middle east - Jordanien und Israel (hm, nicht wirklich)

Jordanien-Reisebericht  |  Reisezeit: November 2012  |  von Sabine H.

King´s Highway

12.11.2012: Jetzt erstmal nur bis zum späten Vormittag.

Etwas verspätet holt H. mich am Toten Meer ab, in meinem einsamen Warwick Hotel, in dem ich allerdings geschlafen hatte, wie eine Tote. Wie sonst, am Toten Meer ? Irgendwann spät abends hatte ich noch Esels-Gejaule wahrgenommen und dieses komische Schnauben von Kamelen, aber das hat mich an meinem komatösen Tiefschlaf nicht gehindert. Heute morgen bin ich erstmals auf dieser Reise hellwach. Ich war auch schon am "Strand", aber denke, zum Baden wird es später auf dieser Reise in Israel bei besserem Wetter noch schönere Möglichkeiten geben...

Wir fahren zunächst zum Mount Nebo.

Hotel am Toten Meer, wie gesagt: Hat mit Karibik nichts zu tun !!!

Hotel am Toten Meer, wie gesagt: Hat mit Karibik nichts zu tun !!!

Der Prophet, von dem die Rede ist auf dem Schild, ist Moses. Moses hat hier einfach die Aussicht genossen ins versprochene Land und soll hier im biblischen Alter von 120 Jahren auch gestorben sein. Und das kann man echt nachvollziehen (das mit dem Blick). Mount Nebo ist nur wenig mehr als 817 m hoch, aber der Blick schweift über´s Tote Meer, nach Jericho und bis nach Jerusalem (an klaren Tagen, heute nicht). Eine gut ausgebaute Strasse bringt einen hoch.

Der Prophet, von dem die Rede ist auf dem Schild, ist Moses. Moses hat hier einfach die Aussicht genossen ins versprochene Land und soll hier im biblischen Alter von 120 Jahren auch gestorben sein. Und das kann man echt nachvollziehen (das mit dem Blick). Mount Nebo ist nur wenig mehr als 817 m hoch, aber der Blick schweift über´s Tote Meer, nach Jericho und bis nach Jerusalem (an klaren Tagen, heute nicht). Eine gut ausgebaute Strasse bringt einen hoch.

Unus Deus Pater Omnium Super Omnes - Dies ist eine Stele, die wegen des Besuches von Papst Johannes Paul II. hier aufgestellt wurde, im Jahr 2000 war er hier auf einer Pilgerreise durch den Nahen Osten.

Unus Deus Pater Omnium Super Omnes - Dies ist eine Stele, die wegen des Besuches von Papst Johannes Paul II. hier aufgestellt wurde, im Jahr 2000 war er hier auf einer Pilgerreise durch den Nahen Osten.

Ich versuche mal die Inschrift zu übersetzen, mal sehen ob es noch gelingt ! "Der eine Vater wird der Gott aller sein." Nö. Passt nicht. "Der einzige Vater und Gott über allen." "Einziger Vater und Gott aller." Naja, so ähnlich lt. google: "Einziger Gott und Vater, der über allen steht". Epheser, 4.6.

Viel interessanter ist ja die Frage: Woher wollen die wissen, dass Moses echt hier war ?

DESWEGEN ! Die Mosaiken geben die Geschichte her.

DESWEGEN ! Die Mosaiken geben die Geschichte her.

Alles ist so nahebei !

Alles ist so nahebei !

Eisenkreuz mit Schlange auf dem Mount Nebo. Was immer sich der Künstler dabei gedacht haben mag... schön ist es nicht.

Eisenkreuz mit Schlange auf dem Mount Nebo. Was immer sich der Künstler dabei gedacht haben mag... schön ist es nicht.

Ich übersetze hier mal frei und dieses Mal weiss ich, was ich tue ! "Als Symbol des ewigen Friedens hat Pilger Johannes Paul II. diesen Olivenhain auf diesem heiligen Hügel gepflanzt im März 2000"

Ich übersetze hier mal frei und dieses Mal weiss ich, was ich tue ! "Als Symbol des ewigen Friedens hat Pilger Johannes Paul II. diesen Olivenhain auf diesem heiligen Hügel gepflanzt im März 2000"

Das werden wohl kaum seine Oliven-Bäumchen sein, diese sind wohl schon viel älter als gerade einmal 12...

Das werden wohl kaum seine Oliven-Bäumchen sein, diese sind wohl schon viel älter als gerade einmal 12...

Ich musste mich auch auf Mount Nebo wieder durch Kälte, Regen und Nebel kämpfen. Tee ist da so willkommen ! Zumal arabischer Chai hammergut schmeckt und ich von meiner Angewohnheit, Tee "englisch" mit Milch zu trinken umschwenke zum arabischen Chai mit reichlich Zucker und/ohne Milch.

Ich musste mich auch auf Mount Nebo wieder durch Kälte, Regen und Nebel kämpfen. Tee ist da so willkommen ! Zumal arabischer Chai hammergut schmeckt und ich von meiner Angewohnheit, Tee "englisch" mit Milch zu trinken umschwenke zum arabischen Chai mit reichlich Zucker und/ohne Milch.

Schnell ist der nächste Stopp am King´s Highway erreicht: Die Stadt Madaba. Heute eine Stadt mit 70.000 Einwohnern, ist sie doch eine sehr alte Stadt, die mehrfach in der Bibel erwähnt wird. Die Top-Sehenswürdigkeit von Madaba befindet sich in einer bescheiden wirkenden griechisch-orthodoxen Kirche aus dem 19. Jahrhundert, der St. Georgs Kirche. Beim Bau der Kirche legte man nämlich die Überreste einer byzantinischen Kirche frei und fand ein erstaunliches Mosaik. Es stammt aus dem Jahr 560 AD und ist die älteste Karte Palästinas, die existiert. Sie ist nicht vollständig erhalten, aber gut genug, um all die verzeichneten biblischen Orte zu erkennen. Das Drumherum in der Kirche ist ansonsten wenig spektakulär, die Ikonen hängen schief an den Wänden und auch sonst ist das Interieur der Kirche eher etwas ramponiert.

Strömender Regen auch in Madaba, teilweise schaffen die Gullys das Wasser auf der Strasse kaum noch weg und man kann Pfützen-hüpfen...

Strömender Regen auch in Madaba, teilweise schaffen die Gullys das Wasser auf der Strasse kaum noch weg und man kann Pfützen-hüpfen...

Das Mosaik

Das Mosaik

Erklärung des Mosaiks - im Besucherzentrum gibt es auch eine original große Abbildung mit Legende, aber das Besucherzentrum ist heute Morgen überfüllt von Touris, da flüchte ich lieber.

Erklärung des Mosaiks - im Besucherzentrum gibt es auch eine original große Abbildung mit Legende, aber das Besucherzentrum ist heute Morgen überfüllt von Touris, da flüchte ich lieber.

Altar

Altar

Aussenansicht der St. Georgs Kirche

Aussenansicht der St. Georgs Kirche

Bei immer noch Regen verlassen wir Madaba wieder. H. hat für´s Catering gesorgt und so naschen wir frische Falafel auf dem Weg nach Wadi Mujib.

Bei immer noch Regen verlassen wir Madaba wieder. H. hat für´s Catering gesorgt und so naschen wir frische Falafel auf dem Weg nach Wadi Mujib.

Kleiner Exkurs zum Essen: Beliebt als Snack oder auch als Beilage sind im gesamten mittleren Osten Falafel. Das sind frittierte Bällchen aus Kichererbsenpüree. Frisch gemacht und heiss, schmecken die Dinger unheimlich lecker. Ebenfalls aus Kichererbsen ist Hummus, ein Dip, der zu jeder Speise dazugehört. Es gibt hunderte Varianten von Hummus, da hat wohl jede Hausfrau ihr Geheimrezept.

on the road again

on the road again

© Sabine H., 2012
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Die Reise
 
Worum geht's?:
2 Wochen im nahen Osten, biblisch soll es werden kurz vor Weihnachten - jedenfalls teilweise. Und es kommt mal wieder anders, ganz anders...
Details:
Aufbruch: 10.11.2012
Dauer: 7 Tage
Heimkehr: 16.11.2012
Reiseziele: Jordanien
Der Autor
 
Sabine H. berichtet seit 14 Jahren auf umdiewelt.
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