Die Franche-Comté - weit mehr als Käse

Frankreich-Reisebericht  |  Reisezeit: September 2019  |  von Ralf Beelitz

Die Mittelgebirge der Franche-Comté sind ein relativ unbekanntes Motorrollerparadies. Mittelalterliche Ortschaften und Bauernhäuser mit den typischen Tuyé-Kaminen des Haut-Doubs, malerische Abteien, zerklüftete Täler, dunkle Wälder, karge Hochflächen, smaragdgrüne Seen und Wiesen mit gefleckten Kühen prägen die Landschaft.

Vallée du Cusance - Besançon

Im Tal der Cusance

Franche-Comté - nie gehört, ehrlich gesagt. Ein schneller Blick ins weltweite Netz verschafft mir Klarheit. Eine Region im Osten Frankreichs, direkt an der Schweizer Grenze. Die beste Sozia der Welt und ich nehmen Quartier in der Auberge des 3 ponts im Tal der Cusance. Der Cusancin, der den beiden großen Quellen Source Noire („Schwarze Quelle“) und Source Bleue („Blaue Quelle“) entspringt, hat ein 150m tiefes Tal in die Karstplateaus gegraben. Es ist recht einsam hier. 69 Einwohner, ein paar vereinzelte Bauernhöfe, mehr nicht. In der stockdunklen Nacht beginnt ein Hofhund zu „singen“. Klingt wie Wolfsgeheul, unheimlich!
Zum Start in den neuen Tag gibt es - echt französisch - knuspriges Baguette, Croissant, Hartkäse: Comté und starken Kaffee, dann schwingen wir uns entlang des kleinen Flusses durch das „Vallée du Cusance“. Kein Verkehr, gelegentlich ein Traktor, ansonsten Ruhe, Sonnenschein und der Duft nach frisch gemähtem Gras - wunderbar!

Tal der Cusance

Tal der Cusance

Source Bleue

Source Bleue

Besançon

In Baumes-les-Dames stoßen wir erstmals auf den Doubs. Insgesamt 453 km lang, sind Quelle und Mündung des Flusses jedoch nur 90 km voneinander entfernt.
Entlang des „Canal du Rhône au Rhin“ (Rhein-Rhone-Kanal) und dem Ufer des Doubs touren wir westwärts und plötzlich haben wir aus dem lichten Wald heraus einen umwerfenden Blick auf die befestigte Altstadt von Besançon. Die Hauptstadt der Region Franche-Comté liegt in einer Schleife des Doubs und wird überragt von einem mächtigen Bollwerk des Festungsbaumeisters Vauban. Da eine Siwi keine Parkplatzprobleme kennt, Château de Cléronstellen wir sie mitten in der Stadt, die weltberühmt für die Herstellung von präzisen und teuren Uhren ist, ab. Wir bummeln gemächlich durch die Strassen und genießen das französische Flair mit allen Sinnen gemäß dem Motto: "vivre le temps” - genieße die Zeit. Ein Grand café gehört da natürlich dazu.

Nach einem entspannten Ritt über schmale Departementstrassen, die sich wie ein Spinnennetz durch die Landschaft ziehen, machen wir einen kurzen Fotostopp am mächtigen Château de Cléron, am Südufer der Loue. Das Schloss mit seinem hohen Bergfried und vier Ecktürmen bildet mit einer gotischen Kirche aus dem 14. Jahrhundert und einer Steinbogenbrücke, welche die Loue überspannt, ein beeindruckend Ensemble.

Château de Cléron

Château de Cléron

© Ralf Beelitz, 2020
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Die Reise
 
Details:
Aufbruch: 17.09.2019
Dauer: 5 Tage
Heimkehr: 21.09.2019
Reiseziele: Frankreich
Der Autor
 
Ralf Beelitz berichtet seit 9 Jahren auf umdiewelt.
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