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USA-Reisebericht  |  Reisezeit: September 2014 - September 2015  |  von Arno und Margit Darnhofer

Amerika: Modesto

Modesto - 16.05.2015

Arno ist ohne Probleme ist Vancouver angekommen und freut sich sehr auf ein paar gemeinsame Tage mit Schwester, Schwager und Nichte.

Am Samstag fahre ich mit Chuck auf ein Goldwing Treffen – Familientreffen der umliegenden Chapter – in das ca. 100 km entfernte Fairfield, wo wir eingeladen wurden uns vorzustellen bzw. von unserer bisherigen Reise zu erzählen. So, nun ist Arno abgefahren und ich kann das tun – zu meinem großen Glück habe ich Chuck, der mich sehr unterstützt und mir beim Zusammenstellen meines Vortrags geholfen hat. Gegen 7.00 Uhr geht es los, und um 8.30 Uhr ist der Treffpunkt – eine Goldwing Werkstatt – erreicht. Nach der Einschreibung gibt’s Kaffee und Donuts, bevor es um 9.15 Uhr zu einer kleinen Ausfahrt mit etwa 25 Wings los geht – eine wunderschöne Fahrt durch Berg und Tal, an einem See vorbei, doch leider gibt es keine Fotos, da ich ja selbst fahre, und nicht so talentiert bin wie der NavigatorUnterhalterFotografenKoch . Schade, aber es ist nun mal so, alles auf einmal geht bei mir nicht. Der Treffpunkt nach der Ausfahrt ist bei einer riesigen Zuckerl Fabrik - Jelly Belly - in Fairfield. Dort angekommen müssen wir erst mal 5 Geschicklichkeitsspiele mit machen, um viele Punkte für die Preise zu sammeln – ich hatte 58 und Chuck 42. Für diese Gutscheine gibt es Bons, welche wir für die einzelnen Preise aufteilen konnten, in der Hoffnung, dass wir auch gezogen werden. Leider nicht, aber auch kein Problem. Nach der Preisverleihung kam unser großer Auftritt. Erst erzählte Chuck wie er uns kennen gelernt hat, und die gemeinsame Zeit in Österreich, und dann war ich an der Reihe. Es ist schon nicht einfach in Deutsch vor ca. 100 Leuten zu reden, und dann erst recht nicht in Englisch. Aber, es hat wunderbar geklappt, und die Leute dürften mich auch verstanden haben, da mich dann doch einige zu unserer Reise befragt haben. Dann folgte noch ein kurzer Bericht der einzelnen Chairmänner („Clubchefs“), dann noch eine kurze Verabschiedung und um 14. 00 Uhr war die Sause vorbei. Ja, wieder mal eine Erfahrung der anderen Art und Weise. Für den Abend werden Chuck und ich bei seinem Sohn in San Francisco erwartet, da Sandy auch dort ist um bei der Geburtstagsfeier der fünf Jähringen Enkeltochter zu helfen. Somit suchen wir uns auf der Landkarte eine wunderschöne Tour mit vielen Bergen und Kurven – es ist traumhaft schön, die Sonne lacht vom Himmel, und wir beide haben sehr viel Spaß am Fahren. Wenn das so weiter geht werde ich noch eine richtige Liebehaberin der 1500 .

Gegen 18.00 Uhr fahren wir in Richtung Golden Gate Bridge. Da wir aus dem Norden kommen haben wir einen atemberaubenden Blick auf SF, den ich jedoch gar nicht so sehr genießen kann, da es auf der 8 spurigen (vier auf beiden Seiten) Straße stopp and go in Richtung Brücke geht. Auf der Brück selbst war es ein tolles Gefühl selbst mit dem Bike über diese zu fahren. Eine halbe Stunde später kommen wir an unseren heutigen Ziel an, da es in SF um einiges kälter ist als in der Umgebung.

Eigentlich möchten wir am Sonntag gegen 14.00 Uhr los fahren um nicht in den Abendverkehr zu kommen, aber wie es schon mal so ist, wird es 16.30 Uhr bis wir los kommen. Chuck hat die Route über San Jose gewählt, welche uns unter anderem auf den 1300m hohen Mt Hamilton führt, um dort oben ein Observatorium zu sehen. Diese Straße auf den Berg hinauf steht so machen Straßen in den heimischen Bergen um nichts nach – viele engen und steile Kurven. Oben angekommen genießen wir den umwerfenden Ausblick in der Abendsonne.

Lick Observatorium
ist ein astronomisches Observatorium, das von der University of California betrieben wird. Es befindet sich in einer Höhe von 1300 Metern auf dem Gipfel des Mount Hamilton, nahe der Stadt San Jose. Namensgeber für das Observatorium ist James Lick, ein US-amerikanischer Pianobauer und Großgrundbesitzer, aus dessen Nachlass der Bau finanziert wurde.
Auf dem Gipfel wurde 1888 der Great Lick Refractor installiert, das damals größte Linsenteleskop der Welt (1897 von der Yerkes-Sternwarte um 10 % übertroffen). Ausschlaggebend war der Standort, der mit 330 klaren Nächten im Jahr und einer sehr ruhigen Luft ohne Lichtverschmutzungen hervorragende Beobachtungsbedingungen bietet. Der Gipfel des Mount Hamilton liegt über dem Nebel, der sich oft über der Bucht von San Francisco bildet. Da sämtliche Baumaterialien für den Bau des Observatoriums mittels Pferden und Maultierkarren herangeschafft werden mussten, musste extra eine Straße zum Gelände gebaut werden. Damit die Steigung der Straße 6,5 % nicht überschreitet, windet sie sich in zahllosen Kehren (angeblich 360) auf den Gipfel. Der Bau des Observatoriums selbst erfolgte in den Jahren 1876 bis 1887. Im April 1888 wurde es der Universität von Kalifornien übergeben. Bei seiner Inbetriebnahme am 3. Januar 1888 war das Fernrohr mit 91 cm Öffnungsweite das weltweit größte mit Linsen arbeitende Teleskop. Neben dem historischen Refraktor wurden im Laufe der Zeit weitere Teleskope auf dem Gelände errichtet. Am 1. August 1969 gelang es dem Observatorium, mit einem Rubinlaser die bis dahin genaueste Entfernungsmessung zwischen Erde und Mond durchzuführen. Hierzu wurde der Strahl eines Pulslasers auf den von Apollo 11 am 20. Juli 1969 auf dem Mond platzierten Reflektor gerichtet. Die vom Reflektor zurückgeworfenen Lichtpulse konnten mit Hilfe des 304-cm-Teleskopes aufgefangen werden. Aus den Laufzeiten der Laserpulse konnte eine genaue Entfernungsbestimmung vorgenommen werden.

Da die Sonne bereits beginnt unter zu gehen und wir noch 150km Kurven vor uns haben, gestaltet sich der Besuch beim Observatorium sehr kurz. Weiter geht es über viele Kurven bergab und dann entlang in einem landschaftlich abwechslungsreichen Tal – vom Observatorium bis zum Ende des Canyons haben uns genau 5 Autos passiert – was für eine wunderschöne Tour. Die letzten 50km fahren wir bereits bei Dunkelheit auf der Autobahn nach Modesto, wo wir gegen 21.00 Uhr ankommen. Ich bin zwar sehr müde, möchte aber keine Kurve missen.

Sandy hat für ihre Enkelin eine wunderschöne Torte gebacken

Sandy hat für ihre Enkelin eine wunderschöne Torte gebacken

Auf dem Weg nach Fairfield

Auf dem Weg nach Fairfield

Die Sonne beginnt langsam zu verschwinden - ich könnte auch Sonnenuntergang sagen

Die Sonne beginnt langsam zu verschwinden - ich könnte auch Sonnenuntergang sagen

Blick auf das Observatorium

Blick auf das Observatorium

Ja, ich war auch da

Ja, ich war auch da

Blick ins Tag

Blick ins Tag

Das Finale - es ist soooo wunderschön

Das Finale - es ist soooo wunderschön

Arno Vancouver

Arno sitzt in der Zwischenzeit schon auf Nadeln, da es nun schon Mittwoch ist, das Boot seit Sonntag im Hafen liegt, und die Behörden es noch immer nicht für die Erledigung der Zollpapiere frei gegeben haben. Die Behörden müssen dabei nur bestätigen, das Motorrad und Hänger sauber sind und wir keine Erde oder Sonstiges ins Land „einschleppen“. Für ihn ist es eine große Hilfe bei seiner Familie zu sein, da somit durch wunderschöne Ausflüge und Spaziergänge am Strand etwas Abwechslung in seine Wartezeit kommt.

Wer ist da schon hundert bitte

Wer ist da schon hundert bitte

So kann man sich die Wartezeit auch versüßen

So kann man sich die Wartezeit auch versüßen

Arno an der Küste Vancouvers

Arno an der Küste Vancouvers

Da wurde wohl sehr "heimisch" gekocht

Da wurde wohl sehr "heimisch" gekocht

Der große Bruder mit seiner kleinen Schwester

Der große Bruder mit seiner kleinen Schwester

Modesto 21.05.2015

Von Montag bis Mittwoch ist das Wetter eher kühl in CA und somit kommen wir erst am Donnerstag wieder zu einer Ausfahrt. Wir fahren nach Copperopolis - einer alten Kupferstadt - welche an der State Route 4 liegt und als Historical Landmark – wie unser Weltkulturerbe – bezeichnet ist. Zur Zeit des Amerikanischen Bürgerkrieges von 1861-1865 erlebt die Stadt eine Hochblüte. Danach wurde die Miene geschlossen, jedoch vor dem ersten Weltkrieg wieder durch einen anderen Betreiber eröffnet, da im ersten und zweiten Weltkrieg wieder Kupfer für die Herstellung von Munition gebraucht wurde. In diesem Gesamtzeitraum der Schürfung von 1865 bis 1946 (vor der erneuten Schließung) wurden gesamt 35.000 t Kupfer im Gesamtwert von $ 12.000.000 geschürft. Chuck und ich besuchen den Saloon des Ortes, welcher noch im Originalstiel erhalten ist und in Bildern und Fotografien die Geschichte der Kupferschürfung erzählt. Die wunderschöne Bar ist aus Vollholz und mit tollen Schnitzereien versehen. Leider habe ich auch davon keine Bilder, da ich den Fotoapparat nicht aufgeladen habe - ich möchte an dieser Stelle nicht die Originalaussage von Arno zitieren, als ich ihm dies erzählt habe. Na ja, ich habe es von der heiteren Seite betrachtet, und möge uns nichts Schlimmeres als ein leerer Akku passieren . Nach Copperopolis geht es weiter in das 25km entfernte Angels Camp. Sie ist die einzige Stadt im Distrikt Calaveras County und eigentlich nur deshalb berühmt, da hier Mark Twain einige Jahre lebte und ein Buch mit Kurzgeschichten schrieb - „Der berühmte Springfrosch von Calaveras“ . Aus diesem Grund findet hier jährlich im Mai ein Weitsprungwettbewerb für Frösche statt – kein Spaß, purer Ernst. Es gibt hier sogar einen „Walk of Fame“ für Frösche. Auf dem Gehweg durch die Ortschaft ist der jährliche Gewinner (Frosch) mit Name, Sprungweite und Jahr auf einem Stein verewigt – echt lustig dort spazieren zu gehen. Ich möchte nicht wissen wie viele Frösche hier schon geküsst wurden mit dem heimlichen Wunsch nach einem Prinzen . Danach geht es zurück nach

Modesto
ist eine Stadt im Stanislaus County im US-Bundesstaat Kalifornien mit 350.000 Einwohnern und ist Sitz der County-Verwaltung. Das Stadtgebiet hat eine Größe von 93,1 km². Es ist der Herkunftsort von George Lucas, der hier seinen Film American Graffiti drehte. Auch Sonny Barger, Gründer der Hells Angels, wurde hier geboren.

Arno ist nun schon sehr unrelaxed, da schon Donnerstag ist, und er noch immer keine Nachricht vom Hafen hat. Am Freitag in der Früh erhält er den alles erlösenden Anruf und er fährt sofort zum Zoll um alle Papiere zu erledigen. Dies ist schnell und ohne Probleme erledigt. Doch leider hat man dort scheinbar vergessen die Freigabepapiere in den Hafen weiterzuleiten und die Uhr tickt, da um 16.00 Uhr Luke dicht gemacht wird. Dann hat die Frachtfirma welche den Container auf „neutralen“ Boden – raus aus dem Hafengebiet- bringen muss zu allem Überfluss keinen LKW frei, welcher diese Arbeit erledigen kann und somit heißt es für ihn – warten auf Montag 9.00 Uhr. Der Zorn und Unmut steht ihm bei unserem Skype Telefonat ins Gesicht geschrieben und er ist sehr sehr sauer. Doch plötzlich um 17.00 Uhr ein Anruf der Frachtfirma – ein LKW ist frei, und wenn er gleich kommt wird auf ihn gewartet, da eigentlich um 17.00 Uhr Dienstschluss ist. Wie es eben dann so ist gerät er mit dem Taxi aufgrund eines Unfalls in einen Stau und erreicht die Firma erst um 18.00 Uhr. Aber, Ende gut, alles Gut, gegen 19.30 Uhr erreicht er das Haus von Ika und strahlt bei unserem Gespräch über das ganze Gesicht. Seine Nacht gestaltet sich aus lauter Vorfreude kurz, und er fährt gegen 7.00 Uhr am Samstag los. Geplant sind zwei bis drei Tage Fahrzeit für die ca. 1500km von Vancouver nach Modesto.

Da es am Sonntagnachmittag so schön ist und Chuck mit anderen Dingen beschäftigt ist wage ich einen Solotripp mit der Wing. Arno findet das nicht so gut, da er mich laut Originalaussage an meinen nicht vorhandenen Orientierungssinn erinnert und daher befürchtet, dass ich weder aus der Stadt hinaus noch je wieder zurück finde. Nichts von Beidem – ich hatte eine wunderschöne Tour von 4 Stunden durch die Umgebung von Modesto, wo mich den ganzen Tag Plantagen von Pfirsichen, Kirschen und Nüssen und ein wolkenloser Himmel begleitet haben. Kaum zurück kommt Arno auch schon bei der Türe herein – das ist wirklich ein schöner Tag.

Da nach der Verschiffung der Wing ein paar Wartungsarbeiten zu tun sind und Arno nach zwei langen Tagen ein wenig Pause braucht (meine Aussage), wird der Sonntag zum Schraubertag erkoren, bevor es dann am Dienstag endlich wieder weiter geht in Richtung Süden nach Mexiko.

Doch ein bissal angespannt die letzten 5 Wochen

Doch ein bissal angespannt die letzten 5 Wochen

Aber jetzt wartet wieder die große weite Welt

Aber jetzt wartet wieder die große weite Welt

Pfirsiche so weit ich schau

Pfirsiche so weit ich schau

Ob vorne, ob hinten, immer Obst rund um mich

Ob vorne, ob hinten, immer Obst rund um mich

Das Beste kommt wie immer zum Schluss

Das Beste kommt wie immer zum Schluss

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Dieses mal soll uns unserer Reise ca. 7 Monate durch und um Australien führen. Danach verschiffen wir das Gespann nach San Franzisco wo es dann über Kalifornien nach Canada u Alaska weiter geht.
Details:
Aufbruch: 29.09.2014
Dauer: 12 Monate
Heimkehr: 29.09.2015
Reiseziele: Australien
Fidschi
Vereinigte Staaten
Kanada
Der Autor
 
Arno und Margit Darnhofer berichtet seit 11 Jahren auf umdiewelt.
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