Tempeltour Japan

Japan-Reisebericht  |  Reisezeit: Oktober 2010  |  von Adi Meyerhofer

Arima-Onsen

Ein Onsen ist nichts anderes als ein Ort mit (meist) heißen (Mineral-)Quellen, die es in Japan wegen der vulkanischen Aktivität zu Hauf gibt. In der Regel gib es dort Quellen, die wie ein öffentliches Bad (sento) allgemein zugänglich sind.

Heutzutage wird dabei meist eine Dampfkabine/Sauna und verschiedene Becken mit Blasen usw. geboten. Also ähnlich einem besseren deutschen Hallenbad (das es so in Japan nicht gibt), nur im Kleinen. An solchen Orten gehören dann auch Hotels dazu, die 1-2 Tage Reisen für gestreßte Japaner (meist in Gruppen; all inclusive) verkaufen und die ihre eigenen luxuriös ausgestatteten Badelandschaften bieten. Dazu gehört dann auch dann das unvermeidliche Besäufnis mit warmen Sake (Reiswein mit ca. 13-15% Alk). Das Fläschchen darf dann schon mal im Becken treiben, damit es warm bleibt.

Warmer Wein im Bade  -- hier die Gaijin-Variante im trauten Heim (Tokyo, 1989). Solche Sitzbadewannen wurden in den 1970ern Standard. Links ein Gas-Durchlauferhitzer, man duscht und seift sich vorher außerhalb. Das Wasser bleibt für die ganze Familie warm und wird nur alle paar Tage gewechselt. (Die volle Wanne dient auch als Notfall-Trinkwasservorrat, sollte nach Erdbeben die Versorgung zusammenbrechen.)

Warmer Wein im Bade -- hier die Gaijin-Variante im trauten Heim (Tokyo, 1989). Solche Sitzbadewannen wurden in den 1970ern Standard. Links ein Gas-Durchlauferhitzer, man duscht und seift sich vorher außerhalb. Das Wasser bleibt für die ganze Familie warm und wird nur alle paar Tage gewechselt. (Die volle Wanne dient auch als Notfall-Trinkwasservorrat, sollte nach Erdbeben die Versorgung zusammenbrechen.)

Bekannt sind auch die heilsamen Schwefelquellen an den Hängen des Fuji (bitte nicht Fujiyama!). Dort kann man sich dann auch Eier hartkochen, die dann den sprichwörtlichen Geruch von faulen Eiern haben -- Ein wirklich gelungenes Mitbringsel.

Kurz ein Wort zum Mitbringsel, japanisch O-miyage. Es ist - auch bei einer noch so kurzen Reise - eine unumgängliche Verpflichtung Verwandten, Bekannten und Kollegen ein kleines Geschenk mitzubringen. Dies zur Entschuldigung, daß man sich auf einer Reise "vergnügt" hat. An jedem Ort (und in jedem Tempel) gibt es entsprechende Stände oder Geschäfte, die entsprechende "lokale" Spezialitäten (die sich von Ort zu Ort kaum unterscheiden), wie getrocknete Fische, Sembe (Reis-Plätzchen), gefüllte Moji-Reiskuchen und den üblichen Touristenkitch anbieten.

O-miyage-Geschäft (Arima-Onsen).

O-miyage-Geschäft (Arima-Onsen).

Der Ort Arima Onsen befindet sich hinter dem Rücken des Rokko-Massivs auf etwa 500 Höhenmetern. Der Ort war das Lieblingsbad der Frau von Toyotomi Hideyoshi (zweiter Reichseiniger, 1537-98), an den auch ein Denkmal erinnert. In der Ortsmitte gibt es noch sein Fußbad, wo man sich in 43° C heißer brauner Brühe seine Sohlen kochen lassen kann. Eine kühle Quelle in einem kleinen Park ist von Natur aus mit Kohlensäure angereichert und wirklich lecker. Am Ortsrand findet sich auch noch der Zuiho-ji-Park, in dem es ungewöhnlich viele Pilze gab, die in Japan wildwachsend nicht zum Essen gesammelt werden.

Arima-Onsen: Wie betoniere ich einen Fluß richtig zu?

Arima-Onsen: Wie betoniere ich einen Fluß richtig zu?

Museen

Sehenswert ist der an sich verschlafene Ort wegen seiner Museen, zum einen das für moderne Photographie (schöner neuer Bau, drin war ich nicht), dann das über vier Stockwerke vertzeilte "Automata- und Spielzeugmuseum," wobei das oberste Stockwerk voll mit deutschem Blechspielzeug von vor 1950 ist und auch einige Roboter-Puppen aus der Edo-Zeit zu sehen sind (die 900 Yen Eintritt waren gut angelegt.)

Etwas versteckt am Hang war das "Philatelistische Nationalmuseum" (500 Yen; Philatelic Culture Museum), in einem traditionellen einstöckigen Haus (mit alten Briefkästen davor). Seine Schuhe zieht man am Eingang aus, im wesentlichen gibt es zwei große Räume, einen mit allgemeiner (internationaler) Postgeschichte und einen in dem sämtliche jemals ausgegebenen japanischen Briefmarken zu sehen sind. Das ist für Sammler insofern interessant, da von den Ausgaben des 19. Jhdts zahlreiche Fälschungen existieren. Amüsant fand ich, daß der einzige andere Besucher -- ein Japaner -- zu mir herkam als ich mir die erste Marke der Welt, die englische 1 Penny von 1840 ansah, und mich auf japanisch darauf hinwies, daß dies die erste Marke der Welt gewesen sei, wobei seine Körpersprache zeigen sollte WIE toll das wäre. Als ich ihm mit "shiteru" antwortete ("ich weiß"), ging er ganz bestürzt zur Kassiererin und sagte etwas von der Art "Mensch, der gaijin kann auch noch japanisch!?"

© Adi Meyerhofer, 2013
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Zentraljapan (Kansai-Region), mit Schwerpunkt Tempel und Geschichte in Nara und Kioto. Mit Abstechern nach Kobe, Arima-Onsen (Kurort mit heißen Quellen), An- und Abreise von Tokio. [Leider unterstützt der Server des Betreibers kein UTF-8, die korrekte Darstellung des langen japanischen Vokals ist daher leider nicht möglich!]
Details:
Aufbruch: 10.10.2010
Dauer: 15 Tage
Heimkehr: 24.10.2010
Reiseziele: Japan
Der Autor
 
Adi Meyerhofer berichtet seit 5 Jahren auf umdiewelt.