Japan 2011

Reisezeit: Februar 2011  |  von Silke Mahl

16.03 - 25.03

Ich habe wieder einen tollen Nachtbus gehabt und komme mit einer kleinen Muetze voll Schlaf um halb 7 Uhr morgens in Hiroshima an. Es dauert keine 5 Minuten und mir rennt Sayuki entgegen. Es ist schoen sie nach so vielen Jahren wieder zu sehen und wir begruessen uns herzlich. Ihre Mutter wartet am Auto, sie ist genau so freundlich und ihre ersten Worte "Schoen dich kennen zu lernen" kommen in sehr gutem Deutsch ueber ihre Lippen. Ich bin schon ueberascht, Sayuki hat ihr das beigebracht, sie spricht sehr gut Deutsch. Nach 20 Minuten autofahrt erreichen wir das Haus, mir kommt eine Katze entgegen die mich grimmig fixiert. "Nokko" heisst er und ich soll vorsichtig sein, er sei nicht so freundlich. Tatsaechlich aber springt er kurze Zeit spaeter zu mir auf den Stuhl am Esstisch wo wir noch eine Tasse Tee trinken. Ich kraule ihm noch kurz das Ohr bevor ich mich in mein Bett verziehe um noch etwas zu schlafen. Ich liege auf einem japanischen Futon und dachte das es sehr hart wird und bin sehr positiv angetan, denn das Teil ist Saubequem und kein bisschen hart.
Um 11 Uhr wach ich wieder auf, geh duschen und lerne dann noch Sayukis Vater und ihren Bruder mit Frau und Baby kennen. Wir essen gemeinsam zu mittag, dann fahre wir noch in die Stadt und besuchen einen wunderschoenen japanischen Garten. In dessen Zentrum ist ein See mit vielen kleinen Inseln auf denen die mir schon bekannten schoen geschnittenen Kiefern wachsen. Ueber viele kleine Bruecken und Steine hat man die Moeglichkeit den See zu ueberqueren. Ein toller Bambuswald umringt den ganzen Garten, die Pflaumen stehen in voller Bluete. Es ist sehr kalt und es faengt etwas an zu schneien als wir das Gelaende verlassen.

Das Schloss von Hiroshima wurde bei dem Abwurf der Atombombe komplett zerstoert. Das heutige Gebaeude ist ein Nachbau und dient als Museeum um zu zeigen wie es einst war. Ettliche Exponate sind in 6 Stockwerken ausgestellt.
Zu guter Letzt steht auf dem Sightseeing Programm noch der Memorial Park. Hier brennt eine ewige Flamme um an die Atombomben mit seinen Opfern zu gedenken. Von hier aus kann man den Dom sehen, dessen Ruinen nur wenige Meter vom Abwurfpunkt stehen und Teil des Parks ist. Auf dem Weg dort hin laeuft man an einigen Schaukaesten vorbei in denen Millionen Origami Kranische sind. Der Kranich gilt in Japan als "langes Leben bringer", als Origami gefaltet soll er Gesundheit bringen. Die Schaukaesten und eine Statue gedenken einem verstrahlten Maedchen das 1000 Kraniche falten wollte um wieder Gesund zu werden. Nach etwa 800 Stueck ist sie gestorben. Am Jahrestag der Bombe schicken Menschen aus aller Welt Origamikraniche nach Japan die in Krankenhaeuser verteilt werden.
Sayuki hat einen Tisch in einem Okonomiyakirestaurant reserviert. Es ist aehnlich wie ein Pfannkuchen der mit verschiedenen Dingen gefuellt ist. In Kyoto hatte ich es zum ersten mal probiert, in Hiroshima ist es Spezialitaet und wird etwas anders zubereitet. Tatsaechlich hat es mir hier beser geschmeckt, der abend wird mit ihren Eltern ist sehr angenehm. Die Leute in dem kleinen Restaurant sind neugierig und fragen oft wo ich denn her komme.
Zuhause bei Sayuki und ihrer Familie lassen wir den Tag ausklingen und ich falle zufrieden in mein tolles Bett. Die Anspannung der letzten Tage hat nachgelassen, ich bin hier etwas abgelenkt, natuerlich verfolge ich die Nachrichten immer noch mit Sorge.

Herrlich und auch lange habe ich geschlafen. Nach einem spaeten Fruehstueck setzten wir uns ins Auto und fahren an die Stadtgrenze am suedlichen Hafen. Heute wollen wir eine Faehre nach Miyajima nehmen. Die Insel ist nur etwa 2 km von Hiroshima entfernt und in 15 Minuten mit dem Boot zu erreichen. Es ist schoenes Wetter, die Sonne scheint, trotzdem ist es sehr kalt und ich bin froh das ich mich so dick eingepackt habe. Schon vom Boot aus kann ich das grosse rote Tor, das bei Flut im Wasser steht, vor dem grossen Schrein steht sehen. Es ist die gleiche Art Tor wie ich sie schon in Kyoto in Fushimi Inari, das Teil mit den vielen Toren zum durch laufen, gesehen habe. Es ist Ebbe und wir koennen auf dem Sand bis ganz zum Tor laufen, es ist ein riesiges Teil! Ich frage mich wie das wohl aussieht wenn das Wasser bis unter den auf Stelzen stehenden Schrein, reicht.
Wir gehen noch lecker Mittagessen bevor wir eine Gondel, die uns zum Gipfel des Berges bringt, nehmen. Von hier haben wir eine wahnsinns Aussicht auf das Meer, vielee kleine Inseln und Hiroshima. Der Wind pfeift uns um die Ohren, die Sonne scheint, ich geniesse den Moment. Nachdem wir wieder ins Tal gefahren und eine Tasse Tee mit Gebaeck genossen haben laufen wir nochmal an dem Schrein vorbei. Das rote Tor steht jetzt im Wasser, die Flut kommt. Ein tolles Bild!
Am Abend kommt nochmal die ganze Familie zum essen zusammen. In einem Topf wird in einer Sosse Fleisch, Kohl, Keimlinge,spezielle Nudeln, Pilze und verschiedenes Gemuese gekocht. In einer Schale auf meinem Tablett ist ein rohes Ei aufgequirlt worden. Mit den Staebchen fischt man sich einige Dinge aus dem grossen Topf der auf dem Tisch steht und gibt es in die Schale mit dem Ei, und isst es. Das Ei bleibt roh, erst nach einige Zeit stockt es etwas durch die Waerme von den anderen Zutaten. Es schmeckt super, das Ei bemerkt man eigentlich gar nicht. Ich fande die Vorstellung schon etwas seltsam, ein rohes Ei essen, aber es war wriklich nicht schlecht oder schlimm.

Um 11 Uhr abends werde ich wieder zum Bahnhof gefahren, mein Bus bringt mich heute Nacht nach Fukuoka zu meinem Bruder.

Auch die schlimmste Nachtfahrt hat irgendwann ein Ende. Es war sehr unbequem und stickig in dem Bus, ich bin erleichtert als ich um 6 Uhr in Fukuoka aussteigen kann. Mein Bruder und seine Freundinn lassen nicht lange auf sich warten,ich freue mich riesig nach so langer Zeit mir zwei bekannte Gesichter zu sehen. Wir laufen zu meinem Hostel um vor einer verschlossenen Tuer zu stehen. Also drehen wir wieder um um meine Sachen in dem Hotel meines Bruders ab zu stellen. Nach einem Fruehstueck zeigen sie mir den Schrein in dem die Hochzeit stattfindet, dann besuchen wir eine Ausstellung von einem der bekanntesten Maler Japans. Diese ist sehr beeindruckend und schon interessant zu sehen wie sich der Malstil im laufe der Jahre veraendert hat. Die Ausstellung ist sehr gross und ich finde fast etwas zu lang. Mittlerweile ist es Mittagszeit, wir haben alle Hunger und gehen noch "Ramen" essen, aehnlich einer Nudelsuppe mit Schweinfleisch in einer sehr kraeftigen Bruehe, bevor wir wieder meine ganzen Sachen zu meinem Hostel schleppen. Todmuede fall ich auf mein Futonbett und muss erfahren das es sehr hart ist, trotzdem schlaf ich schnell ein. Nach einer erfrischenden Dusche treffen wir uns am Abend wieder und gehen Sashimi essen, roher Fisch. Es ist aehnlich wie Sushi, nur ohne Sushi, also den Reis. Sushi bezeichnet eigentlich nur den Reis auf den der Fisch gelegt wird. Das Restaurant ist gross, im Japanischen Stil, also ohne Stuehle auf den Tatamimatten am Tisch sitzend. Die Tische stehen in 2 grossen Booten die ringsum von Wasser umgeben sind in denen Fische schwimmen die man angeln und dann natuerlich essen kann. Logisch das wir uns einen fischen, frischer gehts nicht. Kaum ist der Fisch aus dem Wasser gezogen als auch schon ein Mann vom Restaurant angerannt kommt, irgendwas laut erzaehlt so dass das ganze Restaurant mitbekommt das hier jemand einen Fisch gefangen hat. Zum Schluss ertoent noch ein Gong, es wird noch was gesagt und alle klatschen ein mal in die Haende. Es dauert nur 5 Minuten dann liegt der Fisch zerlegt in einer Schale mit Eis auf dem Tisch. Der Kopf und Schwanz sind zur Zierde auch auf dem Eis trappiert. Hm, sehr lecker! Dann faengt der Fisch auf einmal an sich zu bewegen. Ganz erschrocken faellt mir mein Essen aus den Staebchen, mir wird erklaert das das normal ist. Wenn man ein Huehnchen schlachtet rennt es auch noch weiter wenn man es nicht festhaelt. Es sieht schon skuriel aus, ein Fischkopf mit den seitlichen Flossen und der Schwanz der sich bewegt. Wir essen noch einiges warmes, trinken Bier und haben einen lustigen abend.

Wir treffen uns am freuhen Morgen am Bahnhof um in den Shinkansen, den Japanischen ICE, zu steigen der uns zum suedlichen Ende des Landes bringt. In nur 2 Stunden sind wir mit rund 300 kmh in Kagoshima angekommen. Ich bekomme gar nicht mit wenn der Zug anfaehrt oder abbremst, so leise ist er. Es gibt ein Schienennetz welches ausschlieslich vom Shinkansen benutzt wird, der Zug gleitet fast ohne Ruckeln durch das Land. In Kagoshima haben wir nicht viel Zeit, wir fahren schnell mit einem Taxi zum Hafen, dort wartet eine Faehre die uns weiter nach Yakushima bringt. Dies ist eine Insel Suedwestlich von Japan und ist bekannt fuer ihre traumhaften Waelder die Wanderer aus der ganzen Welt anlockt. Von Maerz bis Dezember ist Regenzeit, in den restlichen 2 Monaten schneit es. Wir haben aber Glueck, heute regnet es nicht. Die Faehre brauch,trotz dass sie sehr schnell faehrt, gute 2,5 Stunden um zur Insel zu kommen. Durch die enorme Geschwindigkeit hebt das Buck des Schiffes ab und wir rasen in einer leichten Schraeglage ueber das Meer. Am Nachmittag erreichen wir unser privates Gaestehaus. Ein super freundlicher Mann begruesst uns an der Tuer, wir trinken einen Tee zusammen dann zeigt er uns unser Zimmer. Das Schlafzimmer ist durch eine Schiebtuer wie man sie aus asiatischen Filmen kennt vom Esszimmer getrennt. Dahinter ist der Raum mit Tatamimatten ausgelegt, darauf sind drei Futons vorbereitet. Toll, wieder ein tradizionelles Japanische Bett! Super gemuetlich!
Wir machen alle ein Nickerchen, spaeter ruft der Gastwirt zum Abendessen. Es gibt Sashimi, d.h. rohen Fisch, Reis, Suppe und verschiedene Dinge deren Namen ich nicht kenne. Es schmeckt wirklich ausgezeichnet! Wir unterhalten uns etwas mit dem Gastwirt, er spricht nur Japanisch, ich verstehe kein Wort aber das ist egal, ich finde ihn trotzdem Todsympathisch. Er ist einfach zuckersuess, laechlet immer und scheint irgendwie nervoes zu sein.

Es ist nicht spaet als wir uns wieder ins Bett verziehen, der kommende Morgen wird uns schon um 4 Uhr aus den Federn zwingen!

Also um 4 Uhr morgens aus einem kuschelig warmen Bett zu krabbeln ist schon fast Brutal. Um kurz nach 5 faehrt uns ein Bus zum Ausgangspunkt unserer 10 Stunden Tageswanderung. Unser Gastwirt hat uns noch ein Fruehstueckspacket gemacht welches wir noch in einer Huette bevor wir los laufen essen. Es gibt Reisbaellchen einmal gefuellt mit Fisch und einmal mit Gemuese, dazu irgendwelche Bohnen und fritiertes. Es ist morgens schon etwas gewoehnungbeduerftig aber es gibt Kraft und macht echt satt! Dann gehen wir los, der Weg beginnt Schienen zu folgen. Falls sich jemand verletzt kann hier eine kleine Bahn entlang tuckern die dann den Verletzten einsammelt. Der Wald wird immer dichter, viele Bruecken ueberspannen felsige Taeler in denen riesige Felsbrocken liegen, dazwischen rauscht ein reissender Fluss die Berge hinunter. Sachte steigt das Gelaende an, wir laufen immer noch auf den Gleisen. Es sind viele Leute unterwegs aber das Feld splittet sich sehr schnell auf. Einige Kinder sind auch unter den Laeufern, immer wieder bleiben auch wir mal stehen um Fotos zu machen. Nach guten 2,5 Stunden kommen wir ans Ende der Gleise und veralssen den "angenehmen" Teil. Jetzt beginnt eine kracksel Tour ueber Stock und Stein. An vielen Stellen ist der Untergrund matschig und glitschig, wir muessen maechtig aufpassen und kommen nur langsam vorran. Berg auf und dann wieder Berg ab, ueber Steine und umgestuerzte Baeume muessen wir klettern. Weit kann am durch das dichte Gruen rings um uns herum nicht schauen. Wir steigen immer weiter den Berg hinauf und in den Wald hinein, an einigen Ecken tauchen Schneereste auf. Je weiter hoch wir kommen desto mehr wird auch der Schnee bis wir nach weiteren 2 Stunden staendig auf Schnee laufen. An grssen breiten Baeumen kommen wir vorbei,dann endlich kommen wir an unser Ziel. Man sagt diese Zeder ist rund 3000 Jahre alt, der Umfang betraegt ueber 8 Meter! Ein Schild davor weisst auf all die Pflanzen hin die auf dem Baum wachsen, es sind ueber 10 Stueck. Dieser Teil des Waldes und der Baum gehoeren zum Weltkulturerbe. Wir sind schon etwas erleichtert jetzt die Haelfte der Strecke gelaufen zu haben, denn der Rueckweg ist der gleiche wie der Hinweg. Wir wenden dem 28 Meter hohen Baum den Ruecken zu nachdem wir zahreiche Fotos gemacht haben und beginnen mit dem nicht weniger schwierigen Abstieg. Wir kommen schenller voran als auf dem Hinweg, alle schlittern mehr oder weniger ueber den Schnee, einige fallen sogar hin. Trotzdem zieht sich der Rueckweg irgendwann wie Kaugummie, besonders nachdem wir die Gliese wieder erreicht haben. Mir tut mein liebes Knie wieder weh, meinem Bruder die Achillessehne, nur seiner Freundinn tut nichts weh. Nach langen und anstrengenden 10 Stunden wandern fahren wir wieder zurueck zu unserem Gasthaus. Wir sind uns alle einig das es win super Tag mit tollen Eindruecken war, nur etwas lang.

Unser toller Gastwirt tischt uns wieder ein sehr gutes Abendessen auf und ist neugierig wie unser Tag war.

An diesem morgen geht es nicht ganz so frueh los. Wir koennen noch im Gasthaus fruehstuecken bevor wir wieder in den Bus steigen. Wir haben heute eine 4 Stunden Wanderung in den "Prinzessin Mononoke" Wald vor. Er gilt als der schoenste Wald in Japan, der Animefilm ist diesem Wald nachempfunden. Es giesst wie aus Eimern, bewaffnet mit je einem Regenschirm stapfen wir los in den Wald. Ich muss zugeben, dass ich kurze Zeit als meine Jackenaermel angefangen haben durch zu weichen und meine Hose komplett nass war, keine Lust mehr hatte. Das Wasser kam uns in Baechen von oben entgegen, wir mussten uns so sehr auf den Weg konzentrieren dass wir zu beginn nicht viel von dem Wald um uns mit bekommen haben. Endlich laesst der Regen nach, wir koennen sogar die Regenschirme zu machen. Die Umgebung ist wunderschoen, der Wald macht den Eindruck als wenn noch nie ein Fuss ihn betreten haette. Alles, wirklich alles ist satt Gruen, dickes Moos ueberwaechst Steine und Baeume. Es scheint wie verzaubert wenn das Wasser von ueberall herab tropft und dann die Sonne alles glitzern laesst. Ich vergesse das meine Schuhe triefnass sind und staune Baukloetze ueber dieses wunderschoene Stueck Natur, sowas hab ich noch nie gesehen! Etwa 2 Meter von uns entfernt laeuft ein Reh Seelenruhig durch das Dickicht und laesst sich ueberhaubt nicht von uns stoeren. Wir sind noch nicht am Ziel und folgen dem steinigen Weg weiter Bergauf zu einem grossen Felsen. Der Weg wird immer steiler, wir kommen maechtig ausser Atem. Endlich wird der Wald lichter und auf einmal treten wir heraus aus dem Gruen auf den Ruecken eines gewaltigen Felsens der alles ueberragt. Wir stehen unglaublich hoch ueber einem grossen Tal, den riesigen Fluss kann man nur noch als weisse Linie erkennen, Wahnsinn! Der Wind ist sehr stark, mir wird fast ein bisschen schwindelig und gleichzeitig ueberkommt mich ein unvergessliches Gefuehl von Freiheit und Zufriedenheit. Einzig der Nebel schmaelert das ganze ein wenig, aber nicht wriklich. Wir sind alle sehr froh das wir bis ganz hoch gelaufen sind, wir wussten nicht recht ob uns die zeit reicht. Gluecklich laufen wir wieder den Berg hinunter in den traumhaftesten Wald uebrhaupt hinein. Als wir an der Huette am Eingang ankommen regnet es wieder, wir muessen noch etwas auf den Bus warten der uns zur Faehre bringt. Wir essen Schokolade aus Neuseeland, wir bieten anderen auch ein Stueck an. Sie beaeugen die Packung auf der "Squeesed Oposum" steht und meinen es saehe aus wie Oposum Scheisse, darauf hin wollen alles wissen wie man das auf Deusch sagt und sind ganz Stolz als sie Scheisse sagen koennen.

In Kagoshima haben wir nach der Faehre noch etwas Zeit und gehen noch "schwarzes Schwein", ein Schwein mit schwarzer Haut, essen.
Bis ich im Hostel bin ist es 23 Uhr, ich bin Hundemuede und schlaf sofoert auf meinem harten Futon ein.

Nachdem ich im Hostel ausgecheckt habe schleif ich meine ganzen Sachen zum Hotel in das ich heute einziehen darf. Der weg ist eigentlich nicht so sehr weit, aber mit meinen grossen Rucksack hinten, einem kleinen vorne und 2 Taschen ist es dann doch ein ganz schoenes Stueck. Ich beziehe meinen Comfort Room im neunten Stock, springe halb nackt auf dem Bett herum ud freu mich meines Gluecks. Mit meinem Bruder und seiner Freundinn gehe ich zu Mittag essen, dnach gibts noch ein grossen Eis mit Erdbeeren, die schmecken hier viel besser als zu Hause. Die beiden haben heute noch einiges zu tun und so trennen wir uns. Ich schlender noch eine gute Stunde in Einkaufspassagen um her bevor ich wieder ins Hotel gehe und faul auf meinem genialen Bett rumliege, fern schaue und schokolade esse.
Meine Eltern heute kommen heute abend noch in Fukuoka an. Am Flughafen treffe ich wieder mit Andre und Miyuki, eine halbe Stunde spaeter kommen meine Eltern schon durch das Gate. Es tut gut sie wieder zu sehen! Mit dem Taxi gehts zurueck in die Stadt, im Hotel einchecken. Bei einem Italiener lassen wir den abend kulinarisch ausklingen.

Heute steht ein gemeinsames Sightseeing auf dem Programm. Vom Fukuoka Tower hat man einen guten Ausblick ueber die Stadt und das Meer. Auf Schildern an den Waenden kann man sehen in welche Richtung verschiedene Laender liegen mit den jeweiligen Entfernungen dazu. Von hier aus nehmen wir nach dem Mittagessen die U-Bahn um zu einem grossen Park zu kommen. Hier gibt es einen See der entweder umrundet werden kann oder man laeuft ueber Bruecken und Inseln quer darueber. Ein schoen angelegter ruhiger Ort, die Sonne scheint. Von hier aus hat man direkten Zugang zu einem uebergrossen Schrein dessen Hauptzugangsweg so breit wie eine 4 spurige Strasse ist. Das Gebaeude selbst ist wenig geschmueckt, wir erklaeren unseren Eltern noch den ueblich Ritus wenn man einen Schrein betritt. Grosse Glocke laeuten, 2 mal Verbeugen, 2 mal laut klatschen, 1 mal verbeugen.

In der naehe finden wir noch den Staedtischen Japanischen Garten der teilweise im Zenstil arrangiert ist. Wasser spielt eine Zentrale Rolle in Japanischen Gaerten, so ist natuerlich auch hier wieder ein See in der Mitte auf dem einige kleine Inselchen liegen.
Vom vielen laufen ruhen wir uns alle noch eine Stunde im Hotel aus bevor wir uns zum Dinner mit Miyukis Familie treffen. Wir sitzten in einem super schicken Restaurant wo lauter kleine Portioenchen auf den Tellern liegen. Es schmeckt fantastisch!
Da ihre Familie kein Englisch spricht haben wir eine grosse Sprachbarriere, Andre und Miyuki uebersetzten fleissig und so entsteht schnell eine entspannte Atmosphaere. Es wird viel gelacht, ich versuche meine 5 Brocken Japanisch an zu wenden. Nach etwas Alkohol kommen dann doch vorsichtig eine Handvoll englische Worte von ihrer Familie, so geht alles seinen Gang und wir amuesieren uns praechtig.

Ich fahre heute mit meinen Eltern nach Kumamoto wo wir eine Nacht bleiben wollen. Auf den Punkt genau faehrt der Shinkansen am Bahnhof ab, in einer guten halben Stunde steigen wir schon wieder aus. Mit der Strassenbahn ist es ein Kinderspiel in die Innenstadt zu kommen wo unser Hotel liegt. Es ist noch vormittag, in Japan kann man erst ab 15 Uhr einchecken. So deponieren wir unser Gepaeck und fahren weiter zum aeusseren Rand der Stadt in einen grossen Garten. Es gehoert zu den schoensten in ganz Japan und es hat 3 Generationen geadauert bis er ferig war. Im See schwimmen unglaublich grosse Koi Karpfen, drei verschiedene Reiher sind auf Beutezug um sich die kleinen Fisch zu schnappen. Die Kirschbluete beginnt, wir koennen schon einige Baeume bewundern. Von einer Bank in der Sonne aus laesst sich das treiben der Fische, Reiher und Menschen gut beobachten und wir setzten uns hier ein wenig hin. Mittlerweile ist es Nachmittag, die Strassenbahn bringt uns zurueck in Stadtzentrum wo wir nach einem Bummel ins Hotel gehen.

Wir finden am Abend ein "Bio Restaurant", welches wir empfohlen bekommen haben und ich esse die beste Tomatensosse mit Pasta die ich je gegessen habe! Wir werden wie immer neugierig beaeugt, als wir gehen moechten haelt uns noch eine junge Frau an und fragt uns ob wir aus Deutschlabd waeren. Tatsaechlich studiert sie Deutsch und war mit ihrem Mann schon mal in Frankfurt gewesen. Wir unterhalten uns noch kurz mit ihr, dann suchen wir das Hotel auf.

Schon relatiev frueh schaelen wir uns aus den Federn, das Fruehstuecksbuffet hat nur bis 9.30 Uhr geoeffnet. Von Reis, Suppe, Nudelsalat, rohen und gegrillten Fisch ueber Broetchen und Croissants gibts fuer jeden Geschmack etwas.
Gut gestaerkt verlassen wir gegen halb 11 das Hotel um das Castle von Kumamoto zu besichtigen. Wie auch schon der gestrige Garten gilt auch dieser Bau als einer der schoensten im ganzen Land. Vom einstigen original Bau ist nur noch ein Turm erhalten, das Hauptgebaeude sowie alle anderen Tuerme sind Nachbauten. Es gibt 2 hohe Schlossmauern zwischen denen ein Kirschbaum neben dem anderen steht. In einem Teil steht ein uralter risieger Ginkobaum der einen Umfang von 10 Metern hat! Das Schloss selbst ist ein unglaublich toller Bau mit 8 Stockwerken. Im inneren sind exponate vergangener Zeiten zu sehen, unter anderem ein Originalteil eines alten Schiffes. Ueber unzaehlige Treppenstufen kommt man Stockwerk fuer Stockwerk immer hoeher, die Raeume werden immer kliener, die Treppen immer steiler. Schliesslich, ganz oben, hat man eine irre Sicht ueber die ganze Stadt bis zum Horizont.
Vom Schloss aus ist es nicht weit bis zu einem Samuraihaus. Hier wohnte einst einer der besten Samurai Kumamotos, sein Haus wurde als Museeum fuer die Oeffentlichkeit zugaenglich gemacht. Eine schicke Bleibe, fuer japanische Verhaeltnisse sehr gross, mit einem schoenen Garten um den das Haus herum gebaut wurde.
Die Sonne lacht, es wird warm, auf dem Weg liegt noch ein Botanischer Garten in dem einige Kirschbaeume schon in voller Bluete stehen. Wunderschoen haengen die Zweige gen Boden, ein einziges zartes rosa Bluetemeer.
Zu guter letzt ersteigen wir noch ein par schoene Souveniers in einem Keramikgeschaefft und entdecken ein echtes Schweizer Cafe in dem ich einen Windbeutel esse in den mich rein legen koennte.
Am fruehen abend bringt der Shinkansen uns zureuck nach Fukuoka wo uns mein Bruder wieder empfaengt. Wir gehen noch Indisch essen bevor wir alle frueh in die Hotels verschwinden. Morgen steht die Hochzeitsfeier an, wir wollen alle fit sein.

© Silke Mahl, 2011
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Die Reise
 
Worum geht's?:
nach 8 Wochen in Aoteraoa, Neu Seeland, kommen nun noch 4 Wochen im Land der aufgehenden Sonne
Details:
Aufbruch: 26.02.2011
Dauer: 3 Tage
Heimkehr: 28.02.2011
Reiseziele: Japan
Der Autor
 
Silke Mahl berichtet seit 11 Jahren auf umdiewelt.