(M)ein Traum wird wahr .... Weltreise!

Mauritius-Reisebericht  |  Reisezeit: Juni 2013 - April 2014  |  von Rolf Bilo

Mauritius - eine Phase des Erholens steht an: Pamplemousse

Botanischer Garten und Zuckerfabrik

Obwohl es sich bei diesem Ort mit dem netten Namen um einen der größeren Orte handeln soll, bietet er wenig; allerdings beherbergt Pamplemousse im gleichnamigen Bezirk drei interessante Objekte: den botanischen Garten, ein Zuckermuseum und die älteste Kirche des Landes. Die beiden ersten wollen wir uns ansehen und diese beiden Spots rechtfertigen einen Besuch allemal, man sollte sogar ausreichend Zeit mitbringen.

Der botanische Garten zählt zu den schönsten und artenreichsten seiner Art und Zeit. Pierre Poivre - welch wohlklingender Name - legte ihn 1770 (aus einem seit 1735 bestehenden königlichen Gemüsegarten) an und erweiterte ihn durch eine Vielzahl von auf Dienstreisen mitgebrachten Pflanzen. Es sollen allein ca. 100 verschiedene Palmenarten vorzufinden sein. Man betritt den Garten durch ein imposantes schmiedeeisernes Tor, welches 1862 auf der Londoner Weltausstellung wegen seiner kunstvollen Verarbeitung prämiert wurde. Heute trennt dieses Tor den Garten von einer stark befahrenen Straße und dem dahinter liegenden Wohnhaus, einem ehemaligen Waffenarsenal.

Vom Tor aus gelangt man über schöne, schattenspendende Palmenalleen in das Innere. Ein Eldorado für Freunde des grünen Daumens! Aber auch der Laie (wie ich) kann in unterschiedlichen Grüntönen, Pflanzenhöhen, Baumaltern bis zu 250 Jahren, Formenvielfalt der Blätter und einer gepflegten Anlage schwelgen. Viel Neues erfährt man, den es gibt Führer im Park, die die spärliche Beschilderung ergänzen. So ist für mich neu, dass es bei all den vielen Palmenarten nur drei Arten gibt, die essbare Früchte bzw. Innereien hergeben, die Kokos-, die Dattelpalme sowie die Palmenherzen.

Auch andere auf der Südhalbkugel endemische Baumarten sind anzutreffen, ebenso solche, die bei uns zu Hause als Zimmerpflanzen deutlich kleiner ausfallen. Leider gibt es zur Zeit - hier ist tiefster Winter, d.h. max 24° C und wenig Regen - nur wenige Blumen zu sehen. Allerdings tragen einige Bäume und Sträucher Blüten, z.B. die Rose von Venezuela oder die Porzellanblume. An deren Farben und Formen kann man sich kaum sattsehen. Auf grabsteinähnlichen Sockeln stehen an einigen Wegen von Prominenten gepflanzte Bäume, die mehr oder weniger gut gedeihen. Ein 1998 von Prinzessin Anne gepflanzter Baum hat es noch nicht höher als 30 cm geschafft, während die von ihren Eltern und Großeltern gesetzten Bäumchen schon eine stattliche Höhe erreichten. Auch Nelson Mandela und Indira Gandhi sind hier verewigt.

Nette Teiche sowie ein ehemaliges Gästehaus ergänzen den Park, so dass ein Besuch ein rundum gelungenes Erlebnis ist.

Nur einige Autominuten entfernt befindet sich auf einer ehemaligen Zuckerrohrplantage das Zuckermuseum. Sehr anschaulich wird hier sowohl der Prozess der Zuckergewinnung in seinen einzelnen Stadien als auch das Leben auf einer Plantage, die Anwerbung sowie die Arbeitsbedingungen der überwiegend aus Nordindien stammenden Plantagenarbeiter dargestellt. Die gesamtwirtschaftlichen Zusammenhänge, die Bedeutung des Zuckeranbaus für Mauritius und die Veränderung der Techniken, die alle zusammen zu einem Schrumpfungsprozess von ehemals 400 Zuckerfabriken auf Mauritius auf heute nur noch 4 führten, werden ebenfalls anschaulich und umfassend erläutert. Deutschland ist übrigens mit ca. 400.000 t der Hauptabnehmer der jährlichen Zuckerproduktion.

Viele Maschinen und Gerätschaften sind noch erhalten und werden ausgestellt, immer im Zusammenhang mit der jeweiligen Phase der Zuckergewinnung erläutert. Wie es sich für ein Museum gehört, gibt es auch einen Shop, in dem die verschiedenen Zuckerarten, aber auch Rum verkostet werden. So habe ich erstmals nach Lakritz schmeckenden Zucker probieren können, der bei Atemwegserkrankungen wie Asthma helfen soll.

Alles in allem ein lohnenswerter Ausflug, der Besuch in Pamplemousse.

Auf dem Weg von Port Louis nach Pamplemousse umfährt man diese Bergkette.

Auf dem Weg von Port Louis nach Pamplemousse umfährt man diese Bergkette.

Das schmiedeeiserne Eingangstor des Botanischen Gartens wurde 1862 auf der Londoner Weltausstellung prämiert.

Das schmiedeeiserne Eingangstor des Botanischen Gartens wurde 1862 auf der Londoner Weltausstellung prämiert.

Dieser Baobabbaum (rechts) soll über 250 Jahre alt sein.

Dieser Baobabbaum (rechts) soll über 250 Jahre alt sein.

Diese Baumfrucht heißt Stinkfrucht, da sie in reifem Zustand sehr unangenehm riecht, aber dennoch gut schmecken soll.

Diese Baumfrucht heißt Stinkfrucht, da sie in reifem Zustand sehr unangenehm riecht, aber dennoch gut schmecken soll.

(Klein-)Gruppenbild vor Amazonasseerosen

(Klein-)Gruppenbild vor Amazonasseerosen

Pierre Poivre, der Gründer des botanischen Gartens

Pierre Poivre, der Gründer des botanischen Gartens

Dieses Gewächs heißt Porzellanblume - und genauso fühlt sie sich auch an.

Dieses Gewächs heißt Porzellanblume - und genauso fühlt sie sich auch an.

Auch hübsche Teiche gibt es im botanischen Garten.

Auch hübsche Teiche gibt es im botanischen Garten.

Die venezolanische Rose.

Die venezolanische Rose.

Ehemaliges Gästehaus, später als Krankenhaus und nun privat genutzt.

Ehemaliges Gästehaus, später als Krankenhaus und nun privat genutzt.

Die Zuckerfabrik auf einem ehemaligen Plantagengelände.

Die Zuckerfabrik auf einem ehemaligen Plantagengelände.

Energie wurde hier früher selbst erzeugt, u.a. durch das Verbrennen von Abfallresten aus der Produktion.

Energie wurde hier früher selbst erzeugt, u.a. durch das Verbrennen von Abfallresten aus der Produktion.

So sehen die Zuckersäcke heute noch aus.

So sehen die Zuckersäcke heute noch aus.

Mit diesen Schuten wurde der Zucker aus anderen Küstengebieten zur Verarbeitung angeliefert.

Mit diesen Schuten wurde der Zucker aus anderen Küstengebieten zur Verarbeitung angeliefert.

Mühle und Pressen.

Mühle und Pressen.

Im Museumsshop bei der Verkostung von Rumprodukten.

Im Museumsshop bei der Verkostung von Rumprodukten.

... und zum Abschluss noch eine Blume aus dem Museumsgarten.

... und zum Abschluss noch eine Blume aus dem Museumsgarten.

© Rolf Bilo, 2013
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Nach über 30 Jahren wird mein Traum wahr: meine Weltreise, d i e Weltreise, beginnt in Kürze. Ein Jahr lang um die Welt, möglichst viel sehen, alle Kontinente..... Der Countdown läuft
Details:
Aufbruch: 06.06.2013
Dauer: 11 Monate
Heimkehr: 25.04.2014
Reiseziele: Äthiopien
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Der Autor
 
Rolf Bilo berichtet seit 7 Jahren auf umdiewelt.