Hawai'i und Moloka'i

USA-Reisebericht  |  Reisezeit: Mai 2016  |  von Ulrich Mattheus

Volcanoes National Park: Napau Trail

Auf dem Napau Trail sind kleine Pyramiden aus Lavablöcken als Wegmarkierung für Wanderer aufgestellt. Wenn man eine Pyramide erreicht hat, peilt man die nächste an und läuft in möglichst gerader Linie darauf zu. Eine zu grosse Abweichung von diesem Wanderweg kann fatale Folgen haben. Mann kann leicht in unter der harten Kruste gelegene Hohlräume einbrechen und sich schwer verletzen, denn die Lava besteht praktisch aus Glas!

Auf dem Napau Trail sind kleine Pyramiden aus Lavablöcken als Wegmarkierung für Wanderer aufgestellt. Wenn man eine Pyramide erreicht hat, peilt man die nächste an und läuft in möglichst gerader Linie darauf zu. Eine zu grosse Abweichung von diesem Wanderweg kann fatale Folgen haben. Mann kann leicht in unter der harten Kruste gelegene Hohlräume einbrechen und sich schwer verletzen, denn die Lava besteht praktisch aus Glas!

Im gesamten Volcanoes National Park befinden sich kürzere und längere Wanderwege, die für jeden Geschmack und jede Abenteurlust etwas zu bieten haben. Einer der längeren, sicher einer der spektakulärsten und doch relativ unbekannten Wanderwege ist der Napau Trail. Er ist 19km lang und führt in 1000 bis 1200 Metern Meereshöhe durch einen der wildesten Landstriche Hawai‘is.
Er beginnt am Parkplatz für den Trail zum Pu‘u Huluhulu („haariger Hügel“). Der Pu‘u Huluhulu bietet auf einem kurzen Spazierweg hervorragende Aussichten auf die Lavafelder eines Ausbruchs des Mauna Ulu aus dem Jahr 1974. Der Napau Trail führt über genau diese Lavafelder. Zunächst läuft man bequem am Waldrand entlang eines ausgedehnten und kaum bewachsenen Lavafeldes. Später entfernt sich der Weg vom Waldrand und man muss über pahohoe-Felder (Kissenlava) laufen. Tiefe Spalten in der erstarrten Lava, aus denen die Hitze des Erdinnern noch sehr intensiv zu spüren ist, müssen überquert werden. Steckt man während einer Rast eine Hand in die unterschiedlich breiten Spalten, würde man sich in einer Tiefe von 30cm bereits in heissem Wasserdampf verbrühen. Dies ist besonders kritisch nach einem Regenschauer, wenn in die Spalten eingedrungenes Regenwasser verdampft.

Nein, ich stehe hier nicht als Riese auf dem trocken gefallenen mittelatlantischen Rücken, obwohl die Struktur der Lava mir diese Assoziation als erste in den Kopf kommt. Wenn aufsteigende Lava oberflächlich erkaltet, entstehen unter anderem diese Figuren. Diese Stelle ist nur leicht verwittert. Sie stammt von einem Ausbruch aus dem Jahr 1974. In 30cm Tiefe kann man sich heute noch die Hände verbrühen!

Nein, ich stehe hier nicht als Riese auf dem trocken gefallenen mittelatlantischen Rücken, obwohl die Struktur der Lava mir diese Assoziation als erste in den Kopf kommt. Wenn aufsteigende Lava oberflächlich erkaltet, entstehen unter anderem diese Figuren. Diese Stelle ist nur leicht verwittert. Sie stammt von einem Ausbruch aus dem Jahr 1974. In 30cm Tiefe kann man sich heute noch die Hände verbrühen!

Der Napau Trail ist kein angelegter Wanderweg, sondern nur mit Steinpyramiden in 100 bis 300 Meter Abstand markiert. Man muss an jeder Pyramide die nächste anpeilen, weil man durch das zerklüftete Gelände ab und zu ausser Sichtweite der nächsten Pyramide gerät. Der Pfad führt über hohl klingende, entleerte Lavaröhren. Wenn ein Lavastrom an der Oberfläche erkaltet, bildet sich eine dicke erstarrte und isolierende Schicht, so dass die dünnflüssige Lava darunter viele Kilometer weit fliessen kann, ohne wesentliche Temperaturverluste zu erleiden. Oft entleeren sich solche Röhren restlos, wenn der Nachschub an Lava plötzlich abreisst. Es besteht für den Wanderer akute Einbruchgefahr.

Der Napau Trail ist kein angelegter Wanderweg, sondern nur mit Steinpyramiden in 100 bis 300 Meter Abstand markiert. Man muss an jeder Pyramide die nächste anpeilen, weil man durch das zerklüftete Gelände ab und zu ausser Sichtweite der nächsten Pyramide gerät. Der Pfad führt über hohl klingende, entleerte Lavaröhren. Wenn ein Lavastrom an der Oberfläche erkaltet, bildet sich eine dicke erstarrte und isolierende Schicht, so dass die dünnflüssige Lava darunter viele Kilometer weit fliessen kann, ohne wesentliche Temperaturverluste zu erleiden. Oft entleeren sich solche Röhren restlos, wenn der Nachschub an Lava plötzlich abreisst. Es besteht für den Wanderer akute Einbruchgefahr.

Man muss auf dem der Wetterseite zuneneigten Hang immer wieder mit kleinen Regenschauern oder Nieselregen rechnen. Daher ist eine Regenjacke oder ein Regenschirm unerlässlich. Der Pfad ist nicht angelegt sondern nur mit Steinpyramiden in 100 bis 300 Meter Abstand markiert. Man muss an jeder Pyramide die nächste anpeilen, weil man durch das zerklüftete Gelände ab und zu ausser Sichtweite der nächsten Pyramide gerät. Der Pfad führt über hohl klingende, entleerte Lavaröhren. Wenn ein Lavastrom an der Oberfläche erkaltet, bildet sich eine dicke erstarrte und isolierende Schicht, so dass die dünnflüssige Lava darunter viele Kilometer weit fliessen kann, ohne wesentliche Temperaturverluste zu erleiden. Oft entleeren sich solche Röhren restlos, wenn der Nachschub an Lava plötzlich abreisst. Nach einigen Kilometern erreicht man den Rand des Alae-Kraters, eines Seitenkraters des Mauna Ulu. Obwohl der Ausbruch mehr als 40 Jahre zurückliegt, dampft es noch ordentlich im Kessel. Teile des Kraterrandes sind eingestürzt, deswegen sollte man nicht zu nahe an den Kraterrand treten.

Ein junges, sprossendes Farnblatt im hawaiianischen Nebelwald ist ein Anblick, von dem man nicht genug bekommen kann.

Ein junges, sprossendes Farnblatt im hawaiianischen Nebelwald ist ein Anblick, von dem man nicht genug bekommen kann.

Bis hierher hatte man einen ständig ansteigenden Wanderweg. Der nächste Abschnitt ist einfacher zu bewältigen, da es ständig leicht bergab geht. Nun ist es auch leichter, die spärliche Vegetation auf den weiten Lavafeldern zu würdigen. Die endemische Pflanzenwelt Hawai‘is ist auf Zerstörung und Wiederansiedlung programmiert. Viele Arten sind sogenannte Pionierpflanzen, die verwüstetes Gebiet fast ohne Wasser und Mutterboden besiedeln können. Dabei spielen Farne eine herausragende Rolle. Die endemischen Farne sind erstaunlich gut gegen Austrocknung gewappnet. Ihre Wurzeln können die frische, glasartige Lava zersetzen und bereiten den Boden für nachfolgende Arten.

O'hia lehua.

O'hia lehua.

O‘hia lehua (Metrosideros polymorpha), ein Myrtengewächs, ist ein weiteres Wunderwerk der Natur. Eigentlich ein Baum, entwickelt sich die Pflanze auf kargem und trockenem Untergrund zunächst als kleiner Strauch, um mit jedem Kubikzentimeter Erde grösser und kräftiger zu werden. Die Pflanze wächst in trockenen Gegenden, die nur 400mm Niederschlag im Jahr bekommen, aber auch in Regenwald mit 10000mm Niederschlag. Die frischen Triebe sind manchmal hellgrün, manchmal rosa und die Blüte besteht aus einem blutroten Pom-Pom-Ball. Der hawaiianische Name der Pflanze entstammt der Mythologie. O‘hia und Lehua waren ein verliebtes Paar. Die Vulkangöttin Pele verliebte sich in O‘hia, der ihre Liebe aber nicht erwiderte. Aus Eifersucht verwandelte sie O‘hia in einen Baum. Da Lehua in völliger Verzweiflung war, liessen die Götter Gnade walten, verwandelten sie in eine rote Blüte und setzten sie auf den O‘hia-Baum. Auf Hawai‘i sagt man, dass, wenn man eine Blüte vom O‘hia-Baum pflückt, sich der Himmel mit Regenwolken füllt, die die Tränen der getrennten Liebenden mit sich bringen.

Makaopuhi Crater

Makaopuhi Crater

Eine Stunde nach dem Alae-Krater steht man dann unvermittelt vor dem nächsten Krater. Der sehr grosse Makaopuhi-Krater ist zur Hälfte mit relativ frischer Lava vom Ausbruch des Mauna Ulu gefüllt, aber in der anderen Hälfte wächst üppiger Wald. Der Krater hatte selbst auch aktive Perioden und zwar in den Jahren 1922, 1965 und 1972. Der Rand des Kraters ist zu etwa zwei Dritteln bewaldet. Da der Wanderweg direkt am Kraterrand entlangführt, taucht man nun in Regenwald mit üppig wuchernden Farnen. Eine Märchenlandschaft. Kilometer um Kilometer kann man diesen Wald auf fast ebener Strecke geniessen. Merklich wird der Pfad immer schmaler. Mir wird klar: hier sind immer mehr Wanderer umgekehrt, weil sie es sich nicht zutrauten, bis zum Ende des Weges zu laufen oder weil der Tag schon zu fortgeschritten war. Der hier dschungelartige Regenwald soll etwa 150 Jahre alt sein.

Auf dem Napau Trail läuft man über viele Kilometer über blanke, fast unbewachsene Lava. Am Makaopuhi Crater ändert sich dies schlagartig: ein Nebelwald mit feinblättrigem Farn und endemischen Gehölzen führt zu einem unbekannten Ziel...

Auf dem Napau Trail läuft man über viele Kilometer über blanke, fast unbewachsene Lava. Am Makaopuhi Crater ändert sich dies schlagartig: ein Nebelwald mit feinblättrigem Farn und endemischen Gehölzen führt zu einem unbekannten Ziel...

Mitten im Wald auf dem Napau Trail treffen wir auf eine Überraschung: die Ruinen einer aufgegebenen Pulu-Fabrik stehen im Urwald! Zwischen 1851 und 1884 wurden hier grosse Mengen Pulu geerntet. Pulu ist das weiche, rotbraune Gewebe, dass die eingerollten, jungen Blätter des Baumfarns Hapuu überzieht. Es wurde innerhalb dieser Mauern verarbeitet und auf der anderen Seite der Insel, in Keauhou, als Kissen- oder Matratzenfüllung verschifft.

Mitten im Wald auf dem Napau Trail treffen wir auf eine Überraschung: die Ruinen einer aufgegebenen Pulu-Fabrik stehen im Urwald! Zwischen 1851 und 1884 wurden hier grosse Mengen Pulu geerntet. Pulu ist das weiche, rotbraune Gewebe, dass die eingerollten, jungen Blätter des Baumfarns Hapuu überzieht. Es wurde innerhalb dieser Mauern verarbeitet und auf der anderen Seite der Insel, in Keauhou, als Kissen- oder Matratzenfüllung verschifft.

Die letzten Kilometer von der Pulu-Fabrik bis zum Napau-Krater sind die beschwerlichsten. Die harten Farne wachsen wegen zu seltener Begehung des Pfads so dicht, dass man sich durchkämpfen muss. Besonders die Beine leiden darunter. Lange Hosen wären heute doch besser gewesen. Auf einer Schneise im Wald – offensichtlich ein alter Lavastrom – wachsen nur kleine Büsche und der Boden ist auffällig bröckelig. Ich bücke mich und breche ein Stück Felsen ab. Er zerkrümelt in meiner Hand und ich stelle mit Erstaunen fest, dass ich in fein aufgeschäumten Bims gefasst habe. Es fühlte sich an, als ob ich ein Stück Styropor aufgehoben hätte, so leicht und aufgeschäumt war dieser „Felsen“. Oberflächlicher Bims hält sich nicht sehr lange. Die Niederschläge müssen von der aktuellen Eruption des Pu‘u O‘o stammen. Wir laufen auch direkt gegen die Hauptwindrichtung in Richtung Pu‘u O‘o und wie zur Bestätigung ändert sich die Farbe des Waldes abrupt von grün zu grau und einige hundert Meter weiter wieder zu grün. „Grau“ bedeutet hier, dass alle Bäume abgestorben sind. Zu Zeiten verstärkter vulkanischer Aktivität wird auch verstärkt Schwefeldioxid ausgestossen, an dem der Wald schnell erstickt. Auch Menschen würden schnell ersticken, deswegen ist der Pfad bei zu hoher Aktivität des Pu‘u O‘o auch geschlossen.

Endlich, endlich, nach mehreren Stunden kommen wir an unser Ziel. Schlagartig lichtet sich der Wald und gibt einen Blick auf das von schwarzer Lava gefüllte Rund des Napau-Kraters frei. Der gegenüberliegende Kraterrand ist auffallend flach. Von dort kam frische Lava in den Krater geflossen. Die Lava stammt vom Pu‘u O‘o, dessen rauchender Gipfel unmittelbar hinter dem Rand des Napau-Kraters aufsteigt.

Endlich, endlich, nach mehreren Stunden kommen wir an unser Ziel. Schlagartig lichtet sich der Wald und gibt einen Blick auf das von schwarzer Lava gefüllte Rund des Napau-Kraters frei. Der gegenüberliegende Kraterrand ist auffallend flach. Von dort kam frische Lava in den Krater geflossen. Die Lava stammt vom Pu‘u O‘o, dessen rauchender Gipfel unmittelbar hinter dem Rand des Napau-Kraters aufsteigt.

Rötliches Gestein ziert den Kraterrand, sonst sind die Farben der Abhänge des Pu'u O'o grau oder schwarz, je nach Alter der erkalteten Lavaströme. Näher als hier kommt man dem Pu‘u O‘o nicht. Es wäre ohnehin zu gefährlich. Es ist für uns faszinierend genug, dass wir die Quelle jahrzehntelanger vulkanischer Aktivität sehen dürfen. Ein Hubschauberrundflug wäre natürlich einfacher gewesen, aber es hat einen eigenen Reiz, sich solche Highlights im Urlaub hart zu erarbeiten. Die Eindrücke von der Wanderung sind natürlich auch nicht mit einem Hubschrauber-Quickie zu vergleichen.

Rötliches Gestein ziert den Kraterrand, sonst sind die Farben der Abhänge des Pu'u O'o grau oder schwarz, je nach Alter der erkalteten Lavaströme. Näher als hier kommt man dem Pu‘u O‘o nicht. Es wäre ohnehin zu gefährlich. Es ist für uns faszinierend genug, dass wir die Quelle jahrzehntelanger vulkanischer Aktivität sehen dürfen. Ein Hubschauberrundflug wäre natürlich einfacher gewesen, aber es hat einen eigenen Reiz, sich solche Highlights im Urlaub hart zu erarbeiten. Die Eindrücke von der Wanderung sind natürlich auch nicht mit einem Hubschrauber-Quickie zu vergleichen.

© Ulrich Mattheus, 2018
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Ich wanderte durch Regenwälder und Wüsten, über Vulkane und Strände, besichtigte hawaiianische kulturelle Orte, entdeckte lokale Geschichte und fokussierte mich dabei im Wesentlichen auf die Inseln Hawai‘i und Moloka‘i.
Details:
Aufbruch: 02.05.2016
Dauer: 15 Tage
Heimkehr: 16.05.2016
Reiseziele: Vereinigte Staaten
Der Autor
 
Ulrich Mattheus berichtet seit 4 Wochen auf umdiewelt.
Bild des Autors
Aus dem Gästebuch (3/4):
Blula 1545812414000
ULI, ich kann nur sagen, dieser Bericht ist lesens­wert! Auch wenn ich, wie viele von uns noch nie dort und auch auf keiner anderen ha­wai­ia­nischen Insel gewesen bin, so weiß ich spätes­tens jetzt, dass ich von nun an nicht nur, wie man so schön sagt, vom herk­ömmlichen Aloha Spirit träumen wer­de.­ 
Dan­ke für diesen aus­ge­zeich­ne­ten Bericht, in dem Du auch sehr viel Wis­sen­swer­tes ver­mit­telst. Ich fange gleich an zu träu­men.
LG Blula
Inge W. 1545809331000
hallo Ulrich, diesen Bericht lese ich nat­ürlich immer wieder gerne, da wir auch schon meh­rmals auf den 6 Ha­wai­i­-In­seln waren. Aber trot­zdem habe ich nat­ürlich einiges ge­lesen, was ich (noch) nicht kannte, danke daf­ür.
In­ge
Geo-oldi/ Monika Schulmeiss 1545587152000
Hallo Uli, sehr in­for­ma­tiv und für jeden zuk­ünfti­gen Ha­wai­ur­lau­ber em­pfeh­len­swert. Die Fotos sind e­ben­falls Spitze. LG Monika