4 Monate als Backpacker durch China

China-Reisebericht  |  Reisezeit: April - August 2012  |  von Anja & Wolfgang

Sichuan, 11.6. bis 4.7.: Chengdu 15.6. bis 18.6.

Zum Ausruhen in die Stadt

15.06.2012
Tagesziel: Chengdu Bus Km 15, Zug Km 155, 6 Std. Stadtbesichtigung
Wetter: bedeckt, <35°

Heute Morgen ist wieder einmal Packen angesagt, wir ziehen weiter nach Chengdu. Zuerst mit dem Linienbus 8 zum Bahnhof von Emei und dann weiter mit dem Zug in ca. 2 ½ Stunden nach Chengdu, der Hauptstadt der Provinz Sichuan. Dort müssen wir erst einmal einen kräftigen Wolkenbruch im Bahnhof aus-sitzen, bevor wir uns auf den Weg ins nahegelegene Hotel machen können.
Wir fahren dann mit dem Bus Richtung Stadtmitte, schauen im Volkspark erst bei diesem Obelisk vorbei, der an den Volksaufstand von 1911 gegen korrupte Beamte erinnert,

studieren kurz die hier ausgehängten Bekanntschaftsanzeigen

Er, ledig mit Auto und Wohnung sucht heiratsfähige Sie

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und gehen dann zum Tianfu Platz der mit dieser grossen Mao Statue verziert ist.

Hier beginnt die Einkaufszone von Chengdu, alle Edelmarken sind hier vertreten.
In der nahegelegenen Chunxi Road Fussgängerzone geht es dafür etwas weniger exklusiv zu.
Auf einigen Umwegen erreichen wir die Kuan Zhai Xiang Zi (=Breite-Schmale-Gasse), eine neu erbautes, auf alt gemachtes Viertel,

das größtenteils aus Bars / Restaurants / Teehäusern und Souveniershops besteht.
Kann man besuchen, muss aber nicht unbedingt sein. Ausser ein paar schönen Fotomotiven

haben wir hier nicht viel interessantes gefunden. Wir gehen noch in ein Teehaus wo wir neben einer Einführung in die chinesische Teezeremonie (so schmeckt der Tee noch besser) auch noch eine kurze Vorführung aus der Sichuan-Oper mit einem 'Gesichtswechsler' geboten bekommen.

Der wechselte seine Gesichts-Masken so schnell, dass wir selbst in der ersten Reihe sitzend nicht mitbekamen wie dieser Trick wirklich funktioniert.
Nach einem kleinen leichten Abendessen geht es zurück ins Hotel, der PC wartet schon.

Ho(s)tel: 7 DaysInn, Chengdu

Dann mach dir einen Plan und sei ein grosses Licht,...

16.06.2012
Tagesziel: Chengdu Km 0
Wetter: L. Regen, <25°

Den heutigen Tag verbrachten wir grösstenteils auf dem Bett (vor dem PC .
Wir hatten eigentlich geplant, etwa 2-3 Wochen unserer Reise in Tibet zu verbringen, aber als wir uns heute morgen an die detailliertere Planung diese Teils machten wurde uns eindeutig erklärt, dass seit 18. Mai 2012 Individualreisende in Tibet derzeit 'unerwünscht' sind. Bis zu diesem Termin konnte man auch als Einzelperson eine (mini-)Gruppe bilden und mit Guide und Fahrer im Jeep das Land bereisen, seit dem 18.5. wurde dies dahin geändert, dass Gruppen aus mindestens 5 Personen der selben Nationalität!!! bestehen müssen - für uns das absolute No-Go, denn wie sollen wir in 10 Tagen noch 3 Deutsche zu finden, die unsere Tour mit uns teilen wollen?????.
Wir planen um.
Wir sehen uns eben die 'tibetanische Landschaft / Kultur von der Sichuan Seite aus an, der Westen Sichuans nimmt einen grossen Teil dessen ein, was die Tibeter Kham nennen, eine der drei traditionellen Provinzen des alten Tibets.
Zuerst holen wir uns Anregungen von Buntkappentouren (die hier wie, überall, nur durchgehetzt werden) für diese Gegend, dann machen wir darauf basierend unseren eigenen Plan, suchen uns die Busverbindungen, buchen die ersten Ho(s)tels auf unserer Stecke und sind dann eigentlich 'ready to move'.
Aber zuvor haben wir ja noch 2 Tage Zeit Chengdu und Umgebung zu erkunden.

Ho(s)tel: 7 DaysInn, Chengdu

Stadtbummeln und weiterplanen

17.06.2012
Tagesziel: Chengdu Bus Km 15, 7 Std. Stadtbesichtigung
Wetter: l. Regen, später bedeckt, <25°

Da es heute Morgen wieder einmal leicht regnet, bleiben wir erst einmal vor dem PC und planen weiter.
Gegen Mittag hellt es sich endlich auf und wir ziehen los zum zweiten Teil unserer Stadtbesichtigung. Dazu fahren wir mit dem Bus erst einmal quer durch die halbe Stadt bis zum Xin Nanmen Busbahnhof, wo wir uns noch ein paar Informationen für Busverbindungen im Westen Sichuans besorgen. Dann gehen wir den Jin Jiang Fluss entlang Richtung Westen bis wir am Tempel Wuhou ankommen (E=RMB 60),

der zur Zeit heftig renoviert wird. Dafür ist die östlich davon gelegene Jinli Gujie schon fertiggestellt.

Dies ist ein weiteres der neuen, auf alt gemachten Viertel Chengdus und auch hier nur Restaurants,

Bars (RMB 458 für Deutsches Bier im 5l Blech-Fass, ca. € 60) und Souvenirläden, die auf die Busladungsweise hergekarrten Touristen lauern. Wir schauen da lieber dem Zuckerbäcker bei der Herstellung seinen Erdnusspralinen zu -

ein Ring aus einer Zuckermasse wird solange gezogen, gefaltet und mit Erdnusspulver bestäubt, bis haarfeine Zuckerfäden entstehen die dann zu Pralinen geformt werden. Hmmmmm....
Im nahegelegenen Nanjiao Park sehen wir die ersten Lotosblüten

bevor wir uns dann wieder mit dem Bus auf dem Weg zurück zum Hotel machen.

Ho(s)tel: 7 DaysInn, Chengdu

Ein Tag bei den Pandas

18.06.2012
Tagesziel: Chengdu Bus Km 30, 6 Std. Parkbesichtigung
Wetter: bedeckt, <25°

Heute stehen wir wieder einmal früh auf, denn wir wollen den Pandas in der Chengdu Research Base of Giant Panda Breeding einen Besuch abstatten. Weltweit gibt es noch etwa 1600 dieser schwarz-weissen Bären und will man mehr als die maximal zwei, wie in den grossen Zoos üblich, sehen so muss man sie hier in Sichuan besuchen. Hier in Chengdu und Bifengxia wird die Nachzucht der Grossen Pandas wissenschaftlich - systematisch betrieben, mit dem Versuch, deren Fortbestand dauerhaft zu sichern. Wolong, eine dritte Stelle die sich ebenfalls dieser Aufgabe verschrieben hat wurde 2008 ein Opfer des grossen Erdbebens, befindet sich mittlerweile im Wiederaufbau - die überlebenden Pandas wurden damals nach Bifengxia gebracht.
Ausgewachsene Pandas werden etwa 100-150kg schwer, sind etwa 1,50m lang und haben eine durchschnittliche Lebenserwartung von 28 Jahren.
Pandas kommen nackt und blind, etwa 100g schwer (=1/1000 des Gewichtes der Mutter), knapp hand-gross, nach einer Tragezeit von 85-200 Tagen zur Welt. Etwa 18 Monate lang werden sie von Ihrer Mutter betreut, bevor diese sich 'neuen Aufgaben' zuwendet, wobei weibliche Pandas in ihrer Partnerwahl sehr wählerisch sind, so dass der Wert 4-5 Geburten pro Pandaweibchen in freier Wildbahn kaum eingehalten wird.

Unser Bus heute,

wir sind uns immer noch nicht sicher ist der wirklich alt, oder nur auf Retro gemacht, bietet innen echte Holzklasse

hölzerne Verkleidung, hölzerne Sitze, so echt? im Stil der 30er Jahre.
Wir hatten den Tipp bekommen 'so gegen 9:00' hier zu sein, denn dann sind die Tiere beim Frühstück und damit aktiv, ansonsten würden sie nur irgendwo schlafend herumliegen. Und wirklich, kaum sind die Karten gekauft (E=RMB 58) und wir innen im Gelände sehen wir auch schon die ersten Pandas beim Frühstück.

Das sind etwa 5 jährige, noch etwas verspielt, aber denen zuschauen zu können, dafür hat sich unser frühes Aufstehen schon wieder einmal gelohnt.
Erst wird ein Bambusstengel entblättert und dann werden die Blätter schön kleingekaut,

danach wird entweder irgendwo ausgeruht

oder noch eine kleine Rund mit den Geschwistern gespielt.

In der Aufzuchtstation hat man Gelegenheit gegen eine Spende von RMB 1300 / Person (die dem Aufbau von Wolong zugute kommt) sich steril einzukleiden und dann zusammen mit ihrem Pfleger die ganz Kleinen, die Panda Babys zu besuchen.
Wir sehen uns dafür lieber noch die Gehege mit den 'Kleinen Pandas' (auch Rote oder Goldene Pandas genannt) an,

die zwar Namensvettern, jedoch keine Artverwandte der Grossen Pandas sind.
Im Angeschlossenen Kino sehen wir noch einen kurzen Film über die Probleme mit der Nachzucht der Pandas und die Schwierigkeiten der natürlichen Befruchtung. Im Panda Museum ist eine Ausstellung der 'besten Tierfotos 2011' prämiert durch ein britisches Magazin zu sehen und nach einer Runde um den Schwansee

fahren wir wieder zurück zum Hotel. Zum Abendessen wieder mal einen Feuertopf und danach ist Packen angesagt, denn morgen ziehen wir weiter in den Westen Sichuans.

Ho(s)tel: 7 DaysInn, Chengdu

© Anja & Wolfgang, 2012
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Diesmal ohne WoMo, dafür ca. 120 Tage lang mit Bahn, Bus und Rucksack von Ho(s)tel zu Ho(s)tel quer durch die Mitte Chinas. Wie immer freuen wir uns über alle virtuell Mitreisenden - und Gästebucheinträge sind natürlich herzlichst willkommen.
Details:
Aufbruch: 10.04.2012
Dauer: 4 Monate
Heimkehr: 10.08.2012
Reiseziele: Deutschland
Vereinigte Arabische Emirate
China
Der Autor
 
Anja & Wolfgang berichtet seit 9 Jahren auf umdiewelt.