Madeira & Porto Santo 2010

Reisezeit: Mai / Juni 2010  |  von Carsten Embert

Unser erster große Urlaub mit unserem Sohnemann Julian (18 Monate). Zwei Wochen genießen wir mehr oder weniger aktiv auf Madeira, ca. eine Woche machen wir Strandurlaub auf Porto Santo.

Madeira 1. Woche

Die Anreise

Lange wussten wir nicht, ob wir überhaupt fliegen konnten, da die Aschewolke des isländischen Vulkans immer wieder Starts und Landungen in Europa verhinderte. Letztendlich ging es dann aber zu unserer Erleichterung am 18.05.2010 pünktlich von Köln/Bonn auf in Richtung Funchal. Nach ruhigen Flug landeten wir gegen 16 Uhr Ortszeit spektakulär auf dem zum Teil auf Stelzen gebauten Flughafen Madeiras. Nachdem wir unser Gepäck bekommen hatten erwartete uns bereits eine Dame von MagosCar die neben dem Auto auch diverse Vouchers unseres Reiseveranstalters dabei hatte der uns bei Planung und Buchung super unterstützt hat. Auf diesem Wegen möchte ich gleich eine Empfehlung für RMK Tours aussprechen.

Mit Hilfe der beigefügten Anfahrtsbeschreibung haben wir unsere Unterkunft, die Casinhas das Vinhas in Calheta direkt gefunden. Allerdings war das Fahren auf den Straßen Madeiras und durch die vielen Tunnel anfangs etwas gewöhnungsbedürftig. Calheta liegt etwas westlich (20-30 Autominuten) von Funchal entfernt. Mit unserer Unterkunft waren wir sehr zufrieden. Die nett eingerichteten Häuser liegen alle um den zentralen Pool, haben eine Terasse mit zumeist Meerblick, ein Wohnzimmer (mit Kabel-TV), einen offenen Küchenbereich, Bad mit Badewanne und einen Schlafbereich auf einer Empore.

Die Ferienhaussiedlung Casinhas das Vinhas

Die Ferienhaussiedlung Casinhas das Vinhas

Erstmal eingewöhnen

Den nächsten Tag begannen wir erstmal mit einem ausgiebigen Frühstück auf unserer Terasse. Dann ging es ans einrichten im Ferienhaus und die Erkundung der näheren Umgebung. So sind wir erstmal mit dem Auto nach Calheta gefahren, haben dort das Büro von RMK Tours besucht und dort ein paar sehr gute Restaurantempfehlungen erhalten, haben eingekauft und sonst eigentlich nicht viel gemacht, außer einem kleinen Spaziergang am Hafen von Calheta. Erstmal einfach ankommen und tieeeeef Luft holen.

Frühstück mit Meerblick

Frühstück mit Meerblick

Pico Airiero und Balcoes

Am folgenden Tag war dann unsere erste Tour angesagt. Wir fuhren zuerst mit dem Auto nach Funchal und von dort durch die engen Serpentinen hoch hinauf auf den Berg an Monte vorbei. Hier herschte unheimlich viel Verkehr und es war wirklich schwer auf diesen engen Straßen dem Gegenverkehr auszuweichen, insbesondere wenn uns Busse und LKWs entgegenkamen. Unser erstes Ziel war der Pico Airiero. Leider war hier gerade eine große Baustelle. Ein Kran und ein großer blanker Betonbau störten das Ambiente doch erheblich. Julian fand es dagegen toll. Er hörte gar nicht mehr auf mit "Kraaan" und "Bagga". Desweiteren waren hier Massen an Touristen (wie wir) unterwegs. Schöne Fotos konnten wir dank des super Wetters - mit Weitsicht nach allen Seiten - dennoch machen.

Auf dem Pico Airiero

Auf dem Pico Airiero

Ausblick auf den Wanderweg in Richtung Pico Ruivo

Ausblick auf den Wanderweg in Richtung Pico Ruivo

Auf den Weg zurück haben wir noch auf einem kleinen Parkplatz eine Mittagspause eingelegt bevor wir weiter nach Riberio Frio gefahren sind. Hier haben wir zum ersten mal den Kindertragrucksack ausgepackt und den Weg zu den Balcoes eingeschlagen. Eine schöne kurze Einstiegstour mit einem grandiosen Aussichtspunkt am Ziel. Zurück am Ausgangspunkt sind wir im ortsansässigen Restaurant essen gegangen. Nicht schlecht, aber keine wirklich Empfehlung. Über die Süd-Ostküste entlang am Flughafen sind wir wieder zurück nach Calheta gefahren wo wir am späten Nachmittag ankamen.

Claudi und Julian an den Balcoes mit Blick in die Tiefe

Claudi und Julian an den Balcoes mit Blick in die Tiefe

Ausblick von den Balcoes

Ausblick von den Balcoes

Paul do Mar und Jardim do Mar

Heute haben wir nicht viel gemacht. Über Prazeres sind wir zuerst nach Paul do Mar gefahren. Die Straße dorthin ist fantastisch und man erhält beeindruckende Ausblicke auf das Meer. In Paul do Mar haben wir uns zuerst ein Eis gegönnt und sind dann am kleinen Hafen spazieren gegangen. Sehr idyllisch. Am Hafen gibt es auch einen schönen Wasserfall der von der Klippe stürzt. Dann sind wir weiter nach Jardim do Mar gefahren wo wir zuerst die kleine ortsansässige Kirche besichtigt haben und dann durch kleine urige Gassen zum Meer gegangen sind. Mittags sind wir im angeblich besten Fischrestaurant (Tar Mar) der Südwestküste essen gegangen. Wir haben beide Espada mit Banane, Gemüse und Kartoffeln gegessen. Wahnsinnig lecker! Zurück im Ferienhaus haben wir noch etwas entspannt und sind später erneut zum einkaufen nach Calheta gefahren. Hier haben wir auch eine Whale-Watching Tour für die kommenden Tage gebucht.

Am Hafen von Paul do Mar

Am Hafen von Paul do Mar

In Jardim do Mar

In Jardim do Mar

Entspannung und kurzer Levadabesuch

Heute machen wir nicht viel. Wir haben viel gelesen und mit Julian gespielt. Am Vormittag fahre ich mit Julian zur nahen Levada Nova die oberhalb von Calheta entlangfliest um zu gucken ob wir dort einen Einstieg finden. Claudi bereitet derweil das Mittagessen vor. Da wir mit einem kleinen steilen Anstieg per pedes zur Levada gelangen fahren wir drei am Nachmittag erneut dorthin und wandern die Levada ein paar km entlang. Am Abend können wir das Champions-League-Finale der Bayern im TV verfolgen.

gemütliche Wanderung entlang der Levada Nova

gemütliche Wanderung entlang der Levada Nova

Encumeada Pass und Wanderung Foldahal - ohne Foldahal :-(

Heute fahren wir entlang der Küste bis Ribeira Brava und dann weiter ins Landesinnere zum Encumeada Pass. Die Passhöhe ist bei Ankuft komplett in Nebel gehüllt. Mehr als 50m Sicht ist nicht drin. Wir parken unser Auto am Straßenrand und finden schnell den unübersehbaren Einstieg zur Wanderung ins Foldahal. Die Wanderung geht anfangs häufig über die breite Mauer der Levada und bringt in jeder Kurve wieder eine neue tolle Sicht in das Tal und teilweise bis zum Meer. Mittlerweile lichtet sich der Nebel ein wenig. Am Tunnel Richtung Foldahal angekommen müssen wir leider erkennen, dass dieser es derzeit wegen Bauarbeiten verboten ist diesen zu gehen. Wir überlegen lange hin und her ob wir es dennoch wagen sollen. Da wir aber unseren kleinen dabei haben und nicht wissen welche Schwierigkeiten uns auf dem Weg im Tunnel erwarten entscheiden wir uns schweren Herzens dazu das Foldahl links (besser gesagt rechts) liegen zu lassen und der Levada noch ein paar km weiter zu folgen. An einer bekannte Steinsformation kehren wir wieder um. Auf dem Rückweg kurz vor dem Pass treffen wir auf eine Musikgruppe, die hier fröhlich musizierend langsam zum Pass marschiert. Die Gruppe ist ca. 20 Personen groß und die Musiker haben anscheinend eine Menge Spaß an ihrem Tun. Auch wir lauschen ein wenig den fröhlichen Tönen bevor wir uns wieder zurück zum Auto begeben. Im angrenzenden Souvenirladen decken wir uns noch mit Mitbringsel ein. Wir fahren weiter zur Paul da Serra und von dort eine steile und holprige Straße hinab nach Calheta.

Am Beginn der Wanderung ist die Levadamauer noch sehr breit

Am Beginn der Wanderung ist die Levadamauer noch sehr breit

Wanderung am Encumeada Pass

Wanderung am Encumeada Pass

Nebel auf der Wanderung

Nebel auf der Wanderung

Und wieder Entspannung

Nach einem Frühstück auf der Terasse fahren wir auch heute wieder nach Calheta zum einkaufen. Anstatt der Rückfahrt durch den Tunnel fahren wir diesesmal die wesentlich längere Strecke entlang am Meer und über die Berge. Nachmittags haben wir wieder entspannt und gespielt. Ich bin zwischendurch auch mal in den Pool gesprungen. Das Highlight des Tages jedoch folgte am Abend. Ich habe Claudi doch tatsächlich in "Mensch-Ärger-Dich-Nicht" geschlagen!

Julian mit Blick auf die Ferienhaussiedlung

Julian mit Blick auf die Ferienhaussiedlung

Wanderung Risco und 25 Fonteis

Gegen 09 Uhr fahren wir über Prazeres auf die Paul da Serra nach Rabacal. Heute ist wieder großer Wandertag. Zu Fuß begeben wir uns vom Parkplatz zuerst bergab in Richtung Forsthaus. Unser erstes Ziel ist der Risco Wasserfall. Der relativ kurze Weg dahin ist schön gemütlich und gut begehbar. Der Wasserfall selbst ist zwar schön aber nicht wirklich spektakulär. Hier gibt es eine Menge Vögel die aus der Hand fressen. Julian ist davon natürlich richtig begeistert.

Wir vor dem Risco Wasserfall (der Rinnsal im Hintergrund )

Wir vor dem Risco Wasserfall (der Rinnsal im Hintergrund )

Danach folgen wir den Abzweig zu den 25 Fontes. Die Wanderung führt entlang eines kleinen hübschen Tales. Allerdings sind hier wirklich Heerscharen von Touristen unterwegs. Anfangs müssen wir viele Treppen zuerst bergab, dann wieder berauf überwinden. Danach führt der schmale Weg immer weiter entlang der Levade bis man am Ziel angekommen ist. An den 25 Fontes sind wir allerdings zuerst vorbei gegangen, da hier gerade zu Mittag das ganze kleine Tal mit Touristen übersäht war. Wir haben ein paar hundert Meter weiter unsere Mittagspause gemacht und sind später zurück zu den Wasserfällen gegangen. Jetzt war es zumindest etwas leerer. Dann sind wir wieder zurück zum Forsthaus und haben dieses mal den Pendelbus bis zum Parkplatz genommen. Zurück in Calheta waren wir doch recht erledigt von der Tour und waren froh unsere Beine hochlegen zu können.

Richtung 25 Fontes

Richtung 25 Fontes

Urige Wege führen zu den 25 Fontes

Urige Wege führen zu den 25 Fontes

Levadatreppe vor den 25 Fontes

Levadatreppe vor den 25 Fontes

Ziel erreicht! Aber wieder nur ein bisschen Wassergeplätscher

Ziel erreicht! Aber wieder nur ein bisschen Wassergeplätscher

© Carsten Embert, 2010
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Die Reise
 
Details:
Aufbruch: 18.05.2010
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 08.06.2010
Reiseziele: Portugal
Der Autor
 
Carsten Embert berichtet seit 16 Jahren auf umdiewelt.
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