Hawai'i und Moloka'i

USA-Reisebericht  |  Reisezeit: Mai 2016  |  von Ulrich Mattheus

Die Kohala-Küste: Lapakahi State Historical Park

Wenn man von Kawaihae an der Küste entlang über die Lavafelder Richtung Norden fährt, sollte man unbedingt am Lapakahi State Historical Park Halt machen. Auf dem Gelände stehen Überreste eines etwa 600 Jahre alten Fischerdorfes, in dem man eine vage Vorstellung vom alltäglichen Leben der alten Hawaiianer bekommen kann. Entlang des rund 2km langen Rundwegs kann man lernen, wie Hawaiianer Salz hergestellt und gefischt haben, wie sie Häuser gebaut und erhalten, Lavamauern errichtet und in der Freizeit "Brettspiele" gemacht haben. Das Meer vor der Küste ist ebenfalls als "Marine Life Conservation District" besonders geschützt.

Wenn man von Kawaihae an der Küste entlang über die Lavafelder Richtung Norden fährt, sollte man unbedingt am Lapakahi State Historical Park Halt machen. Auf dem Gelände stehen Überreste eines etwa 600 Jahre alten Fischerdorfes, in dem man eine vage Vorstellung vom alltäglichen Leben der alten Hawaiianer bekommen kann. Entlang des rund 2km langen Rundwegs kann man lernen, wie Hawaiianer Salz hergestellt und gefischt haben, wie sie Häuser gebaut und erhalten, Lavamauern errichtet und in der Freizeit "Brettspiele" gemacht haben. Das Meer vor der Küste ist ebenfalls als "Marine Life Conservation District" besonders geschützt.

Hinter der Bezeichnung Lapakahi State Historical Park verbirgt sich ein grosses Gebiet von Ruinen eines antiken hawaiianischen Fischerdorfes an der Küste des North Kohala District. Der Name „lapa kahi“ bedeutet „einzelner Bergrücken“ und bezieht sich auf einen Bergausläufer der Kohala-Kette zum Meer hin.
Für mehr als 700 Jahre diente das Dorf als Unterkunft für zahllose Generationen von Fischern, die ihre Kanus aus den fischreichen Gewässern hier anlandeten. Die kleine Bucht bot Schutz vor Stürmen und das Hinterland am Berghang war fruchtbar genug, um Feldfrüchte wie kalo (Taro) und ‘uala (Süsskartoffel) anzubauen.

Im Lapakahi State Historical Park kann man eine 600 Jahre alte Siedlung erkunden und lernen, wie die alten Hawaiianer ein ausgewogenes Leben zwischen Ackerbau und Fischfang gestaltet haben.

Im Lapakahi State Historical Park kann man eine 600 Jahre alte Siedlung erkunden und lernen, wie die alten Hawaiianer ein ausgewogenes Leben zwischen Ackerbau und Fischfang gestaltet haben.

Während das Römische Reich verging und in Europa Karl der Grosse gekrönt wurde, waren die meisten polynesischen Inseln bereits besiedelt und es herrschten rege Handelsbeziehungen zwischen den Inseln bis an den Rand der grossen Kontinente. Mindestens ein Jahrhundert vor der Ankunft der Europäer im Osten Amerikas brachten die Polynesier das Haushuhn nach Südamerika, Kalifornien und den pazifischen Nordwesten, während sie Süsskartoffeln aus Südamerika auf den Inseln etablierten.
Die Reputation polynesischer Navigatoren war so hoch, dass James Cook bereits auf seiner ersten Forschungsreise den polynesischen Navigator Tupaia engagierte. Tupaias enzyklopädisches Wissen über die Inseln erlaubte James Cook, detaillierte und genaue Karten über alle Inseln, Häfen und Untiefen im Umkreis von 2000 Seemeilen um Tupaias Heimat Ra‘iatea zu erstellen.
Die Steine des Maka O Hule sind ein Platz für innere Einkehr und Ehrfurcht vor der Leistung der alten Lehrer, die hier ihre Schüler unterrichteten und damit die Verantwortung für das Wohl einer gesamten Gesellschaft trugen.

ko'a heiau holo moana
Dieser Tempel und das Umland sind dem hawaiianischen Volk heilig.

Na ja, nicht gerade Schach, aber die Hawaiianer spielten eine Art "Dame" auf speziell dafür hergestellten Lavablöcken.

Na ja, nicht gerade Schach, aber die Hawaiianer spielten eine Art "Dame" auf speziell dafür hergestellten Lavablöcken.

„Niu“, die Kokosnuss, ist eine der wichtigsten Pflanzen, die von den Kanus aus Tahiti mitgebracht wurden. Die schlanke Palme ist eine vielseitig verwendbare Pflanze. Aus den Blattfächern wurden Körbe und Matten geflochten, die Nuss war Speise und Getränk, Die Fasern der Fruchthülle wurden zu Seilen gesponnen und aus der harten Schale wurden Becher und Schüsseln hergestellt.
Die endemische Olona-Pflanze (Touchardia latifolia) wurde angebaut, um aus ihrer faserigen Rinde sehr haltbare Fischernetze und Taue herzustellen.
Abgerundet wurde die Gemeinschaft der Nutzpflanzen durch „ma‘o“, der endemischen Baumwollpflanze, deren Blätter auch zum Färben verwendet wurden, sowie „milo“, des schattenspendenden Baumes mit herzförmigen Blättern, dessen Holz sowohl für Schüssel- als auch für Paddelherstellung verwendet werden konnte.

Um Fische zu konservieren, benötigten die Hawaiianer Salz. Sie gossen Seewasser in speziell dafür gearbeitete Vertiefungen in Lavablöcken und liessen das Wasser in der heissen Sonne trocknen. So hatte man immer ein schmackhaftes "Fleur de Sel Hawaiian Style".

Um Fische zu konservieren, benötigten die Hawaiianer Salz. Sie gossen Seewasser in speziell dafür gearbeitete Vertiefungen in Lavablöcken und liessen das Wasser in der heissen Sonne trocknen. So hatte man immer ein schmackhaftes "Fleur de Sel Hawaiian Style".

Seewasser wurde zum Verdampfen auf speziell ausgehöhlte Steine gegossen. So konnte „pa‘akai“ (Meersalz) geerntet werden, um Fische und Feldfrüchte zu würzen oder haltbar zu machen.
Durch diese Verbindung aus „makai“ („an der Küste“) und „mauka“ („am Berghang“) wurde Lapakahi ein Ort der „maka‘ainana“, der Verbindung von Bauern und Fischern.
„Papamu“ ist ein flachgehauener Lavabrocken, der in der Freizeitgestaltung eine wichtige Rolle einnahm. So diente er u.a. als Spielbrett für „konane“, ein Dame-Spiel, für das schwarze und weisse Kiesel benutzt wurden.
Exemplarisch ist ein Haus der Siedlung wiederhergestellt worden. Es wurde tatsächlich bis ins frühe 20. Jahrhundert hinein benutzt und besteht aus einem Bambusrahmen sowie einem Dach aus dem wild wachsenden Pili-Gras.

Diese Rekonstruktion eines hawaiianischen Hauses hielt sich nahe an ein tatsächlich hier stehendes Haus, das bis ins 20. Jahrhundert hinein bewohnt war. Der Rahmen ist teilweise aus Bambus und das Dach mit einheimischem Pili-Gras bedeckt.

Diese Rekonstruktion eines hawaiianischen Hauses hielt sich nahe an ein tatsächlich hier stehendes Haus, das bis ins 20. Jahrhundert hinein bewohnt war. Der Rahmen ist teilweise aus Bambus und das Dach mit einheimischem Pili-Gras bedeckt.

© Ulrich Mattheus, 2018
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Ich wanderte durch Regenwälder und Wüsten, über Vulkane und Strände, besichtigte hawaiianische kulturelle Orte, entdeckte lokale Geschichte und fokussierte mich dabei im Wesentlichen auf die Inseln Hawai‘i und Moloka‘i.
Details:
Aufbruch: 02.05.2016
Dauer: 15 Tage
Heimkehr: 16.05.2016
Reiseziele: Vereinigte Staaten
Der Autor
 
Ulrich Mattheus berichtet seit 4 Wochen auf umdiewelt.
Bild des Autors
Aus dem Gästebuch (3/4):
Blula 1545812414000
ULI, ich kann nur sagen, dieser Bericht ist lesens­wert! Auch wenn ich, wie viele von uns noch nie dort und auch auf keiner anderen ha­wai­ia­nischen Insel gewesen bin, so weiß ich spätes­tens jetzt, dass ich von nun an nicht nur, wie man so schön sagt, vom herk­ömmlichen Aloha Spirit träumen wer­de.­ 
Dan­ke für diesen aus­ge­zeich­ne­ten Bericht, in dem Du auch sehr viel Wis­sen­swer­tes ver­mit­telst. Ich fange gleich an zu träu­men.
LG Blula
Inge W. 1545809331000
hallo Ulrich, diesen Bericht lese ich nat­ürlich immer wieder gerne, da wir auch schon meh­rmals auf den 6 Ha­wai­i­-In­seln waren. Aber trot­zdem habe ich nat­ürlich einiges ge­lesen, was ich (noch) nicht kannte, danke daf­ür.
In­ge
Geo-oldi/ Monika Schulmeiss 1545587152000
Hallo Uli, sehr in­for­ma­tiv und für jeden zuk­ünfti­gen Ha­wai­ur­lau­ber em­pfeh­len­swert. Die Fotos sind e­ben­falls Spitze. LG Monika