Island im September und Oktober

Island-Reisebericht  |  Reisezeit: September / Oktober 2018  |  von Iris Klein

Reiseverlauf: Tag 6 – von Saudarkrokur nach Myvatn

Tag 6 – von Saudarkrokur über Akureyrei nach Myvatn

Der heutige Tag startete mit Regen und auf dem Weg nach Akureyri muss man über einige Berge fahren, wo wir von heftigem Schneefall überrascht wurden. Da wird einem schon anders im Mietwagen mit Sommerreifen. Wir hatten Glück, in unsere Richtung ging es meistens bergab, die entgegenkommenden Mietwägen hatten am Berg schon mächtig Probleme und sind ordentlich weg gerutscht oder konnten teilweise kaum mehr anfahren. Ein Auto haben wir sogar im Straßengraben entdeckt, zum Glück ist den Insassen nichts passiert und der Abschlepper war bereits informiert. Wir waren jedenfalls sehr froh, als wir in Akureyri heil angekommen sind. Wir hatten am Morgen noch spontan eine whale watching Tour gebucht. Die deutlich teurere 2-stündige Tour mit dem Speedboot kam für uns nicht infrage (wegen Schwangerschaft), deswegen haben wir die 3-stündige Tour auf einem größeren Boot gebucht. Etwas verwirrend war, dass das Büro zwar direkt am Wasser lag, wir aber erst mal 20 Minuten mit dem Bus in einen Hafen weiter nördlich gebracht wurden, von dort ging es dann los, ca. 3 Stunden waren wir auf dem Wasser unterwegs. Auf dem Boot haben wir uns direkt einen Überlebens-Anzug geschnappt, weil wir die komplette Fahrt außen verbringen wollten. Man hätte bei diesem Boot auch innen sitzen und sich an der Bar heiße Getränke kaufen können. Wir haben bei diesem Ausflug einen Buckelwal gesehen und auf dem Rückweg einen Minkwal (den wir selbst leider verpasst haben) und ein paar Schweinswale. Der Buckelwal war immer eine Weile an der Wasseroberfläche, hat dann seine Schwanzflosse aus dem Wasser geworfen und ist abgetaucht. Danach ist er meist 5-10 Minuten unter Wasser verschwunden und wir haben gewartet, bis er wieder auftaucht. Auf jeden Fall ein toller Ausflug an einem ansonsten bis dahin sehr verregneten Tag. Wieder etwas verwirrend war, dass es auf der Rückfahrt nicht mehr zum Busstop ging, sondern direkt in den Hafen nach Akureyri, der Rückweg war also deutlich länger. Da wir das nicht wussten, hatten wir unsere Anzüge zu früh ausgezogen und sind nach innen umgezogen, deswegen haben wir leider auch den Minkwal verpasst. Etwas ärgerlich, aber vermutlich hatten wir uns einfach nicht ausreichend über den Ablauf informiert.

Nach dem whale watching ging es über den wundervollen Godafoss Wasserfall weiter Richtung Myvatn. Wir hatten das Glück, dass die Wolken noch aufgerissen sind und wir den Wasserfall bei Sonnenuntergang mit einem Hauch von Sonne sehen konnten. Je weiter nördlich man kommt, desto früher geht die Sonne unter, das macht hier einen deutlichen Unterschied. Beim Godafoss war der Sonnenuntergang bereits um ca. 18:30 Uhr was wir zuvor zum Glück recherchiert hatten.
Danach ging es nur noch das letzte Stück bis zu unserer wirklich tollen Unterkunft für die nächsten 3 Nächte in Myvatn.
Am Abend hatten wir noch das große Glück unsere ersten Nordlichter zu sehen direkt am Hotel. Das war wirklich ein ganz toller Moment. Die Lichter waren auch mit bloßem Auge zu erkennen, allerdings eher als grauer Schleier. Für leuchtend grüne Nordlichter muss wohl die Aktivitätsstufe noch etwas höher liegen. Das Spektakel hat ca. 20 Minuten gedauert, bis die Nordlichter wieder verschwunden waren. Übrigens, das strahlende Grün der Nordlichter sieht man meist nur auf den Fotos mit Langzeitbelichtung. Je nach Aktivitätsstufe sieht man die Lichter mit bloßem Auge deutlich schwächer, also nicht enttäuscht sein. Videoaufnahmen gelingen bei Nordlichtern übrigens gar nicht, diese Mühe könnt ihr euch direkt sparen und stattdessen einfach den atemberaubenden Anblick dieses Naturspektakels genießen.
Unsere Unterkunft: Hotel Laxa in Myvatn (super schönes Hotel, sehr modern, toll zum Nordlichter beobachten da kaum störende Lichtquellen in der Nähe sind. Im Zimmer gibt es ein riesiges Fenster mit Sitzbank von wo aus man direkt nach Nordlichtern Ausschau halten kann. Wir hatten an diesem Ort das erste Mal das Glück welche zu sehen. Das Hotel bietet auch einen wake-up-call bei der Sichtung von Nordlichtern an. In unserem Fall haben wir sie jedoch selbst gegen 22 Uhr bemerkt und die Rezeptionistin hat ihren wake-up-call Rundruf erst gestartet, als sie von uns darauf aufmerksam gemacht wurde, dass Nordlichter zu sehen sind. Insofern ist wohl fraglich wie gut dieser Dienst funktioniert, noch dazu wo auf der Liste ca. 40 andere Zimmernummern vorher stehen und die Nordlichter möglicherweise wieder verschwunden sind, ehe man angerufen wird - falls man denn angerufen wird Aber natürlich haben wir uns am nächsten Tag dennoch wieder auf die Liste geschrieben, direkt auf Platz 1 – schaden kann es ja auch nicht)
gefahrene km: 211

© Iris Klein, 2019
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Island im September und Oktober – geht das oder ist das irre? Wir haben erst eine Weile hin und her überlegt, ob ein 14-tägiger Island-Urlaub zu dieser Jahreszeit wirklich noch Sinn macht. Vielleicht hilft das dem ein oder anderen der vor der gleichen Entscheidung steht.
Details:
Aufbruch: 26.09.2018
Dauer: 16 Tage
Heimkehr: 11.10.2018
Reiseziele: Island
Der Autor
 
Iris Klein berichtet seit 7 Wochen auf umdiewelt.