Zurück nach Nepal ins Land der Berge und Götter

Reisezeit: September / Oktober 2010  |  von Ines Oßwald

Mit den Affen auf Du und Du in Swayambu: Panauti........ist ein Besuch wert

Panauti ist ein Dorf im Kathmandutal, fast unberührt vom Tourismus. Hier wollten wir an meinem letzten Tag in Nepal hin. Gemeinsam mit Madhav, der Freund Bijays und ihm. So machten wir drei einen Tagesausflug. Wieder ging es vom Ratna Park, der Busplatz Kathmandus, los.
Man fährt so 2 Stunden Richtung Dulikhel. Angekommen dachte ich mir, was ist hier anders als in den anderen Dörfern des Tals?
Es ist anders. Wie schon gesagt es ist unberührt, viele Touristen gibt es nicht. Gesehen hatte ich an dem Tag keine. Panauti möchte auch am Kuchen Tourismus teil heben, so versuchen sie mit Werbung auf sich aufmerksam zu machen. Ist verständlich, aber auch irgendwie schade.

Getreide wird getrocknet in Panauti

Getreide wird getrocknet in Panauti

Alles wird noch per Hand gemacht

Alles wird noch per Hand gemacht

Panauti ist genau genommen eher eine kleine Stadt als ein Dorf.
Der erste Eindruck ist, es sieht aus wie jedes andere Städtchen im Tal, aber Panauti hat einen alten, erhaltenene Stadtkern. Meist leben die Newar, die Ureinwohner des Kathmandutals, dort.

Häuser, die nicht aussehen als wäre es in Nepal

Häuser, die nicht aussehen als wäre es in Nepal

paprika und Hirse wird in der Sonne getrocknet

paprika und Hirse wird in der Sonne getrocknet

Vor dem Indreshwar Mahadev Tempel

Vor dem Indreshwar Mahadev Tempel

In Panauti ist der Indreshwar Mahadev Tempel, welcher einer der ältesten Tempel in Nepal ist. Der dreistöckige Shiva Tempel wurde schon 1294 gebaut, rings um ihn sind zahlreiche andere Tempel und Schreine.

Waschtag am Fluss

Waschtag am Fluss

Alles wird außerhalb des Hauses getrocknet, auch die Wäsche

Alles wird außerhalb des Hauses getrocknet, auch die Wäsche

Auch hier gibt es am Zusammenfluss zweier kleiner Flüsschen eine Verbrennungsstätte der Hindus. Gerade als ich dort war fand eine Totenverbrennung statt.
Es sind nur die Männer anwesend, die Frauen bleiben zu Hause und beklagen dort den Tod des Familienmitgliedes. Außerdem sind Tränen während der Zeremonie nicht erwünscht.
Bijay und Madhav versuchten mir die Zeremonie zu erklären.
Der menschliche Körper muß komplett verbrannt sein, was an die drei Stunden dauert. Es darf weder ein Knochen noch ein Zahn übrig sein. Das würde Unglück bringen, oder wie beide meinten, böse Dämonen würden zurück kommen.
Es gibt keine Gedenkfeiern und keine Grabsteine. Der älteste Sohn entfacht das Feuer, ist alles verbrannt wird die Asche dem Fluss überlassen. Die Männer der Familie schneiden sich alle Haare, die zusammen mit der Kleidung in den Fluss geworfen wird. Für das nächste Jahr müssen sie ausschließlich weiße Kleidung, welche bei den Hindus die Trauerfarbe ist, tragen.
Etwas mulmig war mir schon als ich dabei zusah. Hindus haben allerdings eine andere Einstellung zum Tod. In ihren Vorstellungen wird die Seele des Toten in einem anderem Körper wieder geboren.
Bijay zum Beispiel, erzählte mir einmal, niemals Tiere zu töten, auch keine Ameisen, oder anderes Kleingetier, es könnte einer seiner Vorfahren sein.
Für mich selbst, unverständlich, aber es ist nun mal deren Kultur und Glaube.

Die Truergäste entledigen sich ihrer Kleidung, die in den Fluss geworfen wird

Die Truergäste entledigen sich ihrer Kleidung, die in den Fluss geworfen wird

Danach geht der Trauerzug in das Haus des Toten wo zusammen gegessen wird

Danach geht der Trauerzug in das Haus des Toten wo zusammen gegessen wird

Schulolympiade in Panauti und alle machen mit

Schulolympiade in Panauti und alle machen mit

Wie ist wohl die Antwort?

Wie ist wohl die Antwort?

Chillischoten

Chillischoten

Es war ein lehrreicher und schöner Abschlusstag meiner Reise. Panauti kann man genießen, fast allein und in Ruhe. Hier ist Nepal noch echt.
Wieder zurück in Kathmandu trafen wir uns zu einem Abschluß Essen. Diesmal kein nepalesisch, sondern koreanisch. Unser Tisch stand voll mit Schälchen, Tassen und Näppchen mit vielen vielen Dingen, wovon ich nicht immer wußte was es war. Wichtig war nur..........es war lecker.

© Ines Oßwald, 2010
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Endlich, nach einem Jahr Abstinenz reise ich wieder nach Nepal, zu Freunden, in die Bergwelt und ins Land der zwei Religionen.
Details:
Aufbruch: September 2010
Dauer: circa 4 Wochen
Heimkehr: Oktober 2010
Reiseziele: Nepal
Der Autor
 
Ines Oßwald berichtet seit 11 Jahren auf umdiewelt.
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