Wir setzen unsere Reise um die Welt fort in Namibia, Botswana und Simbabwe

Reisezeit: Oktober / November 2022  |  von Gundula Henkel

Mit dem Auto quer durch Namibia: Es geht an den Atlantik

Erste Station Swakopmund

Nach einem reichhaltigen Frühstück im schattigen Hof unserer Unterkunft geht es in Richtung Swakopmund am Atlantik. Das Stadtzentrum haben wir schnell durchquert und wieder sehen wir links und rechts die trockene gelbbraune Savanne mit den für uns afrikatypischen baumähnlichen Sträuchern: dicke Stämme, ausladende Kronen mit kleinen tiefgrünen Blättern. Nur sie scheinen in der Hitze, die bereits am frühen Morgen unerträglich heiß ist, zu überleben. Am Horizont ziehen die Bergketten des Erongo mit ihren geheimnisvollen Höhlenmalereien vorüber, auch sie zeigen sich gelbbraun und zumeist kahl. Auf unserer gesamten Fahrt, ca. dreieinhalb Stunden, wird sich diese Landschaft nicht viel ändern. Sie wird zum Atlantik hin eher flacher und unbewachsener, hier und da sind ersten Sanddünen zu sehen; wir befinden uns in der Namib Wüste, die auch dem Land den Namen gab. Die Namib Wüste an der Südwestküste des Landes ist die weltweit älteste Wüste, über 80 Millionen Jahre alt, und ihre Dünen können bis zu 388 Meter hoch werden. Zahlreiche ausgetrocknete Flusstäler weisen darauf hin, dass möglicherweise zur Regenzeit im Sommer und Herbst, sprich in unserem Frühling, sie mit Wasser gefüllt werden, und über den regenarmen Winter und Frühling austrocknen. Aber das ist nur unsere Vermutung. Allein die Namen an den Brücken, die wir überqueren, wie Teufelsbach, Swakop zeugen von ihrer Existenz. Hier hat sich auch die Tierwelt zurückgezogen. Nur Drahtzäune links und rechts der Straße verweisen auf Wild- und Weidetiere. Einzig die Termiten scheinen sich wohl zu fühlen. Die wie Tempel aussehenden Erdhügel begleiten uns die gesamte Fahrt über.

In Namibia werden die Straßen von A abwärts eingestuft. Wir haben die Route mit der B, d.h. Hauptstraße, vergleichbar mit unserer Bundesstraße, gewählt und sind sehr zufrieden mit der Beschaffenheit und vor allem mit dem Verkehr, der recht überschaubar ist, sodass LKW immer wieder aufgrund des wenigen Gegenverkehrs überholt werden können. Die Geschwindigkeit ist begrenzt, meist liegt sie bei 120 oder 100 Stundenkilometer pro Stunde. So kann auch der Fahrer immer wieder einen Blick auf die vorbeiziehende Landschaft werfen.

Neben der Autostraße sehen wir Gleise der ehemaligen Eisenbahnstrecke, die die beiden größten Städte im Lande verband. Sie soll nach deutscher Planung Ende des 18.Jahrhunderts in nur einem Jahr fertiggestellt worden sein. Ich erspare mit jetzt die Verweise auf die langen Bauzeiten, die heute in Deutschland üblich sind.

Während wir kurz nach dem Stadtgebiet von Windhoek noch an einigen, z. T. sehr schmucken und modernen Wohnsiedlungen vorbeifahren, durchqueren wir im weiteren Verlauf kaum noch Ortschaften. Zunächst führt die Straße ins Herero-Land vorbei an der Stadt Okahandja, wo 1904 der folgenschwere Aufstand der Hereros stattfand, der zu dem Massaker auf Befehl vom damaligen deutschen Schutztruppenkommandeur von Throta an der Zivilbevölkerung im Ort führte.

Auf halber Strecke, in Usakos, fahren wir direkt durch pulsierendes Markttreiben und an modernen Tankstellen und Raststätten vorbei. Die Rastplätze außerhalb der Ortschaften muten eher rustikal an und werden aufgrund fehlenden Schattens offenbar wenig genutzt.

Noch wenige Kilometer vor Swakopmund zeigt das Thermometer 32 Grad, als wir in die Stadt einfuhren, sind es nur noch 19 Grad. Starke Winde vom Atlantik kühlen nicht nur das Wasser, sondern auch die Luft ab. Doch die Sonne scheint und taucht den Ort an der Atlantikküste in ein helles Licht. Dieses wunderschöne Fleckchen Erde, genannt Swakopmund, entspricht nach einem ersten Rundgang so gar nicht unseren bisherigen Afrikavorstellungen. Ein buntes Städtchen mit 35 T Einwohnern und viel gut erhaltenem europäischen Baustil sowie deutscher Vergangenheit. Es soll in früheren Zeiten auch als das südlichste deutsche Seebad bezeichnet worden sein. Auch wir empfinden so.

Kaum Verkehr und gut ausgebaut, so erleben wir die erste Strecke unserer Reise zum Atlantik.

Kaum Verkehr und gut ausgebaut, so erleben wir die erste Strecke unserer Reise zum Atlantik.

Entlang der Straße erstreckt sich bis zum Horizont die Savanne.

Entlang der Straße erstreckt sich bis zum Horizont die Savanne.

Die tempelähnlichen Erdhügel sind von Termiten geschaffen und zahlreich an zu beiden Seiten der Straße zu bewundern.

Die tempelähnlichen Erdhügel sind von Termiten geschaffen und zahlreich an zu beiden Seiten der Straße zu bewundern.

Blick auf die namibische  Strauchsavanne

Blick auf die namibische Strauchsavanne

Kleine Ortschaften entlang der Strecke

Kleine Ortschaften entlang der Strecke

Wir nähern uns der Küste. Die Landschaft wird sandiger.

Wir nähern uns der Küste. Die Landschaft wird sandiger.

Unsere Unterkunft in Swakopmund

Unsere Unterkunft in Swakopmund

Der Atlantik begrüßt uns mit einer frischen Brise und Sonnenschein.

Der Atlantik begrüßt uns mit einer frischen Brise und Sonnenschein.

Frühling in Swakopmund

Frühling in Swakopmund

An der Strandpromenade

An der Strandpromenade

Europäisches Seebadflair im Südwesten Afrikas

Europäisches Seebadflair im Südwesten Afrikas

© Gundula Henkel, 2022
Du bist hier : Startseite Afrika Namibia Es geht an den Atlantik
Die Reise
 
Worum geht's?:
Fast drei Jahre sind vergangen seit wir unsere letzte Fernreise beendeten. Und eigentlich wollten wir unsere Weltreise im Jahr 2021 in Afrika fortsetzen. Doch dann kam die Pandemie. Unsere jetzige Planung wurde konkret im Sommer dieses Jahres. Wir nahmen Kontakt mit einem deutschen Reisebüro in Kapstadt auf, das sich unserer Vorstellungen annahm. Und so fahren wir mit dem Auto von Windhoek aus zu den Nationalparks am Okavango River bis hin zu den Victoria Falls, 10 Etappenziele!
Details:
Aufbruch: 30.10.2022
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 19.11.2022
Reiseziele: Namibia
Der Autor
 
Gundula Henkel berichtet seit 5 Jahren auf umdiewelt.
Bild des Autors