Hawai'i und Moloka'i

USA-Reisebericht  |  Reisezeit: Mai 2016  |  von Ulrich Mattheus

Volcanoes National Park: Kilauea Iki Trail

Hinter dem Pu'u Pua'i raucht die Vulkangöttin Pele eine: 1. Zigarette. 2. Kippe. 3. Tüte. 4. Pfeife. Bitte die Lösung ankreuzen

Hinter dem Pu'u Pua'i raucht die Vulkangöttin Pele eine: 1. Zigarette. 2. Kippe. 3. Tüte. 4. Pfeife. Bitte die Lösung ankreuzen

Wenn man nur Zeit für eine kurze Wanderung hat, ist die Wanderung durch den Kilauea Iki die beste Wahl. Kilauea Iki bedeutet „kleiner Kilauea“. Der Krater, der 1959 Schauplatz einer spektakulären Eruption war, liegt keine 2km vom Rand der grossen Kilauea Caldera entfernt. Am Rande des Kilauea-Iki-Kraters liegt der Hügel Pu‘u Pua‘i („sprudelnder Hügel“), aus dem 1959 eine knapp 600 Meter hohe Lavafontäne schoss. Die Fontäne gehörte zu den höchsten in der Menschheitsgeschichte aufgezeichneten Lavafontänen. Zunächst füllte die Lava einen Teil des Kilauea-Iki-Kraters. Sie erstarrte oberflächlich und floss dann aber unterirdisch plötzlich ab, so dass um den Kraterrand herum ein heute noch deutlich sichtbarer „Badewannenrand“ zurückblieb. Die oberflächlich erstarrte Lava riss auf und blieb in vielen Einzelplatten auf dem Boden des Kilauea Iki liegen.

Der Pfad quer durch den Kilauea Iki Krater.

Der Pfad quer durch den Kilauea Iki Krater.

Der Wanderweg durch den Kilauea Iki startet in der Nähe eines Parkplatzes am Kraterrand. Ein Weg durch ein Stück Regenwald führt am Kraterrand entlang und neigt sich immer steiler dem Kraterboden zu, bis man nach einer knappen halben Stunde und einem Höhenunterschied von etwa 160 Metern den teilweise aufgebrochenen Kraterboden erreicht. Ist man am Kraterboden angekommen, endet der Regenwald und gibt die Sicht auf den kargen Kraterboden frei. Der Pfad quer durch den Krater ist mit kleinen Pyramiden aus Lavabrocken gekennzeichnet. Man kann nun gemütlich über den Kraterboden schlendern und die Naturkräfte links und rechts geniessen. Wie Mini-Kontinentalplatten haben sich die Lavaplatten gegenseitig übereinander- oder auch hochgeschoben. Tiefe Spalten wechseln ab mit ebenen Flächen. Die Luft in manchen schmalen Spalten ist so heiß, dass man sich darin leicht verbrühen kann. Auch manche Felsen, die am Kraterboden liegen, sind sehr warm und dampfen nach einem Regenguss.

Bis zum Himmel will er sich recken, der Farn im Nebelwald des Kilauea Iki. Farne sind Natur in einer ihrer schönsten Formen, nicht wahr?

Bis zum Himmel will er sich recken, der Farn im Nebelwald des Kilauea Iki. Farne sind Natur in einer ihrer schönsten Formen, nicht wahr?

Zunächst füllte die Lava einen Teil des Kilauea-Iki-Kraters. Sie erstarrte oberflächlich und floss dann aber unterirdisch plötzlich ab, so dass um den Kraterrand herum ein heute noch deutlich sichtbarer „Badewannenrand“ zurückblieb. Die oberflächlich erstarrte Lava riss auf und blieb in vielen Einzelplatten auf dem Boden des Kilauea Iki liegen. ACHTUNG: auf dem Kraterboden kann man den Kilauea Iki Trail sehen!

Zunächst füllte die Lava einen Teil des Kilauea-Iki-Kraters. Sie erstarrte oberflächlich und floss dann aber unterirdisch plötzlich ab, so dass um den Kraterrand herum ein heute noch deutlich sichtbarer „Badewannenrand“ zurückblieb. Die oberflächlich erstarrte Lava riss auf und blieb in vielen Einzelplatten auf dem Boden des Kilauea Iki liegen. ACHTUNG: auf dem Kraterboden kann man den Kilauea Iki Trail sehen!

Man kann kaum glauben, dass 58 Jahren nach der Aktivität des Pu‘u Pua‘i noch so viel Wärme so oberflächennah gespeichert ist. Wie anderswo am Vulkan auch, gehören O‘hia Lehua zu den ersten Pflanzen, die sich auf frischer Lava ansiedeln. Überall sieht man die kleinen, verkrüppelten Sträucher mit ihren roten Blüten. Kleine Wunderwerke, die auf fruchtbarerem Boden zu imposanten Bäumen heranwachsen würden. Die Pflanze kann während grosser Schwefeldioxidausstösse ihre Poren schliessen und sich so vor dem giftigen Gas schützen. Hat man den Kraterboden durchquert, führt ein steiler Pfad wieder durch Regenwald nach oben. Am Kraterrand entlang läuft man nur etwa 500 Meter zurück zum Parkplatz.
Auf der gegenüberliegenden Seite des Kilauea Iki liegt ebenfalls ein Wanderparkplatz. Von ihm aus kann man einen Rundweg mit vereinzelten Abzweigungen namens "Devastation Trail" nehmen. Hier liegt das Zerstörungsgebiet der grossen Lavasäule von 1959. Auf der herabgeregneten Lava bildeten sich eigenartige, wie Inseln aussehende Pflanzengemeinschaften mit Durchmessern von einem Meter bis etwa 20 Metern. In der Mitte der "Inseln" herrschen kleine Bäume und Büsche vor, zu den Rändern hin wird das Wachstum flacher und ganz am Rand wächst ein rotes, bodendeckendes Kraut mit zartrosa Blüten.

"The Red Weed". Man wird tatsächlich hier an Orson Welles' Buch "War of the Worlds" erinnert...

"The Red Weed". Man wird tatsächlich hier an Orson Welles' Buch "War of the Worlds" erinnert...

© Ulrich Mattheus, 2018
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Ich wanderte durch Regenwälder und Wüsten, über Vulkane und Strände, besichtigte hawaiianische kulturelle Orte, entdeckte lokale Geschichte und fokussierte mich dabei im Wesentlichen auf die Inseln Hawai‘i und Moloka‘i.
Details:
Aufbruch: 02.05.2016
Dauer: 15 Tage
Heimkehr: 16.05.2016
Reiseziele: Vereinigte Staaten
Der Autor
 
Ulrich Mattheus berichtet seit 4 Wochen auf umdiewelt.
Bild des Autors
Aus dem Gästebuch (3/4):
Blula 1545812414000
ULI, ich kann nur sagen, dieser Bericht ist lesens­wert! Auch wenn ich, wie viele von uns noch nie dort und auch auf keiner anderen ha­wai­ia­nischen Insel gewesen bin, so weiß ich spätes­tens jetzt, dass ich von nun an nicht nur, wie man so schön sagt, vom herk­ömmlichen Aloha Spirit träumen wer­de.­ 
Dan­ke für diesen aus­ge­zeich­ne­ten Bericht, in dem Du auch sehr viel Wis­sen­swer­tes ver­mit­telst. Ich fange gleich an zu träu­men.
LG Blula
Inge W. 1545809331000
hallo Ulrich, diesen Bericht lese ich nat­ürlich immer wieder gerne, da wir auch schon meh­rmals auf den 6 Ha­wai­i­-In­seln waren. Aber trot­zdem habe ich nat­ürlich einiges ge­lesen, was ich (noch) nicht kannte, danke daf­ür.
In­ge
Geo-oldi/ Monika Schulmeiss 1545587152000
Hallo Uli, sehr in­for­ma­tiv und für jeden zuk­ünfti­gen Ha­wai­ur­lau­ber em­pfeh­len­swert. Die Fotos sind e­ben­falls Spitze. LG Monika