Sri Lanka

Sri Lanka-Reisebericht  |  Reisezeit: Februar 2003  |  von Meinhard + Birgitta Pontilli

Kandy

Inmitten einer atemberaubenden, grünen Landschaft aus Teehügeln, Reisfeldern und Wäldern trifft man auf Kandy, von einer lieblichen Bergwelt umgeben, vom Mahaweli Ganga, dem längsten Fluß Sri Lankas umschlossen, ist sie die viertgrößte Stadt des Landes und zugleich auch geistig-religiöser Mittelpunkt. Hier am Kandy-See verehren die srilankischen Buddhisten die berühmteste aller Reliquien Buddhas, den heiligen Zahn.

Blick auf Kandy und den Zahntempel

Blick auf Kandy und den Zahntempel

Ich glaube nirgends in Sri Lanka ist der Charme des Landes so ausgeprägt wie in Kandy. Eine trotzige und auch entzückende "Bergfestung", in knapp 500 Metern Meereshöhe. Im 14. Jahrhundert wurde Kandy zur Hauptstadt, erlosch aber 1815 wieder, als der letzte König, Sri Wickrema Rajasinghe, von den Briten gefangen genommen wurde.

Der Zahntempel, Dalada Maligawa, wurde im 18. Jahrhundert erbaut. In ihm befindet sich ein Altar, in dem die heilige Reliquie des Eckzahns Buddhas aufbewahrt wird. Ihre Geschichte ist lang, die Reliquie wechselte mehrmals zwischen Indien und Sri Lanka. Angeblich haben die Portugiesen sie während der Kolonialzeit zerstört. Die Buddhisten behaupten aber, dass es sich um eine Kopie gehandelt haben soll.

Der Zahntepel

Der Zahntepel

Der Besuch des Zahntempels ist in jedem Fall lohnend. Dreimal am Tag wird das Heiligtum geöffnet und es findet eine pompöse Zeremonie statt. Alljährlich im August steht für 10 Tage ganz Kandy Kopf. Die heilige Zahnreliquie (eine Kopie) wird auf einem Elefanten durch die Straßen getragen. Spektakulär und farbenfroh wird diese einmalige Prozession von vielen Menschen und ca. 100 Elefanten begleitet. Für Sri Lanka ist es das bedeutendste Fest.

Ansichten des Zahntempels

Ansichten des Zahntempels

Im Erdgeschoss des Gebäudes wird man von einem Paukenschläger empfangen, im oberen Stockwerk drängen sich die Menschenschlangen, um an dem Zahn vorbeizuziehen. Ein kleiner Raum unmittelbar vor dem noch verschlossenen Raum ist denen vorbehalten, die an diesem Tag besondere Spenden an den Tempel abgeführt haben.
Pünktlich um 19.30 wird die silberne Tür der Kammer geöffnet – und im Inneren sieht man ein größeres ebenfalls silbernes Gefäß. Darin soll das Heiligtum liegen. Doch der Zahn Buddhas bleibt für Normalsterbliche unsichtbar, verborgen unter insgesamt sieben juwelengeschmückten Schatullen, die die Form einer Dagoba haben.
Man pilgert nun mit den Gläubigen an dem Gefäß vorüber, die Gläubigen verneigen sich, die Touristen fotografieren.

Von hier ziehen wir in einen großen Saal voller goldener Buddhafiguren. An den Wänden hängen – neuere – Gemälde, die die Geschichte des Zahns erzählen: Weil der heilige Zahn in Indien von hinduistischen Glaubenseiferern zerstört werden sollte, schmuggelte ihn eine Prinzessin nach Sri Lanka, wo ihn der König zunächst in seinem Thron versteckte, ihm dann einen eigenen Tempel bauen ließ. In der Folgezeit zog der Zahn dann mit in die wechselnden Hauptstädte des Inselreiches, wurde wieder nach Indien entführt, gelangte wieder nach Sri Lanka – und soll nun in eben diesem Schrein seinen endgültigen Platz gefunden haben.

Sehenswert sind die 21 Gemälde, welche die Geschichte Buddhas und des heiligen Zahns erzählen - dieser soll vor 1700 Jahren im Haar der indischen Prinzessin Hemamala nach Sri Lanka gebracht worden sein (Bild Nr. 10) - sowie der Buddha aus Bergkristall und die Bibliothek mit Palmblattmanuskripten.

1998 verübten Selbstmordattentäter einen Bombenanschlag auf das Heiligtum, bei dem insgesamt 16 Menschen starben. Seither gelten strenge Sicherheitsvorkehrungen.

Danach geht es in den Bibliotheksraum, eigentlich nur ein kleines Zimmer mit einigen Holzschränken, worin die alten Bände mit den auf Sanskrit beschriebenen Palmblättern aufbewahrt werden. Einige sollen bereits gut 2000 Jahre alt sein, andere, erst einige Jahrhunderte. Auf dem mittleren Tisch stehen dazu goldene oder elfenbeinerne Buddhafiguren.

Kandy ist bis heute ein Zentrum eines blühenden Kunsthandwerks wie Musik, Tanz und Volkskunst geblieben, die in der Zeit der Könige zur Blüte kamen. So steht auch eine Folkloreshow auf jedem Besichtigungsprogramm.

Tanzshow

Tanzshow

Die Tanzgruppe "Dance Lanka", hat im Stadtzentrum ein eigenes Theater. Einige der Tänze werden mit akrobatischen Einlagen unterlegt, aber es wirkt eher als touristische Attraktion. Auch der folgende Feuerlauf, ist eher touristisch und trotz spektakulärem Feuer, glühen die Kohlen nur oberflächlich.

Kandy-Hotel

Kandy-Hotel

Wir kommen abends gegen 19 Uhr bei unseren Hotel Topaz (10 Minuten mit dem Taxi vom Zentrum entfernt, abenteuerliche Fahrt über enge Straßen) an. Die Empfangshalle ist nett, unsere sind Zimmer ebenerdig, groß und sauber. Leider keine Aussicht. Dabei soll man von hier über Kandy blicken. Macht nichts, die Eindrücke waren heute phantastisch – aufgestanden in Colombo: 7 Uhr Abfahrt. Die "dreckige Großstadt" erwacht, vereinzelt machen Läden auf, Menschen eilen zur Arbeit. Vororte, tropische Pracht – menschliche Armmut. Überall Palmen, Kokospalmen verschiedenster Sorten. Alles wird verwendet: Blätter - geflochten für Matten, Stämme - zum Hausbau, die fasrigen Schalen für Seile, die harten Nussschalen für Ziergegenstände oder für Brennholz, das Fleisch wird gegessen, die Milch getrunken. Sogar aus den Blütenständen zapft man Toddy, den Palmwein und fermentierter Toddy wird Arrak, ein billiger gut riechender Schnaps, aber geschmacklich – na ja?
Von den Palmen wird alles verwertet und nichts weggeworfen. Anders mit diversem Plastikmüll.

Besuch der westlichen Tempel
Der Tempelkomplex von Gadaladeniya, Lankatilleke und Embekke, bekannt als die sog. "Westlichen Schreine" liegt 16 km außerhalb von Kandy, an der Kadugannawa-Peradeniya Straße

Gadaladeniya

Gadaladeniya

Der Gadaladeniya-Tempel ist reizvoll gelegen; seine Tür- und Wandgemälde wie auch seine edlen Steinfriese sind besonders sehenswert.

Lakantileke

Lakantileke

Der Lankatilleke-Tempel, der einer Kathedrale in Europa ähnelt, besitzt große, geschnitzte Holzportale und Fresken an den Wänden und Decken, die bis heute in ihrer ursprünglichen Farbe erstrahlen.

Embekke

Embekke

Der Embekke-Tempel, dem Gott Skanda geweiht, ist für seine großartig geschnitzten Holzsäulen bekannt; in ihnen befinden sich ausdruckskräftige Darstellungen von Tänzern, Musikanten, Kämpfern, Soldaten wie auch von legendären wilden Tieren und Vögeln. Der ganze Tempelkomplex stammt bereits aus dem 14. Jahrhundert.

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Perle im indischen Ozean, Märchenland der Tropen, Garten Eden auf Erden, Land der Hyazinthen, der Rubine... Insel der Götter und Juwelen - Trauminsel meiner Kindheit! Schon Marco Polo schrieb: "Sie ist...die beste Insel der Welt." ... und auch Hesse ging auf dieser Insel das Herz über...
Details:
Aufbruch: 15.02.2003
Dauer: 10 Tage
Heimkehr: 24.02.2003
Reiseziele: Sri Lanka
Kandy
Der Autor