Tempeltour Japan

Japan-Reisebericht  |  Reisezeit: Oktober 2010  |  von Adi Meyerhofer

Kobe

Geschichte

Kobe ist eine Großstadt in Japan auf der Insel Honshu. Die am 1. April 1889 gegründete Stadt ist Sitz der Präfekturverwaltung der Präfektur Hyogo und hat einen der größten Seehäfen Japans. Die moderne, internationale Stadt bildet mit Osaka und Kioto und kleineren Städten das Herz derKansai -Gegend.

Vor der Ostküste Japans treffen drei Kontinentalplatten (Eurasische Platte, Philippinische Platte und Pazifische Platte) aufeinander. Wie in ganz Japan gibt es auch in der Gegend von Kobe mehrere seismisch aktive Verwerfungen. Nach etwa 600 Jahren relativer Ruhe im zentralen Gebiet von Kinki ereignete sich am 17. Januar 1995 um 5:46 Uhr Ortszeit ein Erdbeben der Stärke 7,2 der Richterskala. Weil das Beben neben der Stadt Kobe auch die Hanshin-Region betraf, wird es auch das große Hanshin-Erdbeben genannt. Von den verheerenden Schäden des Erbebens mit seinen 6400 Toten ist absolut nichts mehr zu sehen, aber wir sind ja hier auch in Japan und nicht in Italien.

Nach Kobe bin ich gefahren, weil man mir mitgeteilt hatte, daß sich in der Bibliothek der dortigen OAG einige seltener Werke Hermann Bohners befinden sollten. Zwar hatte mich die japanische Frau des deutschen Professors der die dortige Außenstelle (mit) leitet sehr herzlich eingeladen, nachdem ich aber einige Tage in Nara mit seinen Tempeln verbummelt hatte, kam ich erst Samstag an. Obwohl mir damit wohl eine einmalige Chance entgangen ist, wollte ich am Wochenende nun doch nicht stören und habe mich mit einem Besuch von Bohners Grab, dem Arboretum, Chinatown und dem städtischen Literaturmuseum beschränkt.

Das gesuchte Buch ("Kind in Kobeb) fand sich dort leider nicht.

Das Tempo einer japanischen Reisegruppe (sechs Länder in sieben Tagen) werde ich nie erreichen ... Nun rief der Berg.

Eintrittskarte zum "Arboretum" -- ich konnte also auf dem Weg zum Ausländerfreidehof meinem Botanik-Tick ausgiebig frönen.

Eintrittskarte zum "Arboretum" -- ich konnte also auf dem Weg zum Ausländerfreidehof meinem Botanik-Tick ausgiebig frönen.

Ausländerfriedhof

Wenn man will, kann man den Ausländerfriedhof von Kōbe (Gajin bochi) als klassisches Beispiel für die latente Ausländerfeindlichkeit der Japaner werten. Zum einen liegt er, landschaftlich wunderschön, fernab der Stadt (8 km und 470 Höhenmeter hoch am Hang) des Futabiyama (Teil des Rokko-Massivs, mit seinen drei Gipfeln), zum anderen ist er - so steht's am englischen Stadtplan - "secret." Konkret heißt das nicht nur, daß nur im Sommer an Wochenenden einmal stündlich ein Bus geht, sondern, daß man, so man den für japanische Verhältnisse miserabel ausgeschilderten Eingang gefunden hat, nicht einfach hinein kann. Nein, der Friedhof ist nur für "trauernde Angehörige" Montag bis Samstag von 9-16 Uhr zugänglich. Nachdem man am Tor geklingelt hat kommt ein Gärtner und führt einen zum gewünschten Grab. Bevor man wieder hinaus darf, muß man im Gästebuch Namen, Verwandschaftsgrad und Konfession eintragen!

Hermann Bohners wohlgepflegtes Grab 2010.

Hermann Bohners wohlgepflegtes Grab 2010.

© Adi Meyerhofer, 2013
Du bist hier : Startseite Asien Japan Japan-Reisebericht
Die Reise
 
Worum geht's?:
Zentraljapan (Kansai-Region), mit Schwerpunkt Tempel und Geschichte in Nara und Kioto. Mit Abstechern nach Kobe, Arima-Onsen (Kurort mit heißen Quellen), An- und Abreise von Tokio. [Leider unterstützt der Server des Betreibers kein UTF-8, die korrekte Darstellung des langen japanischen Vokals ist daher leider nicht möglich!]
Details:
Aufbruch: 10.10.2010
Dauer: 15 Tage
Heimkehr: 24.10.2010
Reiseziele: Japan
Der Autor
 
Adi Meyerhofer berichtet seit 5 Jahren auf umdiewelt.