The Gambia

Reisezeit: Mai 2001  |  von Oliver Ueffing

Auf Umwegen nach Gambia

10.05.2001 Puderbach
Frankfurt, wir sind um 14:40 Uhr gebucht auf Lufthansa nach Dakar. Aber es wäre nicht "unsere" Tour, wenn hier nicht das erste Problem warten würde. Da die Lufthansa streikt, sind wir nicht so sicher, ob wir überhaupt fliegen. Aber dann geht alles besser, als erwartet. Auf der Anzeige erscheint unser Flug:

VERSPÄTET 14:30 Uhr ???
(VORGEZOGEN o.ä. gibt es wohl auf der Anzeige nicht).

Da zwei Flüge zusammengelegt wurden, müssen wir eine Zwischenlandung auf Menorca in Kauf nehmen (bleibt uns ja auch nichts anderes übrig). Gegen 20:20 Uhr Ortszeit (22:20 Uhr MEZ) sind wir in Dakar. Leider zu spät !!!
Den Anschlußflug nach Banjul können wir uns abschminken. Keine Chance in dem Durcheinander den Flieger noch zu bekommen. Auf dem Flug nach Dakar haben wir zum Glück das "Randalemännchen" Robert kennengelernt. Er saß im Flugzeug eine Reihe vor uns und meinte, er müßte sich mit den Stewardessen anlegen. Aber
egal, er ist eigentlich ganz friedlich und kann sich bei seiner Statur auch nichts anderes erlauben. Robert wird am Flughafen von einer Farbigen mit ihrem Schwager empfangen??? Ja, ist so wie wir angenommen haben.
Der Schwager hat für die Weiterfahrt nach Gambia alles organisiert und Robert bietet uns an, bei ihnen mitzufahren. Dank Robert fahren wir dann mit 6 Personen in einem alten, viel zu kleinen Taxi zwei Stunden durch Dakar. In diesen zwei Stunden schaffen wir es ca. 25 km zurückzulegen - der Straßenverkehr in Dakar ist die absolute Show. Am Ortsrand von Dakar in Rufisk übernachten wir auf einem Campingplatz in einem Zimmer mit allerlei Kriech- und Flugtieren. Hier ist
Malariagebiet und wir haben keine Prophylaxe. Das Zimmer kostet 100,- FF für zwei Personen. Den Rest zahlt Robert, er zahlt sowieso alles: für seine Freundin,
für den Schwager der Freundin - also warum nicht auch für uns. Dafür erhält er von uns die notwendige Hilfe für das Überleben in Afrika.

11.05.2001 Rufisk
02:00 Uhr wecken ???
Unser "Reiseführer". (Der Schwager von Roberts Freundin war angeblich 12 Jahre als Reiseführer tätig, außerdem bei der amerikanischen Botschaft und, und, und - Ein toller Typ !).
Er hat einen Taxifahrer gefunden, der uns um 06:00 Uhr nach Banjul fahren will. Jetzt um 02:00 Uhr will er nur unsere Zustimmung. Dann geht es auch wie mitten in der Nacht besprochen los. Nach ca. 2 Stunden haben wir einen Platten. Ein Wunder, dass wir mit der Karre überhaupt so weit gekommen sind. Der defekte Wagenheber reicht gerade aus, um das Auto ca. 2 cm aus den Federn zu heben. Nachdem wir einen vernünftigen Wagenheber organisiert haben, sehen wir das Ersatzrad - "ob da wohl mal Profil drauf war"? Damit fahren wir auf jeden Fall die restliche Strecke nicht mehr. Bei einem Reifenhändler wollen wir den ersten Reifen wieder flicken lassen. Das gelingt uns auch, nachdem wir weitere zwei Stunden mit Warten verbracht haben. Nachdem dann alle Reifen gewechselt sind: von links nach rechts,
von vorne nach hinten usw. kommen wir nach einem beinahe Unfall und einigen anderen Schwierigkeiten um 16:00 Uhr in Banjul an. CAMPING-SUKUTA:

Hier steht jetzt schon seit einigen Wochen Olivers Auto - ist aber offensichtlich alles in Ordnung.

Nach drei Bier und einer Dusche wollen wir auf die ca. 1 km entfernte "Tourimeile".
Auf der Zufahrt zu den Hotels werden wir an einem Polizeiposten gestoppt. Das Auto wird komplett gefilzt und siehe da, Oliver hat ein Messer gut und sicher im Auto versteckt - nicht sicher genug. Das Messer wird eingezogen und eine kleine Strafe (Taschengeld für den Polizisten) muß auch noch bezahlt werden. Das war eigentlich der Hauptgrund, hätten wir direkt etwas Geld rausgerückt, könnten wir schon seit 30 Minuten weg sein. Wohl gemerkt - nach 5 Minuten Fahrt bzw. nach ca. einem Kilometer mit dem eigenen Auto, die erste Polizeikontrolle und direkt gewonnen. Vor einem Hotel treffen wir Omar Cham / RC 1020 (Grenzpolizist). Er hat doch tatsächlich das Auto oder Oliver wiedererkannt. Aber ist das ein Grund, uns den ganzen restlichen Abend vollzulabern? 12:00 Uhr endlich schlafen - was für ein Tag!

© Oliver Ueffing, 2008
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Statt Paris-Dakar Gambia-Dakar-Bürder
Details:
Aufbruch: 10.05.2001
Dauer: 13 Tage
Heimkehr: 22.05.2001
Reiseziele: Senegal
Gambia
Mauretanien
Marokko
Der Autor
 
Oliver Ueffing berichtet seit 13 Jahren auf umdiewelt.