Katja und Joerg around the world

Indonesien-Reisebericht  |  Reisezeit: November 2008 - April 2010  |  von Katja und Joerg Fockenberg

Indonesien II (Sulawesi, Lombok, Bali)

Hallo Zusammen,

hier nun der zweite Teil unseres Indonesienabenteuers. Nach dem Hochland sind wir nach Zentralsulawesi aufgebrochen. Um unser naechstes Ziel, die Togean Islands, zu erreichen, haben wir zwei Tage ohne wesentliche Attraktionen im Auto verbracht. Erster Zwischenstop war ein grosser und bis zu 700 m tiefer See (Poso Lake) in Pendolo. Die zweite Nacht verbrachten wir in Ampana am Faehranleger. Zentralsulawesi ist wesentlich aermer als die anderen Regionen, die wir bisher besuchten. Vor sechs Jahren gab es in dieser Region Ausschreitungen zwischen Christen und Moslems. Dies hat Fortschritt verhindert und die Touristen lange ferngehalten. Mit dem Erreichen Ampanas waren wir endlich wieder Guide- und Fahrerlos unterwegs. Wir reisen von nun an wieder so, wie wir es gewohnt sind.

Die Fahrt auf die Togean Islands war ein Abenteuer fuer sich. Um neun waren wir auf dem Boot (ein sehr alter Kahn), um einen Sitzplatz zu ergattern. Diesen mussten wir dann auch bis zum Ablegen um elf verteidigen. Das Boot wurde voller und voller und diverse Waren fuer die Inseln wurden vom Pferdekarren (eines der Haupttransportmittel der Region) aufs Boot gehievt. Die vierstuendige Fahrt endete in Wakai. Nach der Haelfte der Fahrt ging es Joerg zusehends schlechter. Er bekam Fieber und fuehlte sich total schlapp. Die naechsten Tage verbrachte er mit den Folgen einer Lebensmittelvergiftung im Bett, gluecklicherweise war ein Arzt aus Italien unser Nachbar und kuemmerte sich um ihn.

Kadadiri, die Insel, auf der wir fuenf Tage verbrachten, ist eine kleine Insel mit zwei Resorts. Wir waren im Kadadiri Paradise. Hier sind die Bungalows schoener, dafuer dass Personal sehr unfreundlich. Im Black Marlin nebenan, das leider ausgebucht war, laesst es sich besser entspannen. Wir haben auf Kadadiri sehr viele nette Leute kennengelernt. Die meisten davon kamen aus Spanien. Auf Sulawesi sind Spanier eindeutig in der Ueberzahl. Wir haben bisher in keinem unserer Reislaender so viele getroffen. Nach Joergs Genesung beschaeftigten wir uns mit unserem ueblichen Inselprogramm: Schwimmen, Faulenzen, Lesen, Schnorcheln,....

Abreisen mussten wir leider eher als geplant, da unser Reiseveranstalter mal wieder gepennt hat. Die geplante Faehre fuhr drei Tage spaeter und wir mussten ein Boot chartern, um weiterzukommen. Dadurch konnten wir eine 1 1/2 Tage lange Bootsodysee vermeiden. Zum Glueck konnten wir uns das Boot mit Joergs Doktor Carlo und seiner Frau teilen. Doof war, dass wir dadurch drei Tage in einem Ort mit zwei touristischen Attraktionen verbringen mussten und sehr intensive Ramadhanerfahrungen machen mussten.

In Gorontalo leben zu 90 % Muslime und es ist die letzte islamische Bastion im eher christlich gepraegten Norden Sulawesis. Zu allem Ueberfluss hat, waehrend wir auf den Togeans waren, der muslimische Fastenmonat Ramadhan angefangen. In Deutschland hatten wir damit, trotz des hohen Anteils an tuerkischen Mitbuergern wenig Beruehrungspunkte. Das einzige Indiz fuer Ramadhan waren Schlangen vor tuerkischen Baeckereien am spaeten Abend. In Indonesien wurde dieser Kontakt um einiges intensiviert. Wir wurden permanent (auch nachts!) von fuenf Moscheen ueber Lautsprecher beschallt und bekamen tagsueber nirgendwo etwas zu essen. Die Einwohner waren etwas seltsam. Jeder hielt in seiner Taetigkeit inne, wenn wir vorbeikamen und bruellte uns ein "Hello Mister" entgegen. Antworten hierauf wurden von uns nicht erwartet. Wir haben viel Zeit im Internet verbracht und unseren Sulawesibericht Teil I fertiggestellt. Ansonsten besuchten wir noch eine alte Festung der Portugiesen. Den Wasserfall (die zweite Attraktion) konnten wir uns leider nicht ansehen, da er in der Trockenzeit nur ein Schatten seiner selbst ist.

Wir waren sehr froh, nach drei Naechten in Gorontalo, den Flieger nach Makassar besteigen zu koennen. Dort angekommen wurden wir von unserem Reiseveranstalter abgeholt und zur Wiedergutmachung richtig verwoehnt. Wir waren im besten Hotel der Stadt auf der Sunsetterasse essen und haben abends noch eine besondere regionale Spezialitaet bei ihm zu Hause probieren koennen.

Am naechsten Morgen sind wir zurueck nach Bali geflogen. Dort bekamen wir gluecklicherweise einen guenstigen Weiterflug (25 Minuten) nach Lombok und konnten dadurch eine 5-stuendige Bootsfahrt vermeiden. Unser erstes Ziel auf Lombok war Senggigi. Dieser Ort ist der am wenigsten muslimisch gepraegte Ort Lomboks. Wir haben uns im Rajas einquartiert. Raja heisst Koenig und so haben wir uns auch gefuehlt. Fuer ca. 11 EUR hatten wir einen riesigen Bungalow mit netter Terasse und tollem Aussenbad. Zum Glueck konnten wir uns direkt zu einer Tour auf den Rinjani- Vulkan anmelden, die am naechsten Morgen um fuenf Uhr los ging. Wir haben den Sonnenuntergang am Meer genossen und ausserordentlich gut gegessen. Leider mussten wir abends feststellen, dass unser Hotel direkt zwischen zwei Moscheen liegt, die sich die ganze Nacht ein Wettbeten geliefert haben. Aus alten und scheppernden Lautsprechern wurde aus dem Koran vorgelesen und gesungen. Sorgt nicht gerade fuer einen angenehmen Schlaf!

Reichlich verpennt wurden wir um fuenf abgeholt und zum Ausgangspunkt unserer Wanderung gefahren. Nach einem schnellen Fruehstueck begann der Aufstieg. Es galt 2.000 Hoehenmeter zu ueberwinden, um anschliessend auf 2.600 Metern am Rande des Vulkankraters zu zelten. Der Rinjani ist 3.700 Meter hoch und kann theoretisch in einer fuenf Tage langen Wanderung bestiegen werden. Momentan ist dies nicht moeglich, da der Vulkan im Kratersee im Mai ausgebrochen ist. Der Aufstieg war sehr anstrengend und wir haben uns lange gefragt warum wir uns das eigentlich antun. Wir stiegen permanent auf, und das Wetter wurde zusehends schlechter. Als wir schliesslich ueber den Wolken waren, wurden wir fuer unsere Muehen mehr als entschaedigt. Sonne, die Wolken unter uns und eine unvergessliche Aussicht auf den Gipfel des Berges, den Kratersee und den aktiven Vulkanschlot. Wir waren ueberwaeltigt und haben erstmal eine Stunde die Umgebung auf uns wirken lassen. Abends haben wir direkt mit Aussicht auf den Vulkan und die gluehende Lava gegessen und spaeter auch geschlafen.

Die Nacht war recht schattig (ca. 5 Grad). Zum Sonnenaufgang aufgestanden, genossen wir die wolkenfreie Aussicht auf Lombok und stiegen anschliessend 3 1/2 Stunden ab. Anfangs war das sehr angenehm, die letzten anderthalb Stunden hofften wir nur noch, dass der Weg bald endet. Die vom Vortag noch laedierten Muskeln wollten nicht mehr und erste Blasen machten sich bemerkbar. Unsere Fuesse sind schon seit laengerem keine Schuhe mehr gewohnt! Genug gejammert! Es war eine unvergessliche Tour und die Muehen definitiv wert. Den Abend verbrachten wir dann wieder in Senggigi. Da wir totmuede waren, konnten uns auch die Moscheen nicht vom Schlaf abhalten.

Eigentlich wollten wir uns fuer die naechsten Tage ein Auto mieten und Lombok erkunden. Da aber immer noch Ramadhan ist und die anderen Regionen Lomboks noch muslimischer sind, haben wir auf Plan B zurueck gegriffen. Wir fuhren am naechsten Morgen zum Faehranleger und von dort auf Gili Meno. Die Gili Inseln (Meno, Trawangan und Air) liegen direkt vor der Kueste Lomboks und sind der Touristenmagnet schlechthin. Meno ist die kleinste und ruhigste der drei Inseln. Die Ueberfahrt war kurz, hatte es aber in sich. Wir fuhren mit einem lokalen Slowboot. Der Kahn war hoffnungslos ueberladen, und aufgrund des starken Seegangs zweifelten wir das ein oder andere Mal, ob wir tatsaechlich auf Meno ankommen. Zum Glueck sind wir nur nass geworden und nicht abgesoffen.

Wir suchten uns einen ruhigen Platz und haben mit dem Biru Meno den perfekten Ort gefunden. Sehr relaxte Atmosphaere, Ruhe und nachts nur das Rauschen des Meeres. Genau der richtige Ort, um unseren mittlerweile sehr ausgewachsenen Muskelkater vom Bergsteigen zu pflegen und endlich mal wieder durchzuschlafen. Wir hatten schon mit den drei Stufen zu unserem Bungalow sehr zu kaempfen und haben uns zweimal ueberlegt, ob wir alles haben, bevor wir zum Strand gingen, um bloss nicht noch einmal umkehren zu muessen. Der Strand war sehr schoen, das Wasser kristallklar. Am zweiten Tag waren wir sogar wieder in der Lage, die Insel zu Fuss nahezu zu Umrunden. Wir sind zwar wie auf Eiern gelaufen, aber die Bewegung tat uns gut. Ansonsten haben wir gelesen und nicht viel Spektakulaeres unternommen.

Nach drei Tagen fuhren wir zurueck zum Flughafen und flogen wieder nach Bali. Dort geht es mittlerweile beschaulicher zu, als noch vor einem Monat. Die Australier sind weg und in Europa hat die Schule wieder angefangen. Fuer die Australier ist Bali das, was fuer Deutsche und Englaender die Balearen sind. Waehrend ihrer Ferienmonate sind sie auf Bali klar in der Ueberzahl. Das etwas ruhigere Bali gefiel uns schon viel besser. Wir haben die Vorzuege dieser sehr touristisch gepraegten Insel genossen: schnelle Internetverbindungen, gutes Essen, Service, Freundlichkeit, leckeren Kaffee und eine einstuendige Ganzkoerpermassage. Alles Dinge, die man beim Reisen nicht permanent braucht. Aber nach einem Monat abseits davon und neun Monaten unterwegs tat es einfach nur gut.

Den Tag darauf haben wir Bali etwas erkundet. Wir besichtigten verschiedene Tempel bzw. Tempelanlagen. Einer koeniglich, einer in einem See in den Bergen gelegen, einer der von 500 heiligen Affen bewohnt wird und ein weiterer, der direkt am Meer liegt. Dies war zwar nur ein kurzer Ueberblick, dennoch sehr beeindruckend.

Insgesamt erscheint ganz Bali wie ein grosser Tempel. Bali ist der einzige Ort auf der Welt (außerhalb Indiens und Nepals) mit bodenstaendiger hinduistischer Bevoelkerung und gleichzeitig die einzige hinduistische Insel Indonesiens. Die meisten Balinesen (92 %) bekennen sich zur Hindu-Dharma-Religion, der balinesischen Glaubensform des Hinduismus. Einzug hielt der Hinduismus in Bali im 8. bis 9. Jahrhundert. Der hinduistische Glauben ist allgegenwaertig. Vor jedem Geschaeft, Haus und sogar auf Reisfeldern werden taeglich Opferschaelchen deponiert, um die Geister gnaedig zu stimmen. Haeuser haben diverse Schreine und Statuen hinduistischer Goetter im Vorgarten. Selbst Tankstellen sehen aehnlich aus, und jedes Dorf hat diverse Tempel fuer verschiedene Anlaesse.

Ansonsten quillt Bali ueber vor Geschaeften, Hotels und Restaurants. Die Auswahl an Dekoartikel, Moebeln, Schmuck und Kleidung ist unueberschaubar. Markenartikel und Faelschungen werden teilweise Tuer an Tuer verkauft. Weiterhin im Gedaechtnis bleiben wird uns der Verkehr. Tausende von Rollern bevoelkern die Strassen und Autos sind eher in der Unterzahl. Dies liegt nicht wie in vielen anderen asiatischen Laendern daran, dass die Einheimischen sich keine Autos leisten koennen. Hier ist eher der Mangel an Parkplaetzen schuld. Jeder freie Fleck ist oder wird zugebaut.

Abends hat Joerg sich noch eine Spezialitaet aus der Heimat gegoennt. Wie schon bei unserer Ankunft auf Bali waren wir im Mamas (einem deutschen Restaurant) und es gab Currywurst mit Pommes. Grossartig und damit Joergs dritte Currywurst seit unserer Abreise aus Deutschland.

Am naechsten Tag sind wir zurueck nach Malaysia geflogen, wo wir noch ein paar Tage auf Penang verbringen. Anschliessend fliegen wir nach Indien.

Ganz liebe Gruesse aus der Ferne!

Katja und Joerg

Abschied aus dem Torajaland

Abschied aus dem Torajaland

ZENTRALSULAWESI

Poso Lake, Pendolo

Poso Lake, Pendolo

Ampana

Ampana

BOOTSFAHRT AUF DIE TOGEANS

Gemuetlich, oder was?

Gemuetlich, oder was?

KADADIRI

Haus am See

Haus am See

GORONTALO

Besonders an der Stadt sind die vielen Kolonialgebaeude.

Besonders an der Stadt sind die vielen Kolonialgebaeude.

Da weiss man gar nicht, welches dieser fabenfrohen Sofas man zuerst ausprobieren moechte.

Da weiss man gar nicht, welches dieser fabenfrohen Sofas man zuerst ausprobieren moechte.

Ausser den Tuk Tuks gab es noch Kutschen und sogar ein paar Autos.

Ausser den Tuk Tuks gab es noch Kutschen und sogar ein paar Autos.

Lecker Frosch!

Lecker Frosch!

PORTUGIESISCHES FORT

LOMBOK

Senggigi Beach

Senggigi Beach

RINJANI WANDERUNG

Kalt wars.

Kalt wars.

...und nebelig so inmitten der Wolken!

...und nebelig so inmitten der Wolken!

...ueber den Wolken!

...ueber den Wolken!

Der Vulkan!

Der Vulkan!

Unser Camp auf 2.600 Metern.

Unser Camp auf 2.600 Metern.

Lava in der Nacht.

Lava in der Nacht.

In der Ferne sieht man Balis hoechsten Berg.

In der Ferne sieht man Balis hoechsten Berg.

Ein letzter Blick vorm Abstieg.

Ein letzter Blick vorm Abstieg.

Unsere Freilufttoilette in Senggigi.

Unsere Freilufttoilette in Senggigi.

GILI MENO

Die Ueberfahrt.

Die Ueberfahrt.

Sehr entspannt! So kann man es gut aushalten.

Sehr entspannt! So kann man es gut aushalten.

Ein verruecktes Huhn.

Ein verruecktes Huhn.

Vom Strand aus konnten wir einmal den Rinjani sehen. Ansonsten befand er sich in den Wolken. Wir hatten also Glueck beim Aufstieg.

Vom Strand aus konnten wir einmal den Rinjani sehen. Ansonsten befand er sich in den Wolken. Wir hatten also Glueck beim Aufstieg.

BALI

TAMAN AYUN, MENGWI

Diese kleinen Opferschalen findet man ueberall auf Bali

Diese kleinen Opferschalen findet man ueberall auf Bali

ULUN DANU BRATAN TEMPLE, BEDUGUL

PACUNG

ALAS KEDATON, DER AFFENTEMPEL

TANAH LOT

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Für ca. 17 Monate ist der Weg unser Ziel!!! Am 29.11. geht es mit einem RTW-Ticket einmal um die Welt. Gestartet wird in Suedafrika. Dann geht es weiter Namibia, Botswana...Rio de Janeiro,Argentinien, Feuerland, Chile, Peru, Ecuador.... Costa Rica, Mexiko,Hawaii,Neuseeland, Australien, Hongkong, Peking, RAWA, Indonesien, Indien, Nepal,andere Teile Südostasiens....
Details:
Aufbruch: 29.11.2008
Dauer: 17 Monate
Heimkehr: April 2010
Reiseziele: Südafrika
Namibia
Brasilien
Argentinien
Bolivien
Peru
Ecuador
Costa Rica
Mexiko
Vereinigte Staaten
Neuseeland
Samoa
Australien
Hongkong
China
Malaysia
Indonesien
Indien
Nepal
Thailand
Kambodscha
Philippinen
Vietnam
Bahrain
Laos
Der Autor
 
Katja und Joerg Fockenberg berichtet seit 11 Jahren auf umdiewelt.
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