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Reisezeit: Juli / August 2013  |  von Julia S

Ganga Aarti, Gewürze und grandiose Begleitung

Varanasi Teil 2

Namaste again!

Wie im vorigen Bericht, war ich gestern Abend bei der Ganga Aarti, einer Zeremonie mit Feuer, Wasser, Rauch und viel Lärm (Glöckchen, Muscheln als Blasinstrumente, Gesang ...). Während der Monsunzeit findet diese Zeremonie in Innenhöfen oberhalb der Ghats statt, sonst wohl direkt am Wasser auf den Ghats.
So schön die Zeremonie mit den sieben in Seide gewandeten, sehr gut aussehenden Jünglingen (Priester? Oder doch mehr so etwas wie Chef-Messdiener?!), die sich anmutigst bewegen konnten, auch war - es hatte leider auch etwas von Touristenzirkus. Das trübte mein Wohlgefühl aber nur marginal - die indische Gelassenheit, das Einverstandensein damit, wie die Dinge eben sind, hat mich voll okkupiert, so dass ich mich auch nicht über andere Touris aufregen muss.
Bei der Ganga Aarti wird immer der gleiche Ablauf an Bewegungen, Gesängen etc. wiederholt, nur haben die sieben Ausführenden immer andere Dinge (zum Schwenken oder auch mal Rosenblütenblätter zum Werfen) in der Hand, z.B. einen Weihrauchschwenker, eine Pyramide mit Teelichtern, eine Metallkobra, aus deren Mund Flammen kommen u.s.w. Etwas Feierliches hatte das ganze v.a. aufgrund der konzentrierten und innigen Ausführung der sieben jungen Männer.
Nett fand ich auch, dass Aakash (mein personal guide vom Hotel) mich begleitet hat und mich nach der Zeremonie dort wieder abgeholt hat, weil die Hotelmannschaft nicht wollte, dass ich allein im Dunkeln durch die Gassen streife.
Überhaupt möchte ich hier mal ein großes Lob an das nette Team vom "Shree Sai Kripa Guet House" am Shivala Ghat loslassen. Also haben sich rührend, aber nicht aufdringlich um mich gekümmert und Touren zu fairen Preisen angeboten (z.B. Sarnath für 4 Personen für 200 IR / Person).

Am letzten Tag in Varanasi habe ich zunächst ausgecheckt und wollte frühstücken gehen (außerhalb des Hotels). Keine Chance, denn Krishna und Aakash erblickten mich von Krishnas Internetcafé aus und hatten fix Chai und ein Sandwich für mich organisiert. Aakash hat dann noch einen Rundgang in der Stadt angeboten. Inzwischen war ich überzeugt davon, dass er da wirklich Lust zu hatte und kein Geld versienen wollte und so habe ich eingewilligt. Wir haben seine Nichte besucht, die mir gratis ein echt schönes Henna-Tattoo gemacht hat. Außerdem waren wir noch bei einem Gewürz- und Ölhersteller, der total nett war und mir viele Dinge erklärt und gezeigt hat. Aashadwini (so heißt er) hat sieben eigene Kühe, die im Atrium seines Hauses leben. Ich habe diesen Melkstand für Dich, Kathi, natürlich fotografiert!
Auf dem Rückweg zum Internetcafé haben Aakash und ich die Rollen getauscht, sprich: er war mein Tourist. Er hat mir angeboten - falls ich keine Lust auf Schule mehr hätte - dass wir im Teamwork doch Gruppenreisen durch Indien organisieren könnten, oder auch Schulgruppenreisen. Ja ... Mal sehen, ne?!
Der Abschied von den Jungs war dann richtig traurig und ich musste mehrfach versprechen, wieder nach Varanasi zu kommen. Klaro, gerne, diese Stadt hat mich absolut in ihren Bann gezogen!

Zum Bahnhof ging es im TukTuk (für echt indische 35 Rupees), schnell noch das Bahnhofsrestaurant für eine Portion Nudeln (Sicherheitsessen für 12stdg. Zugfahrten mit nicht ganz so feudablen Toiletten) gestürmt und dann ging es schon ab in die Sleeper Class. Ich hatte einen Topplatz (Side Upper - für Leute unter 1,75 m wirklich zu empfehlen). Schnell Bekanntschaft mit den beiden Herren und zugehöriger Dame der umliegenden oberen Liegen geschlossen, noch zwei Runden Chai (Hallo Klo!) Einladungen mitgemacht (alles andere wäre echt unhöflich gewesen) und dann schlaffertig gemacht. Ich habe ziemlich gut geschlafen - trotz schreiender Kinder, schnarchender Männer und telefonierender Inder (wobei es ab 22 Uhr wirklich ruhig und dunkel war). Beeindruckt davon, dass die Indian Railways es schafft, auf 850 km nur 2 Minuten Verspätung zu haben.

In Agra stolperte ich etwas müde um 6:15 Uhr aus dem Zug und hatte SOFORT wieder glasklar im Hirn, dass Agra die nervigste (angesichts der Schlepper und Fahrer) Stadt ist, die ich in Indien bisher kennengelernt habe. Doch dazu morgen mehr ...

Alles Liebe und Shanti Om! Jule/ia

Ganga Aarti

Ganga Aarti

überflutete Ghats

überflutete Ghats

Der Meister der Gewürze und Öle

Der Meister der Gewürze und Öle

© Julia S, 2013
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Nach sieben Jahren Sehnsucht nach der "Faszination Indien", teste ich nun den Monsun! Meine Ziele werden vermutlich im Nordwesten liegen (Amritsar, Chandigarh, Valley of Flowers), Pushkar will ich wiedersehen, evtl. bekommt Jaipur eine zweite Chance und möglicherweise zieht es mich nochmal nach Agra zum Taj ... Änderungen nicht ausgeschlossen. Ich freue mich auf Menschen und Eindrücke während meiner Reise ... mal sehen, was mich diesmal so anspringt und mich berührt!
Details:
Aufbruch: 23.07.2013
Dauer: 4 Wochen
Heimkehr: 16.08.2013
Reiseziele: Indien
Deutschland
Der Autor
 
Julia S berichtet seit 18 Jahren auf umdiewelt.
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