In 74 Tagen um die Welt

Reisezeit: März - Mai 2012  |  von Mario Hueber

FRANZÖSISCH - POLYNESIEN: Rangiroa

02.05.-05.05.2012 - A toll's Atoll

Zu Mittag flogen wir weiter auf das Atoll Rangiroa, auf dem ca. 3.000 Einwohner leben. Es ist das zweitgrößte Atoll der Welt (75 km Ost-West- und 25 km Nord-Süd-Ausdehnung) und so riesig, dass es selbst aus der Luft nicht zu überblicken ist. Beim Landeanflug sieht man nur den schmalen Landstreifen (nirgends breiter als 300 m!) sowie links und rechts das Meer, ein ungewohnter Anblick. Der Flughafen dagegen ist überschaubar - man geht vom Rollfeld ins "Terminal" hinein und an der Tür ein paar Meter daneben warten bereits die Gäste, die für den Weiterflug zusteigen. Es gibt weder Röntgenkontrollen, noch wird auf Flüssigkeiten geachtet. So einfach und unkompliziert läuft es hier auf allen Inseln ab. Vielleicht war es bei uns früher ja auch einmal so...
Unsere Pension, wunderschön an der Lagune gelegen, liegt etwas außerhalb des Dorfes. So liehen wir uns gleich zwei Räder aus und fuhren in den Ort hinein. Es gibt zwei Kirchen, ein paar kleine Supermärkte, zwei Banken, eine Schule und eine große überdachte Sporthalle. Ansonsten tut sich nicht viel. Etwas außerhalb gibt es noch ein Collège und ein zugehöriges Internat, denn auch für die Kinder der Nachbarinseln ist dies die einzige weiterführende Schule ab 14 Jahre. Der Ring des Atolls ist immer wieder unterbrochen und besteht somit eigentlich aus vielen kleinen Inseln. Wenige davon sind durch Brücken miteinander verbunden. An drei Stellen können auch Schiffe in die Lagune einfahren. Wir radelten zu einer dieser Stellen, dem Tiputa-Pass, wo man am späten Nachmittag Delphine beobachten kann, die die Strömung und den stärkeren Wellengang im Pass dazu nutzen, Sprünge aller Art vorzuführen. Es war toll, ihnen zuzusehen!

Am nächsten Tag besuchten wir in der Früh eine Perlenfarm. Es war sehr interessant, mehr über den komplexen Vorgang der Perlzucht zu erfahren. Die Zucht einer Perle dauert etwa drei Jahre, der Kauf dagegen nur wenige Minuten. Danach gingen wir bei unserem Bungalow schnorcheln, bis wir am Nachmittag zum "Sunset-Dive" abgeholt wurden. Das Riff bricht fast senkrecht in die unergründliche Tiefe ab und es war für uns ein neues Gefühl, so einen großen Raum unter uns zu haben. Die Fischvielfalt ist atemberaubend. Wunderschöne Gefleckte Adlerrochen zogen elegant an uns vorbei - ein majestätischer Anblick. Außerdem setzte ein riesiger Schwarm Doktorfische zur Paarung an; diese waren dann aber wohl doch zu scheu, den Zeugungsakt vor Publikum zu vollenden...
Auch am nächsten Morgen gingen wir tauchen. Kaum waren wir ein paar Meter unter Wasser, begrüßten uns ein paar Delphine und schwammen ein paar Mal flink um uns herum. Auch ein Delphinbaby war dabei und hielt sich dicht an Mutters Flossen. In einiger Entfernung zogen etwas später Weißspitzen-Riffhaie an uns vorbei und abermals konnten wir das elegante und harmonische Gleiten der Adlerrochen verfolgen. Den Rest des Tages verbrachten wir auf unserer schattigen Terrasse und drehten noch mal eine Runde im Ort.
Am Flughafen spielte eine Gruppe Männer mit Gitarren und Ukulele ein paar fröhliche Stücke. Als die Air Tahiti-Maschine landete, zogen sie sich die Neon-Westen über und machten sich an die Arbeit, das Gepäck aufs Rollfeld zu bringen. Auch darin spiegelte sich die gesellige Gemütlichkeit der Menschen hier wider.

***

We went on to the atoll of Rangiroa (3,000 inhabitants) which is the second largest atoll in the world. And it is indeed really huge - you can't even see the entire circle from the plane! However it is nowhere broader than 300 meters! The airport is tiny - one door for the arrivals and next door for the people waiting in the departure line. The men playing songs on the guitar and ukulele before the arrivals stop playing when the plane is landing, put on their neon vests and start getting the luggage outside. It's a really small island with one main village. As our pension was located a bit outside of the village, we took two bikes and did a tour to discover some small shops, two churches, a school and a bit further away there is a "collège" for the over 14-year olds from the island and its neighbouring islands too. We went on to the big pass (there are only three of them) which enables boats to enter the lagoon. Later in the afternoon dolphins can be watched there when they use the tide and its waves to show off with their jumps. It was really nice to watch them.
On the next day, we visited a pearl farm. It was really interesting to get to know more about the complex procedure of culturing pearls. It takes three years until one pearl is ready - only a couple of minutes to buy them though... Then we did some snorkelling until we were picked up for the sunset dive. Never before have we had such a big space underneath us and the reef was steep - so it was an amazing new experience. Soon we saw beautiful eagle rays elegantly passing by - they looked so majestic! A huge swarm of surgeon fish was about to copulate but in the end they must have been too shy with the spectators watching them.
We did another dive the next morning. As soon as we got a few meters under water, some dolphins joined us and swam around us a couple of times. There was a dolphin baby staying close to its mummy. Then we saw some white tip sharks and some more of the beautiful rays. It was stunning! Later we did another tour in the village and enjoyed our shadowy terrace.

Der schmale Streifen des Atolls

Der schmale Streifen des Atolls

Herrlicher Ausblick auf die Lagune

Herrlicher Ausblick auf die Lagune

Tollkühne Sprünge

Tollkühne Sprünge

Geburt einer Perle

Geburt einer Perle

Mir san mit'm Radl da

Mir san mit'm Radl da

Tollkühne Taucher

Tollkühne Taucher

Kraftvolle Schwimmer (Foto von Taucher unserer Gruppe)

Kraftvolle Schwimmer (Foto von Taucher unserer Gruppe)

Wunderbare Abendstimmung

Wunderbare Abendstimmung

Das riesige Atoll Rangiroa

Das riesige Atoll Rangiroa

© Mario Hueber, 2012
Die Reise
 
Worum geht's?:
Südamerika - Südsee - Neuseeland - Australien - Singapur
Details:
Aufbruch: 12.03.2012
Dauer: 11 Wochen
Heimkehr: 24.05.2012
Reiseziele: Peru
Österreich
Bolivien
Chile
Französisch Polynesien
Frankreich
Neuseeland
Australien
Singapur
Der Autor
 
Mario Hueber berichtet seit 12 Jahren auf umdiewelt.