Simson Tour "Pennen auf dem Berg"

Österreich-Reisebericht  |  Reisezeit: Juni 2012  |  von Flaps !

Pennen auf dem Berg

Anfahrt zum Hahntenn Joch

Frisch gestärkt ging es als los.
Im Lechtal Richtung Elmen und dann links abbiegen in Richtung Bschlaber Tal.
Wobei beim Einstieg in das Tal nach einer engen Kehre erst einmal eine Rampe ansteht, an der unsere vollgepackten Kisten an die Leistungsgrenze kamen.
In der Kurve hieß es in den ersten Gang zurückschalten und dann kam wie immer in der Situation das Simson übel:

>>> Kein Anschluss <<<

...zum 2.Gang. Das heißt obwohl der erste Gang voll ausgedreht wurde und sehr schnell geschaltet wurde, kackte die Kiste im 2 ten Gang ab. Die Drehzahl war einfach zu deutlich hinter dem Leistungsmaximum unserer "Bolieden".

Es gibt hier wohl Möglichkeiten siehe Link:Langer erster Gang.
Da dies aber eine Spezialanfertigung ist, kostet das Teil ordendlich Geld und macht auch nur bei kräftigen Motoren Sinn. Sonst wird das Anfahren bei 15% am Berg eine abenteuerliche "Anlauf- und Aufspringsache".
Bei kräftigen Motoren ist das aber der Hit!

Kurz und gut wir quälten unsere Kisten im 1.Gang die 12-15% Rampe hoch und versuchten bei jeder geringeren Steigung einen Schaltversuch in den 2. Gang. Was allerdings erst nach den Tunnelpassagen erfolgreich klappte.

Nach dem 2. Tunnel klappte es dann und die Fahrt ging zügiger voran.
Wobei es mir weniger um die Geschwindigkeit ging.
Ich dachte vielmehr bei der hohen Drehzahl im ersten Gang an die Temperatur unter meiner Tunnelabdeckung der Schwalbe.

Ohne Fahrtwind keine Kühlung---.
Ohne Kühlung ... na ja denken wir lieber nicht weiter.

Nun fuhren wir am steilen Talhang entlang. Unten in der Schlucht der Bach. Wir fuhren nun ca. 300 m höher in steilen grünen Almwiesen mit unseren 2-Tacktern. Hinter uns ein leichter Hauch von "Addinol", " Motul" und co.
In der Situation dachte ich mal wieder an Oli in Hamburg der ein Mischöl mit Erdbeergeschmack hat.
Link:Grossstadtschwalben

Wäre eigentlich mal ne geniale Nummer. Ein Obstsalat "Berg-Race" zu veranstalten. Mit einem Hauch von: "Erdbeere, Banane, Ananas, ...
Wobei ich da gleich wieder Brösel und dieä Rockäää denken musste.
Link:
Die Rockääs

Aber nun "genuch" von der S(p)imm(nn)erei.
So ist es halt wenn du 10 min. im ersten Gang gegen eine Wand an fährst.
Die Gedanken schweifen ab.
Entweder du gibst dich der Romantik der Landschaft hin, oder du lenkst dein Gehöhr (das immer irgendwelche seltsamen Geräusche in dieser Situation meldet) mit Hirnabhängern und Schwachsinn ab.

Höhenprofil des Anstieges

Höhenprofil des Anstieges

Hinter dem Örtchen Boden geht es richtig ab.

Wir machten noch einmal eine kurze Rast damit unsere Motoren etwas Luft schnappen und abkühlen konnten.

Dann ging es in unendlich vielen Kehren, die wie Treppenstufen übereinander in den Hang gemeißelt waren, hoch in das Örtchen Elmen, dass offenbar nur im Sommer bewohnt ist.

Es wurde langsam Zeit nach einem Schlafplatz aussicht zu halten.
Langsam ging die Sonne hinter den Bergspitzen unter.

Hinter Elmen versuchten wir dann etwas abseits der Straße einen geeigneten Platz zu finden.

Dies erwies sich allerdings als nicht einfach, da alle ebenen Flächen entweder Straßen, Wege oder Parkflächen direkt an der Straße waren.

Wir suchten ja etwas Einsamkeit und wollten nicht wie Holländer am Straßenrand Campen.

Also Augen auf und am Berg nie den Schwung verlieren!

Unser Moped-Pulk zog sich bei der Fahrt am Berg immer weiter auseinander, da jeder seine Idealgeschwindigkeit fuhr. Irgendwie war ich vorne und fuhr und fuhr.
2 - 3 Stellen waren beim Vorbeifahren gar nicht schlecht, aber ich fuhr weiter und stand irgendwann oben am Pass. Auch hier gab es Möglichkeiten, die waren aber alle sehr einsichtig und somit nicht optimal.

Ich wartete, es kam keiner.
Offensichtlch hatten die Kumpels eine gute Stelle gefunden.
Genau an der Kehre am Bach, ... die Stelle hatte ich mir auch gemerkt standen Sie und lotzten mich in einen holprigen Pfad der von der Straße in die Pampa abbog.

Wir schoben die Kisten ein Stück bis wir ein einladendes Wieschen ohne all zu viele Kuhfladen fanden.

"Idealer" Zeltplatz etwas von der Straße abgelegen aber dennoch gut zu erreichen.

"Idealer" Zeltplatz etwas von der Straße abgelegen aber dennoch gut zu erreichen.

Nun Ja, ... Wir hatten in der Vergangenheit schon bessere aber auch viel schlechtere Situationen.
Siehe Rallye Monte Carlo bei der wir in einer Nacht gar keinen geeigneten Zeltplatz fanden.
Link:Notunterkunft gefunden

Doch eine Kleinigkeit war an unserem Zeltplatz etwas extrem.
Der Untergrund war recht steinig und so mancher Zelthaken litt etwas beim einschlagen.

Egal, das gehört dazu!

Ratz fatz wurden die Zelte aufgeschlagen.

Ratz fatz wurden die Zelte aufgeschlagen.

Jeder suchte sich einen geeigneten Flecken raus und richtete sich ein.

Ich packte mein neues Wurfzelt aus und startete die 12V Luftpumpe, die ich zuvor an meinem Zigarettenanzünder an der Schwalbe aufgeladen hatte. (Auch für Nichtraucher eine klasse Sache um das Handy etc. auf trab zu halten.)

Luxus beim Schlafen MUSS sein!

Luxus beim Schlafen MUSS sein!

Ok, ... Ich gebe ja zu >>> weich - Ei <<<

Die Jungs lästerten nicht schlecht!

...aber nach harter Fahrt ist so eine gemütliche Matratze einfach ein Genuß. ... Und im Alter muß man sich nicht alles geben.

Was ich dabei nicht bedacht hatte, ... im winzigen Zelt wird es mit so einem "Luxus-Ding" recht eng.

Aber nach 10 intensiven "Aubau-Minuten" war es geschafft.

Idylle am Gebrigsbach

Idylle am Gebrigsbach

Der Schlummertrunk am lauen Abend war gesichert

Der Schlummertrunk am lauen Abend war gesichert

Beim Wein, Bier und Saft lobten wir uns gegenseitig hinsichtlich der gelungenen Fahrt. Wir saßen vor den Zelten und frotzelten, lachten und genossen das Lotterleben auf der Mokicktour

Die Sonne ging langsam unter.
Der Auto und Motorradverkehr ließ nach und es wurde immer ruhiger.

Doch das mit der Ruhe war so eine Sache...
Solange wir lachten und redeten viel es nicht auf ....
Erst als ich im Zelt den Schalf suchte...

Der Gebirgsbach floss quasi quer durchs Zelt!

Was vorher eine Idylle war kam nun einer Drohung nahe!
... hoffentlich gibt es keine nasse Überaschung ... dachte ich.

Ich nahm noch 2-3 große Schlucke aus der Pulle und redete mir ein.
.... Hommm, Ohmmm sei ganz ruhig und schlafe! Der LÄRM stört mich nicht.

Irgendwann klappte es auch.

© Flaps !, 2012
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Die Reise
 
Worum geht's?:
In 3 Tagen durch die Allgäuer und Lechtaler Alpen. In den Bregenzer Wald und am Bodensee entlang. Eine Simson Mokicktour mit gewissen Besonderheiten und einigen Herausforderungen
Details:
Aufbruch: 16.06.2012
Dauer: 3 Tage
Heimkehr: 18.06.2012
Reiseziele: Deutschland
Österreich
Italien
Der Autor
 
Flaps ! berichtet seit 8 Jahren auf umdiewelt.
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