 'Wohnung'

Pachypodium sp. (Fam. Hundsgiftgewächse)

Pachypodium sp. (Fam. Hundsgiftgewächse)

Lemuren reizen mich heute nicht so sehr, da es noch einige andere Tiere zu beobachten gilt.

Das fast bei jeder Recherche zu Baobabs (Affenbrotbäume) auftauchende hundert Jahre alte Musterexemplar steht auch im Renialapark.
Charakteristisch für den Baobab ist sein mächtiger, sehr breit werdender Stamm (hier von mehr als 12m) von relativ geringer Höhe. Seine Rindenstruktur ist glatt und von grauer bis graubrauner Färbung, Sein Holz ist fasern und schwammig mit der ökologisch bedeutenden Eigenschaft stark wasserspeichernd zu sein. Seine ausladende und bizarre Kronenform ist meist erheblich größer als es der relativ kurze Stamm vermuten läßt.

Ein Baobab kann im Alter (bis zu 2000 Jahre) mehrere tausend Liter Wasser speichern und ist somit ein riesiges Wasserreservoir in der Trockenzeit für Mensch und Tier. Sein Holz ist daher auch als Brennholz völlig ungeeignet und sein schier unverwüstlicher Stamm widersteht sogar die Buschbrände fast unbeschadet.

aber nur wenn er alt und groß ist - hier ein fünfjähriger!

aber nur wenn er alt und groß ist - hier ein fünfjähriger!

Einer Legende nach hat der "Teufel den Baum ausgerissen und ihn dann mit den Zweigen zuerst in die Erde gestoßen, so daß die Wurzeln in die Luft ragten." Daher kennen ihn viele als den "Baum, der auf dem Kopf steht". In lateinisch heißt er nach seinem Entdecker Adansonia digitata, aber die meisten nennen ihn den Baobab; er gehört zu den bekanntesten Bäumen in Ostafrika, obgleich man seine größeren Verwandten auf Madagascar findet.

wir erfreuen uns an den unterschiedlichsten Formen

wir erfreuen uns an den unterschiedlichsten Formen

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Auf dem Rückweg kann ich dann die schöne Sonnenuntergangsstimmung einfangen.

© Herbert S., 2015
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Der Plan steht schon länger - in den zweitgrößten Inselstaat der Welt. Aber sollen uns die Moskitos stechen, hilft die Malariaprophylaxe? Nun ist auch noch die Pest ausgebrochen. Die USA haben aber Levofloxacin als Beulenpest-Medikament freigegeben. Die Entscheidung ist gefallen - wer was sehen will, muß fühlen? Außerdem geht es aus dem deutschen Schmuddelwetter raus.
Details:
Aufbruch: 12.12.2014
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 31.12.2014
Reiseziele: Madagaskar
Der Autor
 
Herbert S. berichtet seit 14 Jahren auf umdiewelt.
Reiseberichte von Herbert sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!
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