Zu Fuß durchs Nachbarland

Reisezeit: April 2019  |  von Sylvia Michel

Auf dem Kamm zum Jeschken

Etwas sozialistischer Charme

Etwas sozialistischer Charme

Es sieht wenig aus, aber es waren nur einige Gäste im Hotel

Es sieht wenig aus, aber es waren nur einige Gäste im Hotel

Der lustige Fahrplan mit NUR EINER EINZIGEN VERBINDUNG.

Der lustige Fahrplan mit NUR EINER EINZIGEN VERBINDUNG.

Los geht's!

Los geht's!

Unser Ziel- dort oben auf dem Jeschen ist unsere heutige Übernachtung geplant.

Unser Ziel- dort oben auf dem Jeschen ist unsere heutige Übernachtung geplant.

Unterwegs

Unterwegs

Gedenkstein

Gedenkstein

Fast am Ziel,...

Fast am Ziel,...

Das Standardzimmer

Das Standardzimmer

Nostalgische Tapete

Nostalgische Tapete

Im KCmfortzimmer

Im KCmfortzimmer

Im Gangbereich

Im Gangbereich

Blick auf Liberec

Blick auf Liberec

Im Eingangsbereich

Im Eingangsbereich

Zu später Stunde,...

Zu später Stunde,...

Wunderschön, hier übernachten zu können!

Wunderschön, hier übernachten zu können!

Auf dem Kamm zum Jeschken

Samstag, 13.04.2019
Nach einer langen und ruhigen Nacht frühstücken wir im Hotel. Ja, das Hotel hat schon bessere Zeiten gesehen. Das sieht man am Geschirr und Besteck mit Namensprägung, das sieht man an der Größe und Ausstattung der Räume und an den hochwertigen Parkettböden.
Es ist wie überall: der Zahn der Zeit, wenig Geld und jetzt im April wenige Gäste.
Wir sind nur ein paar wenige Hotelgäste; können uns unseren Tisch auswählen; bekommen frische Eierspeisen aus der Küche und sind mit unserem Frühstücksbufett rundherum zufrieden.
Auch der Kaffee ist sehr gut. Es fehlt nur an frischem Obst.
Gut gestärkt starten wir in Tag zwei.
Mit dem Linienbus fahren wir zum Bahnhof Rokytnice, der etwas außerhalb des Ortes liegt. Anhand des Fahrplanes (Foto!) kann man erkennen, dass der Zug heute 10:08 Uhr abfährt. Über Jablonec nad Jizerou, Jilemnice, Semily und Mala Skala führt unsere Strecke. Das ist so schön, weil wir in dieser Gegend schon viel gewandert sind und nun vom Zug aus ganz andere Perspektiven erkennen.
In Jermanice steigen wir aus und beginnen unsere heutige Wandertour. Von hier aus wollen wir auf den Jeschken laufen und dort übernachten. Das ist schon lange ein großer Wunsch von mir und wird mir jetzt von meinen Kindern erfüllt.
Am Bahnhof beginnt der grüne Wanderweg, der uns unserem Ziel ein Stück näher bringt. Schweißtreibend führt uns der Weg noch in der Ortschaft einige Höhenmeter nach oben. Linker Hand kommen wir am Sessellift vorbei. Eine Option, Höhenmeter zu gewinnen, wäre eine Auffahrt mit dem Lift, um dann auf dem blauen Weg zu wandern. Wir entscheiden uns, zu Fuß zu gehen und peilen unser erstes Etappenziel an - den Aussichtsturm Rasovka. Hier in der Gaststätte essen wir eine Kleinigkeit und wandern dann auf dem blauen Weg weiter in Richtung Plane pod Jestedem.

Am Wegweiser U Samalu wollen wir den blauen Weg verlassen und auf grün wechseln, um hier einige Höhenmeter zu sparen und die Bergkuppe Hlubocky hreben (850 Meter) zu umgehen. Aber dieser Weg ist gesperrt. Zuviel Windbruch hat Bäume umgebrochen , die jetzt über dem Weg liegen. So setzen wir unsere Tour auf blau fort und erreichen gegen 17:00 Uhr Plane pod Jestedem. Mit dem Ziel schon vor Augen nehmen wir uns hier eine Auszeit für eine Tasse Kaffee. 90 Minuten später sind wir am Ziel. Eine wunderbare Wanderung mit vielen Weitblicken ist zu Ende. Leider war das Wetter heute etwas durchwachsen. Wir sind uns aber alle drei sicher, dass wir dieses Stück noch einmal bei besserem Wetter als Tagesausflug planen werden.
Wir checken ein und ich bekomme ein Komfortzimmer; die Kinder haben für sich Standard gebucht. Eine Übernachtung hier oben ist schon etwas Besonderes. Die Zimmer haben keine geraden Außenwände, alles ist futuristisch eingerichtet und der Ausblick ist unbeschreiblich schön. An der Wand in der Toilette ist eine Schnittzeichnung durch den Turm in schwarz/weiß angebracht. In den Gängen findet man sozialistischen Charme mit Hängesesseln, schmiedeeisernen Raumteilern usw..
Die Standardzimmer nutzen Gemeinschaftsduschen und -toiletten auf dem Gang. Großzügig, hell und sehr sauber. Und die Zimmertapeten der Standardzimmer aus den 1970er Jahren erinnern an meine Jugend. Große runde bunte Muster.
Für die Hotelgäste wird zum Abendessen ein Extrabereich eingedeckt. Aus 1012 Metern Höhe auf die abends beleuchtete Stadt Liberec zu blicken und dabei hochwertig zu speisen, ist ein ganz besonderes Erlebnis. Wir genießen es sehr und sitzen lange bei einem guten Wein im Restaurant. Ein Absacker beschließt einen auch heute wieder abwechslungs- und erlebnisreichen Wandertag und das „Himmelbett“ ruft.
Unserer gelaufene Strecke heute: rund 17 Kilometer.

© Sylvia Michel, 2019
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Ein Kurzurlaub mit meinen Kindern im Riesen- und im Jeschkengebirge
Details:
Aufbruch: 12.04.2019
Dauer: 3 Tage
Heimkehr: 14.04.2019
Reiseziele: Tschechische Republik
Der Autor
 
Sylvia Michel berichtet seit 3 Jahren auf umdiewelt.
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