Interrail-Tour durch Italien und Griechenland

Reisezeit: Juni 2006  |  von Matthes Jansen

Athen

Da wir bis dato keine Gelegenheit gehabt hatten unserer schmutzigen Socken, T-Shirts etc. sauber zu kriegen, musste an diesem Morgen nun erst einmal ein ziemlicher Haufen Dreckswäsche gewaschen werden. Zum Trocken hängten wir die Sachen an eine Schnur, die wir quer durchs Zimmer gespannt hatten.
Um 7.00 Uhr trafen wir uns mit Cata und Paolo und machten uns auf zur Akropolis. Nun muss man wirklich sagen, dass Athen so gut wie nichts Außergewöhnliches zu bieten hat. Es gibt zwar orientalische Märkte, die einen glauben machen, man wäre irgendwo zwischen Kuwait und Pakistan gelandet, aber das wär's dann auch schon an erwähnenswerten Besonderheiten. Es gibt nur eine Ausnahme, und das ist die Akropolis, die uns alle vier sehr positiv überrascht hat, da wir nach der Ruinen-Flut in Rom nichts Besonderes mehr erwartet hatten. Zuerst gab es jedoch ein Problem, denn schon viele der weißen Felsbrocken unter der Akropolis sind nur gegen Eintrittsgeld zu besichtigen, eine Karte für alles Sehenswürdigkeiten kostet 12€. Als wir jedoch sahen, dass man mit Studentenausweisen nur die Hälfte bezahlen musste, nahm Daria sich unsere internationalen Jugendherbergsausweise und erzählte den Frauen am Schalter, dass Junior bei uns soviel wie Student bedeutet und das zwar nicht die Originale wären, jedoch genauso aussagekräftig.
Dank dieser etwas dreisten, aber auf alle Fälle erfolgreichen Idee bezahlten wir auch nur 6 € und gingen mit einem möchtegern-schlauen, möglichst studentischen Gesichtsausdruck zu den ersten Ruinen.
Bei all dem handelte es sich jedoch nur um Vorgeplänkel.
Als wir die Akropolis erreichten, waren wir nicht nur begeistert sondern auch etwas erleichtert endlich etwas gefunden zu haben, was den ganzen Abstecher nach Griechenland nun wirklich belohnte. Im Nachhinein bin ich mir ziemlich sicher, dass wir uns in Griechenland außer Athen noch etwas anderes angesehen hätten wie Olympia oder Korinth, wenn die Akropolis uns enttäuscht hätte, schon um nicht das Gefühl haben zu müssen, mit den langen Fährüberfahrten 2 wertvolle Tage verplempert zu haben. Das soll nicht heißen, dass wir die Fahrt nach Griechenland bereuten, es war eine interessante Abwechslung, denn trotz der der relativ geringen Entfernung zu Italien kommt man sich in Griechenland vor, wie auf einem anderen Kontinent. Aber es hätte ein bisschen das Besondere, das wirklich Außergewöhnliche gefehlt, doch genau das war es ja, was wir in diesem Urlaub erleben wollten: Etwas Besonderes und Außergewöhnliches.
Lange Rede, kurzer Sinn. Jedenfalls kamen wir oben an, genossen das Panorama über Athen und knipsten sehr viele Fotos.

Auf dem Weg runter zur Agora hatten wir noch einmal Glück, denn ein von einer amerikanischen Schule gefördertes Gebäude feierte 75jähriges Bestehen und da man zu diesem Anlass keine Kosten und Mühen gescheut hatte und Kuchen, kalte Getränke und allerlei Gebäck anbot, beschlossen wir uns die Mägen voll zuschlagen und sparten so wieder ein Mittagessen, das wahrscheinlich wieder aus Brötchen und Tomate bestanden hätte. Den restlichen Tag über ließen wir alles sehr ruhig angehen, schlenderten stundenlang über die Märkte und durch die kleinen Geschäfte.
Ich möchte anmerken, dass Ich mich am Abend dieses Tages besser fühlte, als in Rom morgens beim Aufstehen, da ich hier meine Schuhe gar nicht mehr anzog sondern nur noch in Flip-Flops herumlief. Auf jeden Fall habe ich für die Zukunft eines gelernt: Nach einem vernünftigen Brustbeutel für Geld und Dokumente kommt sofort danach vernünftiges Schuhwerk auf der Prioritätenliste. Daria war schon vor dem Urlaub so schlau gewesen, ich habe mich aber nicht überzeugen lassen, Stursinn tut bei Zeiten weh. Ich würde lieber Zelt und Iso-Matte zu Hause lassen, als noch einmal mit irgendwelchen Billigtretern eine Reise zu machen.
Wir gingen schon früh am Abend schlafen gegen 22.15 und schliefen bis ca. 6.40 sagenhafte fast 8 ½ Stunden. Das war, soweit ich mich erinnern kann, die längste Nacht des ganzen Urlaubs, vielleicht ist sie mir aber auch nur deshalb so gut im Gedächtnis geblieben, weil es bis zum Ende des Urlaubs die letzte Nacht in einem Bett war.

© Matthes Jansen, 2006
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Vom 7-25 Juni 2006 machte ich mit meiner Freundin eine 19-tägige Interrail-Tour durch Tour durch Ligurien,Pisa,Rom,Athen,Siena,Florenz,Verona,an den Gardasee und nach Mailand.
Details:
Aufbruch: 07.06.2006
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 25.06.2006
Reiseziele: Interrail in Italien
Griechenland
Der Autor
 
Matthes Jansen berichtet seit 18 Jahren auf umdiewelt.
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