4 Monate als Backpacker durch China

China-Reisebericht  |  Reisezeit: April - August 2012  |  von Anja & Wolfgang

Anhui 23.5 bis 2.6.: Im Huangshan Gebirge 27.5. bis 30.5.

Umzug nach Tangkou am Fuss des Huangshan Gebirges

27.05.2012
Tagesziel: Tangkou Bus Km 70, 51/2h Stadtbesichtigung
Wetter: sonnig, <25°

Heute morgen sind wir noch eine Weile durch Huangshan Stadt gebummelt, bevor wir dann mit einem Kleinbus nach Tangkou, dem Ausgangsort für Wanderungen im Huangshan Gebirge weitergefahren sind.

ganz da hinten, ganz da droben, da wollen wir morgen Mittag stehen

ganz da hinten, ganz da droben, da wollen wir morgen Mittag stehen

Am späten Nachmittag waren wir hier noch am Busbahnhof um die Verbindungen der lokalen Shuttlebusse zu erkunden und uns eine Busverbindung zu unserem nächsten Reiseziel zu suchen. Mit etwas Schweinebraten und einer halben Ente im Gepäck ziehen wir uns ins Hotel zurück und bereiten uns auf die Wanderungen in den nächsten 3 Tagen vor.

Ho(s)tel: Xiangxige (=Pagode am duftenden Fluss) Hotel am Fuss des Huangshan Gebirges

Hoch auf den Berg

28.05.2012
Tagesziel: Huangshan Gipfelregion Bus Km 20, 9,5h Wanderungen, 1500 Hm
Wetter: sonnig, <25°

Heute haben wir strahlenden Sonnenschein, perfektes Wanderwetter. Zur Huangshan Gipfelregion gibt es drei Hauptwege, den kurzen (7,5km) schwierigen Weg über die östlichen Stufen, den langen (15km) noch schwierigeren Weg über die westlichen Stufen, oder den leichten Weg mit der Seilbahn, der aber sehr viel Geduld (je nach Saison auch mal über 2 Std.) beim Anstehen bedeuten kann. Um uns die ersten 4 Stunden eines relativ langweiligen Anstieges zu ersparen, lassen wir uns von einem der Shuttlebusse (RMB 19) schon mal 400m höher bis zur Talstation der Yungu Seilbahn auf 890m bringen, an der sich der Einstieg zu den östlichen Stufen befindet. Hier noch schnell die Eintrittskarten (RMB 230) gekauft und schon geht es im Treppenhaus steil bergan. Wir kommen an den ersten schönen Felsformationen wie dem Tischfelsen vorbei

und überholen einige der Lastenträger die hier in 5 Stunden mit bis zu 70kg auf der Schulter etwa 1000Hm zurücklegen, um wie dieser hier z.B 3 Sack Reis in ein Hotel auf 1860m Höhe zu schaffen.

Andere haben 2 grosse Gasflaschen oder Kartons mit Getränken an ihrer Tragestange - Menschenkraft ist hier eben immer noch billiger als eine Kabine in der Seilbahn mit diesen Waren zu belegen. Wir erreichen nach knapp 2 ½ Stunden den Weissgans Kamm (1770m) und befinden uns damit in der Gipfelregion. Auf dem Weg zum Beihai Hotel wo wir uns im Matratzenlager ein Bett reserviert haben kommen wir noch an der Schirmkiefer

und am Pinselfelsen vorbei, dessen Unterteil den Stiel des Pinsels darstellen soll, der obere Felsen den Borstenhalter und die Kiefer auf der Spitze dann die Borsten repräsentiert.

Wir lassen den grössten Teil unseres Gepäcks im Hotel zurück - hier in der Gipfelregion sind mehrere Hotels der 4* Kategorie angesiedelt, die neben normalen Gästezimmern (€100+) für Wanderer auch Stockbetten / Matratzenlager zu einem relativ günstigen Preis anbieten - und wandern Richtung Westmeerschlucht, ein nahezu 1000m tiefer Canyon der aber derzeit wegen Neutrassierung der Wege im unteren Teil nicht durchstiegen werden kann. Vom nördlichen Einstieg, nahe dem Paiyunlou Hotel kann man auf bestens angelegten - an die Felsen geklebten Wegen (nichts für schreckhafte oder Leute mit Höhenangst), vorbei an wunderschönen Felsformationen

etwa zu 2/3 in die Schlucht absteigen,

bevor man vor einem Gittertor steht, das das Weitergehen in den Baustellenbereich verhindert.
Da in die Abstiege zwei Rundwege eingebunden sind, (Loop 1 und Loop 2) bietet auch der Rückweg ausreichend Sehenswertes.

Wir gehen zurück bis zum Paiyunlou Hotel und von dort aus weiter zum Fliegenden Felsen, einer etwa 12m hohen Granitspitze die auf dem darunterliegenden Felsen sitzt.

Von dort wandern wir noch über einige der kleineren Gipfel, kommen am Affen der ins Wolkenmeer schaut vorbei

und sind bereits in der Nähe unseres Hotels, als wir diesen schönen Sonnenuntergang beobachten können.

Noch eine Kleinigkeit zum Abendessen und dann - schön nach Männlein und Weiblein sortiert - früh zu Matratze, denn der Sonnenaufgang wartet schon.
Ho(s)tel: Beihai Hotel (Stockbetten), Huangshan Gipfelregion

Droben auf dem Berg

29.05.2012
Tagesziel: Huangshan Gipfelregion 10h Wanderungen, 1120 Hm
Wetter: sonnig bis Regen, <20°

Heute morgen um 3h werden wir von unseren Mitschläfern bereits geweckt, Sonnenaufgang ist zwar erst um 5:07, aber um den beste Platz ihn zu sehen ist droben auf dem Lichtgipfel (1860m) mit freier Rundumsicht - nur ca. 250Hm oberhalb von unserem Hotel. Was bleibt uns übrig, als anziehen und in der Taschenlampenprozession den Berg hoch. Die Vögel kreisen bereit im Morgenrot

und so warten wir eben gemeinsam auf den Sonnenaufgang. Überraschend pünktlich erscheint der Feuerball am Horizont

und alle gehen zufrieden ihrer Wege.

Wir gehen erst mal zurück zum Hotel und von dort Richtung Weissgans Kamm (1770m), auf den Gipfel des Beginn des Glaubens und weiter bis zum Ende des Weges am Stein-Bambus Gipfel.

Von hier wieder zurück in unser Hotel und von nun an mit vollem Gepäck nochmals über den Lichtgipfel (wie schön war das doch heute morgen mit leeren Schultern) runter zum Baiyun Hotel, unserem Matratzenlager für die kommende Nacht, mitten im 'himmlischen Meer' gelegen. Hier wieder das Gepäck abgeladen und auf zu neuen Taten. Wir steigen auf zum Turtle Rock am Aouyu Gipfel.

Wir befinden uns nun auf dem Hauptweg der Buntkappen, die i.A. von der Yuping Seilbahn (=Anfang/Ende westliche Stufen) über die Begrüssungskiefer und durch die Himmelsschimmer-Schlucht zum 'himmlischen Meer' geführt werden. Leider liegt der Einstieg zum Lotusblütengipfel (mit 1864m der höchste Gipfel des Huangshan Gebirges) genau auf deren Weg und so schwimmen wir eben einige Zeit gegen den Strom,

bis wir den Einstieg erreicht haben.
Der Lotusblütengipfel (Lianhua Feng) und der in der Nähe liegende Gipfel der Himmlischen Hauptstadt (Tiandu Feng 1810m) werden normalerweise aus ökologischen Gründen abwechselnd gesperrt. Wegen Neutrassierung ist jedoch derzeit der Aufstieg zum Tiandu Feng für die nächsten 3jahre gesperrt, der Lianhua Feng permanent geöffnet. Beide Treppenhäuser sind so anspruchsvoll, dass sie von den Tourguides i.A. gemieden werden.

Beim Abstieg dürfen wir noch diese kleine Brücke überqueren,

bis wir uns dann endlich von der 'Bergrüssungskiefer' willkommen heißen lassen dürfen.

Nun, wir haben uns den Weg hierher erwandert, andere machen es sich viel einfacher, hoch mit der Seilbahn, einige Hundert RMB bezahlt, und schon kann Frau sich auch bis zur Kiefer tragen lassen.

Da sich hier der Einstieg für unseren morgigen Abstieg befindet und der naheliegende Gipfel der Himmlischen Hauptstadt wie schon erwähnt zur Zeit gesperrt ist, drehen wir hier um, gehen zurück, kommen an unserem Hotel und wandern nun im mittlerweile einsetzenden Regen auf den Ausgang des Westsee- Canyons zu. Dieser Weg ist, wie uns von unserem besten informierten Vermieter mitgeteilt wurde, an der Feen-Brücke zu Ende,

für einen weiteren Abstieg in das Nachbar Tal zur Fischerbrücke ist es uns einfach 'zu feucht'. Wir kehren in unser Hotel zurück und nach einem schnellen Abendessen geht es wieder getrennt zu Bett.

Ho(s)tel: Baiyun Hotel (Stockbetten) Huangshan Gipfelregion

Runter vom Berg

30.05.2012
Tagesziel: Tangkou 6h Wanderungen, 1455 Hm (Abstieg)
Wetter: L. Regen bis sonnig,<25°

Bedingt durch den gestrigen Regen will hier keiner auf den Sonnenaufgang warten und so können auch wir bis 6:00 durchschlafen. Über Nacht ist auch unsere Ausrüstung halbwegs getrocknet und so machen wir uns auf den Weg, den Abstieg in Angriff zu nehmen. Im Huangshan typischen Wetter (man stochert im Nebel oder ist knapp darüber) geht es auf bekanntem Wegen und wetterbedingt?? fast ohne Gegenverkehr am Birnenfelsen vorbei

zur Begrüssungskiefer

sieht plötzlich mit den Wolken ganz anders aus

sieht plötzlich mit den Wolken ganz anders aus

und dann steil bergab, bei immer besser werdende Wetter

vorbei an rauschenden Wasserfällen

bis wir endlich am Südtor die Talsohle erreichen.

Nun noch schnell zurück zur Busstation, die Tickets für morgen gekauft und dann ins Hotel, wo wir mit den Worten 'schon so früh zurück?' empfangen werden. Den frühen Nachmittag verbringen wir mit dem Trocknen/Reinigen unserer Ausrüstung, den späten Nachmittag mit 'Ente' und den Abend vor dem PC. Morgen früh klingelt der Wecker wieder mal um 5h, denn der Bus zum nächsten Berg wartet schon.
Ho(s)tel: Xiangxige (=Pagode am duftenden Fluss) Hotel am Fuss des Huangshan Gebirges

© Anja & Wolfgang, 2012
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Diesmal ohne WoMo, dafür ca. 120 Tage lang mit Bahn, Bus und Rucksack von Ho(s)tel zu Ho(s)tel quer durch die Mitte Chinas. Wie immer freuen wir uns über alle virtuell Mitreisenden - und Gästebucheinträge sind natürlich herzlichst willkommen.
Details:
Aufbruch: 10.04.2012
Dauer: 4 Monate
Heimkehr: 10.08.2012
Reiseziele: Deutschland
Vereinigte Arabische Emirate
China
Der Autor
 
Anja & Wolfgang berichtet seit 9 Jahren auf umdiewelt.