4 Monate als Backpacker durch China

China-Reisebericht  |  Reisezeit: April - August 2012  |  von Anja & Wolfgang

Henan 12.7. bis 20.7.

Weiter nach Henan

12.07.2012
Tagesziel: Luoyang Taxi Km 15, Zug Km 265, Bus Km 10, 3,5 Std. Stadtbesichtigung
Wetter: sonnig, >35°

6:20 am Morgen, der Wecker klingelt schon wieder, also Aufstehen, Packen und mit einem Taxi zum nahegelegen Bahnhof fahren. Von dort aus fahren wir 4 Stunden lang in einem sehr vollen Zug - hier ist mittlerweile Hauptreisezeit, die Semesterferien haben bekommen und ausser uns ist anscheinend noch halb China unterwegs - nach Luoyang in der Provinz Henan, unserem Stützpunkt für die nächsten paar Tage.
Direkt gegenüber vom Bahnhof finden wir die Bus Linie 10, die uns fast bis vor die Tür unseres Hotels bringt.
Draussen ist es drückend heiß und so verbringen wir erst eine Weile unter der Klimaanlage vor dem PC, bevor wir dann gegen 16h wieder zur Stadtbesichtigung aufbrechen.
Mit dem Bus Linie 8 startet bei uns um die Ecke und bringt uns bis vor das Lijing Tor,

das neu wiederaufgebaute alte Stadttor.
Luoyang, war unter 13 Dynastien die Hauptsstadt Chinas, bis dann im 10. Jh die nördliche Song Dynastie den Sitz nach Kaifeng verlegte. Von der alten Pracht, den einst über 1300 buddhistischen Tempeln ist auch bedingt durch die Folgen des japanischen Krieges fast nichts mehr geblieben. Luoyang ist heute eine moderne Stadt mit breiten, baumgesäumten Strassen und nur hinter dem Lijing verbirgt sich eine kleine wiederaufgebaute Altstadt,

mit einer 'Essengasse'

Die Regenschirme hier werden heute zum Sonnenschutz getragen, 
denn Frau zeigt 'vornehme Blässe'

Die Regenschirme hier werden heute zum Sonnenschutz getragen,
denn Frau zeigt 'vornehme Blässe'

die wir gemächlich durchbummeln, bevor wir uns dann von Bus Linie 8 zurück zum Hotel bringen lassen..

Ho(s)tel: 7 DaysInn, Luoyang

Zu den Steinschnitzereien in den Longmen Grotten

13.07.2012
Tagesziel: Luoyang, Longmen Grotten Bus Km 40, 5 Std. Stadtbesichtigung
Wetter: bedeckt, <30°

Heute Morgen machen wir uns auf den Weg um die nahegelegenen (17km) Longmen Grotten zu besichtigen. Hierbei handelt es sich um eines der wenigen in China noch existierenden Meisterwerke der Felsbildhauerkunst.
Einst konnte man hier auf einer 1km langen Kalksandsteinwand am Ufer des Yi He (Yi Flusses) über 100 000 Bildnisse und Statuen von Buddha und seinen Schülern bewundern, die zur Zeit der Nördlichen Wei Dynastie (494 n.Chr.) und der frühen Tang Dynastie geschaffen wurden (600 - 700n. Chr.), aber Anfang des 20. Jh. wurden viele Statuen von skrupellosen Sammlern geköpft oder ganz entfernt, in Zeiten Anti-Buddhistischer Reformen und während der Kulturrevolution wurden oftmals die Gesichter roh abgeschlagen und auch der Zahn der Zeit nagte an diesen Skulpturen.
Wir fahren mit Bus 81 in 40 Minuten bis zur Scenic Area, kaufen unsere Tickets (RMB 120) und gehen durch das Eingangstor

auf der Westseite den Fluss entlang zu den Grotten.
Viele davon sind einfach leere Höhlen im Berg

aber wenn dann doch noch ein paar gut erhaltenen oder renovierte Statuen zusehen sind,

so beeindrucken sie durch ihre Ruhe, Ihre schlichte Schönheit

Nach einem letzten Blick zurück auf die Grotten der Westseite

gehen wir über ein Brücke zum Ostufer des Flusses, wo sich weitere Grotten befinden. Die Tausend-Arme-und-Tausend-Augen Guanyin, ein Basisrelief aus der Tang Zeit hat unter den Wettereinflüssen doch schon schwer gelitten, besser gefällt uns hier die Sutragrotte.

In der Eintrittskarte bereits enthalten ist der Besuch des neu renovierten Xiang Shan Tempel

mit seinen Bronze Figuren und der Grabanlage des Bai Juyi, ein Dichter der Tang Dynastie, um 800 n. Chr., von dem über 2800 Gedichte überliefert sind.
Wir fahren mit dem Bus zurück in die Innenstadt, schauen kurz bei den Ausgrabungen der Stallungen des ehemaligen Kaiserlichen Palasts vorbei,

- in einem unterirdischen Museum (E=RMB 30) sind hier Skelette von Pferden und Reste von Kutschen zu sehen - gehen zum Busbahnhof um uns die Fahrkarten für morgen zu kaufen und kehren dann zum Hotel zurück.
Damit wäre dieser Freitag der 13te auch geschafft.

Ho(s)tel: 7 DaysInn, Luoyang

Zen trifft Tao

14.07.2012
Tagesziel: Shaolin Tempel und Song Shan Bus Km 130, 61/2 Std. Tempelbesichtigung
Wetter: bedeckt, <30°

Heute Morgen fahren wir per Bus quer übers Land bis kurz vor Dengfeng zum Fuss des Song Shan, dem zentralen der fünf Berge des Taoismus. Er symbolisiert die Erde mit direkter Achse zum Himmel. Song Shan besteht im wesentlichen aus drei Hauptgipfeln:
Taishi Shan, an dessen Fuss liegt die Stadt Dengfeng.
Wuru Feng gekrönt von einer riesigen Damo Statue, zu der ein endlos erscheinendes 4km langes Treppenhaus an der 'Damo Höhle' vorbei führt, in der Mönch Damo einst 9 Jahre lang meditierte.
Shaoshi Shan, mit 1512m der höchste Gipfel des Gebietes.
Und im einem Tal zwischen diesen drei Gipfeln liegt das Shaolin Kloster, der wohl berühmteste der Zen Tempel, bei uns aber wohl noch besser bekannt durch Kung Fu und Qi Gong, die Kampfkunst seiner Mönche.
Der alte Shaolin Tempel wurde das Opfer seines Ruhms. Er wurde häufig zerstört und in Brand gesetzt, zuletzt 1928, so dass heute vor allem wiederaufgebaute, renovierte Hallen zu sehen sind.
Wir kaufen unsere Eintrittskarten (E=120), durchqueren den Ehrenbogen,

und haben dann erst einmal Gelegenheit einer 30 minütigen Freiluft - Aufführung verschiedener Kampftechniken zuzusehen.

Diese Aufführungen finden in ähnlicher Form sowohl auf einer Bühne im Freien als auch in einer regelmässig überfüllten Shaolin Wushu Institute Halle statt. Wir haben uns beide angesehen, fanden die im Freien 'natürlicher' weniger moderiert, durchgestylt.
Erst ist uns auf dem Weg zum Tempel bereits aufgefallen, dass hier Trinkwasser an die Besucher kostenlos abgegeben wird und dann direkt neben dem Shaolin Tempel finden wir diese 'Touristenspeisung'.

Leicht gesüsster Reisbrei wird hier zur frühen Mittagszeit kostenlos verteilt.
Der Eingang zum Tempel wird wie immer von den 'Himmlischen Königen' bewacht,

innen in den Tempelhallen das erwartetet Gedränge und leider auch Fotografierverbot.

Im Pilu Pavillon mit seinen Fresken an den Wänden

sehen wir die Vertiefungen im Boden, die angeblich von den Generationen von Mönchen herrühren, die hier Ihre Übungen abgehalten haben.
Nach dem an den Tempel anschliessenden Pagodenwald, einem Friedhof bestehend aus 246 Ziegelpagoden

teilen sich die Wege, man kann hier rechts das bereits erwähnte 4km lange Treppenhaus hoch zum Wuru Gipfel aufsteigen - aber dafür ist es uns heute einfach zu heiß, oder man kann mit einer einfachen Seilbahn (offene 2er Gondeln, RMB 40 H/R) die ersten 400Hm Richtung Shaoshi Shan zurücklegen.

Oben geht ein eigentlich 'interessanter' (anspruchsvoller) Panoramaweg bis zum Gipfel,

als wir jedoch erfahren, dass der beste Teil davon, eine 782 stufige Seilbrücke derzeit gesperrt ist, kehren wir wieder um und reihen uns in die Schlange zur Talfahrt ein.
Wir schauen noch kurz bei in der immer noch überfüllten Shaolin Wushu Institute Halle vorbei, sehen aber nichts, was wir nicht heute morgen im Freien auch schon gesehen haben und suchen uns dann einen Bus, der uns wieder zurück zum Busbahnhof von Luoyang bringt. Noch ein kleines Abendessen in der Nähe unseres Hotels...

Ho(s)tel: 7 DaysInn, Luoyang

Zum ältesten buddhistischen Kloster Chinas

15.07.2012
Tagesziel: Luoyang, Kloster der Weissen Pferde Bus Km 40, 4 Std. Stadtbesichtigung
Wetter: heiter, >30°

Heute Morgen fahren wir mit dem Bus zur Altstadt von Luoyang um von dort aus mit Bus 56 zum Kloster der Weissen Pferde zu fahren.
Dieses Kloster wurde im 1. Jh. n. Chr. gegründet und gilt als der erste buddhistische Tempel in China.
Kaiser Ming Di, östliche Han Dynastie, träumte von einem Buddha, der aus dem Westen kommen werde und so sandte er zwei Gesandte los, nach buddhistischen Schriften zu suchen. In Afghanistan begegneten diese den indischen Mönchen Matanga und Gobharana und diese brachten dann auf zwei weissen Pferden Schriften und Statuen zum kaiserlichen Hof.
Der Kaiser war beeindruckt und lies zur Unterbringung der Mönche diesen Tempel bauen, der dann auch Ihre letzte Ruhestätte geworden ist.
Wie erwartet ist von der Original-Substanz diese Tempels eigentlich nichts mehr zu finden, die heutigen Gebäude und Statuen sind alle aus dem Ming und vor allem Qing Dynastie.
Nach Kauf der Eintrittskarte (E= RMB 50) erfreuen wir uns erst einmal an diesen wunderschönen Lotosblüten,

bevor wir dann durch das Eingangstor in den Tempelbezirk gehen.

Auch hier wieder einer der himmlischen Könige, der über den Eingang wacht und alles Böse vom Tempel fernhält.

In der Halle des Grossen Buddhas diese herrlich Statue,

und in der Mahavira Halle diese edlen Holzschnitzereien -

auch die Buddhas sind holzgeschnitzt.
Direket neben dem Weisse Pferde Kloster ist derzeit ein thailändischer Tempel im Bau,

und ein von der Indischen Regierung geschenkter indischer Tempel ist bereits fertiggestellt.

Damit soll die Beziehung der Wurzeln des chinesischen Buddhismus zu seinen Quellen in Indien und Thailand weiter veranschaulicht, vertieft werden.
Wir fahren mit dem Bus zurück zur Altstadt, durchqueren diese bis zum Trommel-Turm

und gehen zurück bis zum Lijing Tor,

wo wir unseren Bus zurück zum Hotel wiederfinden.

Ho(s)tel: 7 DaysInn, Luoyang

Zwei Münchner in Kaifeng

16.07.2012
Tagesziel: Kaifeng Bus Km 10, Zug Km 195, 2 Std. Stadtbesichtigung
Wetter: heiter, <30°

Den heutigen Morgen verbringen wir erst einmal auf dem Zimmer vor dem PC, bis wir dann gegen 13h mit dem Bus zurück zum Bahnhof fahren, von wo es dann um 14h mit dem Zug weitergeht nach Kaifeng, das wir dann um 17h erreichen. Hier werden schnell die Buskarten für Übermorgen gekauft und dann geht es mit dem Stadtbus Richtung Altstadt, bis in die Nähe unseres Hotels an der Gulou Jie.
Kaifeng war einst Haupstadt der Nördlichen Song Dynastie (960-1126) und ist Heimat des Mandarins, der in Herbert Rosendorfers Buch 'Briefe in die chinesische Vergangenheit' mittels einer Zeitreise das moderne München besucht. Eine Stadt, die zwischen 1194 und 1938 genau 368mal in den Fluten des Gelben Flusses versank - also durchschnittlich alle zwei Jahre einmal und deren Bauwerke der nördlich Song unter einer acht bis neun Meter dicken Schlammschicht liegen.
Auf den ersten Blick sind die letzten 30 Jahre an dieser Stadt spurlos vorübergegangen, wir kommen uns vor wie im Peking Anfang der 90er Jahre. Andererseits wird an allen Ecken und Enden abgerissen und gebaut, die Strasse an der unser Hotel liegt ist eine einzige Grossbaustelle, der Trommelturm soll nach alten Plänen neu gebaut werden, eine Stadt im Umbruch, im Aufbruch?
Auf der Suche nach dem Nachtmarkt gehen wir unsere Baustellenstrasse entlang und werden dann auf der anderen Strassenseite fündig.

Erst ein paar vereinzelte Stände an denen Essen verkauft wird und dann ein grosser quadratischer Platz voll von Ständen, Buden, Garküchen und mittendrin ausreichend Platz zum Sitzen. Biergarten-gefühl kommt auf, Erinnerungen an die Hawker-Center in Singapore werden wach.
Und als wir dann noch einen Stand entdecken, der dunkles Tsingtao Bier vom Fass verkauft....

Hier ist es gut, hier lass uns bleiben

Hier ist es gut, hier lass uns bleiben

Wohl gestärkt kehren wir zum Hotel zurück, studieren noch ein bisschen den Stadtplan und legen dann unsere morgige Besichtigungsroute fest.

Ho(s)tel: Da Jin Tai (Grosse Goldene Plattform) Hotel

Eine Stadt im Umbruch (Aufbruch??)

17.07.2012
Tagesziel: Kaifeng 10 Std. Stadtbesichtigung
Wetter: sonnig, >30°

Für heute haben wir uns die Besichtigung von Kaifeng zum Ziel gesetzt, zumindest jenen Teil, der sich innerhalb der alten, wiederaufgebauten Stadtmauer befindet.
Wir gehen erst einmal an der alten? Shanshangan Zunfthalle (E=RMB 50) vorbei,

Richtung Süden und treffen in der Zhongshan Lu auf die erste auf alt gemachte Häuserzeile, die uns bis zum Longting Park (E=RMB 65),

dem Ort des ehemaligen Kaiserpalastes begleitet.
Wir gehen um den See Richtung Osten bis zum Qinming Garten (E=RMB 100),

einem 'Vergnügungspark' in dem das alte Kaifeng Wiederauferstehung feiern darf - Disney lässt grüssen. Da der Besuch dieses Parks alleine einen Tag dauern würde, verzichten wir darauf und wandern weiter rings um den See, bis zur Jiefang Lu, der zentralen Nord-Süd Verbindung von Kaifeng. Hier gehen wir Richtung Süden, kommen am Park mit der Eisenpagode (E= RMB 40) vorbei und erreichen dann das Nordtor von Kaifeng.

Wir drehen um, gehen die Jiefang Lu wieder zurück bis zur Hedao Jie und dann wieder einmal Richtung Westen bis wir zufällig die Shudian Jie (=Strasse der Buchläden) entdecken,

wieder eine der neuen auf alt gemachten Strassen von Kaifeng - und betrachtet man all die derzeitigen Abrissarbeiten so kann man sich bereits lebhaft vorstellen, wie die Stadt in etwa 5-10 Jahren aussehen wird. Wir gehen noch 'Premierministertempel' vorbei,

der in den letzten Jahrhunderten ebenfalls mehrmals neu aufgebaut wurde und in dessen Hinterhof sich derzeit eine Grossbaustelle zur Errichtung einer neuen alten Pagode befindet, bevor wir uns wieder auf den Weg zum Nachtmarkt machen. Heute gibt es zum dunklem Bier 'weisse Nieren', gegrillte Austern und eine Portion der lokalen 'Raviolis'.

Ho(s)tel: Da Jin Tai (Grosse Goldene Plattform) Hotel

Anmerkung zu Kaifeng:
Wir waren einfach neugierig, aus welcher Stadt dieser Mandarin kommt, der per Zeitreise unser geliebtes München besuchte - und unsere Neugierde wurde hinreichend gestillt.
Wir haben uns nur den alten Teil von Kaifeng innerhalb der Stadtmauer angeschaut - und da gibt es derzeit eigentlich recht wenig zu sehen. Die Innenstadt wird entkernt, Gebäude aus den 50ern werden fleissig abgerissen und durch neuen alten Bauten ersetzt. Die zwei auf alt gemachten neuen Strassen von Kaifeng geben schon mal einen ersten Eindruck, wie die Stadt in einigen Jahren aussehen könnte.
Wir können nur hoffen, dass das Hotel in dem wir die 2 Nächte verbrachten ebenfalls bald durch ein neueres Gebäude ersetzt wird, denn renovieren lohnt sich hier nicht mehr, dazu hat der Zahn der Zeit schon zu tiefe Spuren hinterlassen.
Unserer Meinung nach kann das Da Jin Tai (Grosse Goldene Plattform) Hotel so nicht mehr weiterempfohlen werden.

Mit dem Bus zurück ins Grüne

18.07.2012
Tagesziel: Yuntai Shan Bus Km 5, Zug Km 175, Taxi Km 40, Shuttlebus Km 70
Wetter: sonnig, >30°

Heute Morgen fahren wir erst einmal mit dem Stadtbus zum Busbahnhof, dann 2 œ Stunden mit dem Fernbus zum Busbahnhof nach Jiaozuo und dann mit einem Sammel-Taxi zur Yuntai Shan Scenic Area.
Praktischerweise hat der 'Bruder' des Taxifahrers hier ein kleines Hotel und so hat sich die Hotelsuche damit auch schnell erledigt.
Die hier im Park verkaufte Eintrittskarte (E= RMB 210) ist zwei Tage gültig und um Missbrauch auszuschliessen mit einem Fingerabdruck gesichert. Die Shuttlebusse sind im Kartenpreis bereits enthalten. Es ist bereits früher Nachmittag und da wir die nächsten zwei Tage sowieso hier im Park verbringen wollen, beschliessen wir erst mal eine Erkundungsrundreise mit den Shuttlebussen zu machen. Von der zentralen Busstation fahren wir am 'Tal der roten Steine' Scenic Spot vorbei bis ans Ende des Parks, von wo die Wege zu 'Macaque Valley', 'Quanpu Valley' und 'Tanpu Valley' abgehen.
Zurück im 'Tal der roten Steine' suchen wir dort schon mal dem Einstieg zum Klamm Weg und fahren anschliessend mit dem nächsten Bus hoch zum Parkplatz am Xiying Pass von wo der Aufstieg zum Zhuyu Gipfel beginnt, den wir uns für übermorgen schon mal vormerken. Die Strasse hier hoch kann man schon als Meisterstück der Tunnelbaukunst bezeichnen.

Auf unseren Reisen haben wir bisher ähnliches noch nicht gesehen. Die Strasse wurde an und in eine senkrechte Felswand gebaut,

die Serpentinen befinden sich grossteils mitten in den 14 Tunneln und überwindet so knapp 1000 Hm. Droben dann ein grosser Busparkplatz, die Kartenkontrolle und der Einstieg für den Weg zum Gipfel der weitere 1667 Stufen enthalten soll.
Wir fahren mit dem Bus wieder bergab, steigen nochmals um und fahren dann den letzten Scenic Spot hier an, den Wanshan Tempel, der Übermorgen das Tal-Ziel unserer Wanderung sein soll. Mit dem Bus zurück zur zentralen Busstation und auf dem Weg zum Hotel noch ein kleines Abendessen.

Ho(s)tel: Huixin Hotel in Yuntai Shan Scenic Area

Im Wasserpark

19.07.2012
Tagesziel: Yuntai Shan Bus Km 20, 8 Std Parkbesichtigung
Wetter: sonnig, >30°

Von Yuntai Shan sagt man nach 3 Schritten sieht man eine Quelle, nach 5 Schritten einen Wasserfall und nach 10 Schritten einen Teich und das wollen wir heute nachprüfen.
Wir kaufen unsere Eintrittskarten (RMB 210) die zwar für 2 Tage gültig sind, mit denen jede der derzeit 4 Scenic Areas (eine fünfte ist noch im Bau) aber nur 1mal besucht werden darf und fahren mit dem Shuttle-Bus bis ans Ende des Parks zur Xiao Zhai Gou Scenic Area, von der die drei Täler 'Macaque Valley', 'Quanpu Valley' und 'Tanpu Valley' sternförmig abgehen. Hier ist auch die erste Eintrittskartenkontrolle wo wir unsere Fingerabdrücke speichern lassen müssen.
Wir beginnen unseren Besuch mit dem 1 km langen 'Macaque Valley', dem Tal der Affen. An einigen kleinen Wasserfällen und Teichen entlang geht es leicht bergauf,

an einigen Affengehegen vorbei (Rettungsstationen) bis wir die 'Show-Bühne' erreichen auf der zu jeder vollen Stunde eine 30-minütige Affendressurshow gezeigt wird. Neben militärischen Drillübungen, dürfen die Affen sich auch mal einen Stein auf den Kopf legen,

Basketball spielen und ihre zwei Kollegen in einer Kutsche ziehen.

Zurück an Ausgangspunkt dieser Scenic Area sehen wir 30 Minuten lang einer Tai Chi Demonstration zu,

bevor wir dann das 2km lange 'Quanpu Valley' entlangwandern. Für uns das wasserreichste der drei Täler,

der Y-Wasserfall

der Y-Wasserfall

mit wirklich unzähligen Wasserfällen und Teichen, das dann plötzlich an dieser über 1000m hohen, nahezu senkrechten Steilwand endet.

Also den ganzen Weg wieder zurück zum Ausgangspunkt und nun in das 3 km lange 'Tanpu Valley' eingebogen. Neben den ersten wilden Affen hier in diesem Gebiet finden wir diese Libellen,

wieder viele Teiche und kleinere Wasserfälle,

und zur Krönung des ganzen den 'Grossen Wasserfall',

mit 315m der höchste Wasserfall Chinas und der zweithöchste Asiens.
Wir gehen nun zum dritten mal zurück zum Ausgangspunkt, verlassen diese Scenic Area und fahren mit dem Bus bergab zum 'Tal der roten Steine', der nächsten Scenic Area hier.
Nach Karten- und Fingerabdruckkontrolle dürfen auch wir diese enge Schlucht besichtigen, durchwandern.

Man steigt hier erst mal 68m in eine Klamm hinab, geht dann entlang der Felswand bis zum Wasserspiegel, findet dabei sehr schöne Auswaschungen und diese natürlichen Brücken.

Immer schön in der Touristen-Schlange die Felswand entlang

findet man dann in einer Felsnische diesen riesigen Tropfstein,

der in allen denkbaren Farben angestrahlt wird. Der Weg führt nun in einem Treppenhaus steil bergauf zu den grösseren

und kleineren Wasserfällen,

die diese Klamm speisen.
Irgendwann wird dann das Strassenniveau wieder erreicht, ein Bus der uns zurück zur zentralen Busstation bringt, wartet schon. Wir gönnen uns heute Abend noch einen gegrillten Wels, bevor wir zum Hotel zurückkehren.

Ho(s)tel: Huixin Hotel in Yuntai Shan Scenic Area

Auf und Nieder, ...

20.07.2012
Tagesziel: Jiaozuo Bus Km 20, 4 Std. Wanderung mit Aufstieg 250Hm und Abstieg 1000Hm, Taxi Km 40, Bus Km 20, 3 1/2 Std. Stadtbesichtigung
Wetter: sonnig, >30°

Für Heute haben wir uns noch die Erkundung des Zhuyu Gipfels mit anschliessendem Abstieg ins Tal vorgenommen. Dazu fahren wir erst einmal mit dem Shuttlebus zur Fingerabdruckkontrolle am Xiying Pass und mischen uns dann unter all die Buntkappen die sich vorerst vor den 1667 Stufen zum Zhuyu Gipfel noch nicht erschrecken lassen. Der Weg führt vorbei an der Yaowang(= Medizin) Dong (=Höhle)

in der im 6. Jh. Sun Simiao, ein Heilkräuterkundiger Mönch, auch als König der Medizin bekannt, gelebt haben soll, der viele seiner Zeitgenossen geheilt hat und selbst 140 Jahre alt wurde. Weiter den Weg entlang, wir können schon die Tempel droben am Gipfel sehen,

wird der Weg plötzlich schmäler und es geht im Treppenhaus steil nach oben. Für uns beginnt nun ein Slalom-lauf um all die hochhackigen, kurzatmigen oder sich einfach mitten-auf-der-Treppe-ausruhen-müssenden. Wir haben nach einer Stunde Gehzeit den Gipfel erreicht,

schauen uns noch kurz die schön renovierte Tempelanlage an

und machen uns dann sofort wieder an den Abstieg duch ein noch schmaleres, noch steileres Treppenhaus.
Hier lernen wir, dass man, falls die Treppe zu steil erscheint, oder die Schuhe doch etwas zu ungeeignet für diesen Weg sind, notfalls auch auf dem Hintern die Stufen hinunterrutschen kann !!??!!. Wir sind eigentlich froh, wieder etwas ebeneres Gelände zu erreichen, denn hier trennen sich die Wege. Die Buntkappen kehren zum Bus zurück und wir machen uns auf einsamen Wegen zum Phoenix Hill, an dem sich der Abstieg über fast 5000 Stufen ins Tal hinunter zum Wanshan Tempel befindet. Vorbei am der Wentao Pagode

führt uns der Weg zu diesen Felswänden

und von nun an ging es nur noch bergab.
Das Treppenhaus wurde praktisch an die Steilwand hin betoniert

leider gelingt es nicht ganz die Steilheit der Stufen hier einzufangen

leider gelingt es nicht ganz die Steilheit der Stufen hier einzufangen

und von kleineren Podesten und Serpentinen abgesehen praktisch fast nur noch in der Falllinie. Auf 3km Weg in 90 Minuten eben über 800Hm abwärts. Unten angekommen schauen wir uns noch kurz den Wanshan Tempel an,

bevor wir mit dem Shuttle-Bus zurück zur zentralen Busstation fahren, wo wir von unserem Taxifahrer von vorgestern schon erwartet werden. Unser Hotelwirt hat ihn über unsere Wander-und Rückreise Pläne informiert und da er sowieso schon 'in der Nähe' war, hat er eben dort auf uns gewartet. Auch gut, im Hotel unser Gepäck abgeholt, nach Jiaozuo zum Busbahnhof gefahren und dort in unmittelbarer Nähe ein Hotel für die kommende Nacht bezogen, denn morgen früh geht unser Bus bereits um 6:50.
Der Rest des Tages ist schnell erzählt: wir kaufen uns noch die Tickets für den morgigen Bus, fahren mit einem Stadtbus bis zur Innenstadt, bummeln dort eine Weile durch die Einkaufspassagen, denn mehr gibt es hier nicht zu sehen, mit dem Stadtbus wieder zurück zum Hotel und noch eine Weile vor dem PC.

Ho(s)tel: Xin Long Yuan Hotel in Jiaozuo

© Anja & Wolfgang, 2012
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Diesmal ohne WoMo, dafür ca. 120 Tage lang mit Bahn, Bus und Rucksack von Ho(s)tel zu Ho(s)tel quer durch die Mitte Chinas. Wie immer freuen wir uns über alle virtuell Mitreisenden - und Gästebucheinträge sind natürlich herzlichst willkommen.
Details:
Aufbruch: 10.04.2012
Dauer: 4 Monate
Heimkehr: 10.08.2012
Reiseziele: Deutschland
Vereinigte Arabische Emirate
China
Der Autor
 
Anja & Wolfgang berichtet seit 9 Jahren auf umdiewelt.