Indien-Reisebericht :Zum Jahreswechsel nach Südindien

Reiseziele

Ich bevorzuge Orte die bei den Einheimischen einen starken Zuspruch finden, dort ist oft auch kein Eintritt zu zahlen. Wobei ich sowas wie die Ellora Caves auch dann besichtigen würde, wenn da Eintrittsgelder wie im Taj Mahal zu bezahlen wären.

Es ist ein Schauspiel zu sehen wie in den Tempeln und Mausoleen die Menschen Ihre Heiligen verehren oder dort den direkten Kontakt zu Gott bzw. ihren Göttern suchen.

Wer seine eigene Religion als die einzig wahre Religion betrachtet, dem möchte ich Michail Bulgakov in Erinnerung rufen: „der Beweis, dass vier der fünf grossen Religionsstifter nie existierten, ist der Beweis dafür, dass auch der Fünfte Religionsstifer nicht existierte“. Da ich unterwegs schreibe, habe ich nicht immer die Zeit zu einem Faktencheck, wenn ich mich recht erinnere entstammt das Zitat einer älteren Übersetzung des Romans „der Meister und Margerita“.

Der Bericht soll auch Jenen die selber eine Reise planen ein wenig Orientierung geben. Zu Wissen dass da Leser sind motiviert mich nach schönen Fotomotiven zu suchen. Über Einträge in das Gästebuch freue ich mich.

© Walter Wolf, 2018
Du bist hier : Startseite Asien Indien Indien-Reisebericht
Die Reise
 
Worum geht's?:
Beeindruckende Tempelbauten und 30 Grad im Januar. Dazu die Aussicht auf ungewohntes Essen und wohl auch seltsame Bräuche weckten mein Interesse für den Süden Indiens.
Details:
Aufbruch: 13.12.2017
Dauer: 8 Wochen
Heimkehr: 08.02.2018
Reiseziele: Indien
Der Autor
 
Walter Wolf berichtet seit 3 Jahren auf umdiewelt.
Bild des Autors
Walter über sich:
Jetzt in der Rente habe ich Zeit zum Reisen. Dies kombinier ich meist mit einem Schachturnier.
Aus dem Gästebuch (3/9):
Peter Pöpl 1519826926000
Hallo Wal­ter­,

dei­ne Winter­flucht nach Indien war schon was Beson­de­res. Deine Fotos finde ich be­ein­druckend und den Bericht span­nend. Vorab kann ich schon mit­tei­len, dass du den Fo­to­wet­tkampf gegen E.M. ganz klar ge­won­nen hast.
Dein Schacher­geb­nis jedoch ist jämmer­lich. Du als mein lan­gjähri­ges Schach­vor­bild er­reichst in einem Open weniger als 50% - un­glaub­lich­.

Bit­te erlaube mir diese kleine Ge­mein­heit, da ich selbst ja aus Feig­heit schon seit Jahren keine Tur­nier­e mehr spie­le.­

Da du dieses warme Klima und die "e­xo­tischen" Menschen so gerne magst, kann ich dir auch U­SA/­Ne­va­da/­Las Vegas em­pfeh­len ... incl. eines starken Schach­tur­niers ...

Komm, dass machen wir nächsten Winter ...

Grüssle Peter
Hubert Grasser-Ohme 1519750261000
Hallo Herr Wolf,

Ihr Bericht und auch die Fotos ge­fal­len mir sehr gut. Sie schrei­ben recht de­tai­liert, auch ihre Gefühle und Ge­dan­ken und was die Besch­rei­bung der Tem­pel­,
Ze­re­mo­nien und in­dischen Got­thei­ten bet­rifft, haben Sie gute Sach­ken­ntnis. Die Teil­nah­me an einem Schach­tu­nier ist eine Er­fah­rung, die wohl die wenig­sten­
In­dien Rei­sen­den mit Ihnen teilen

Vie­le Grüße von Hubert Gras­ser­
(wir kennen uns vom Sin­del­fin­ger Wochen­markt)
Martin 1517659994000
Danke, Walter, daß Du einige Fa­cet­ten im Leben der Inder an­schnei­dest, hil­freich war da sicher die Be­kan­ntschaft mit dem er­fah­re­nen Didier.
ei­gene Er­fah­run­gen waren die endlos bren­nen­den Müllber­ge, auf denen sich kleine Kinder tum­mel­ten, und suchen nach Ver­wert­ba­rem, oder der klap­pri­ge Rits­cha-­Fah­rer, der im Haup­tver­kehr in einem Schlag­loch stecken blieb, ohne unsere Hilfe wäre er nicht raus­ge­kom­men, der Verkehr stockte wegen ihm nich­t...da sind solche bud­dhis­tischen und hin­duis­tischen Feste ein Schmaus für Augen und Ohren, aber es gibt ja auch die Keh­rsei­ten.­
u­.a. fand ich in Agra ärmliche Han­dwer­ker mit Schal, und Mütze im Freien auf eine Baus­tel­le vor, die im klein­sten Raum in der Hocke an Mar­mor­-Schach­bret­tern ar­bei­te­ten mit pri­mi­tiv­sten Werk­zeu­gen.­..das Brett kostete uns damals 240.-US-$, mag nicht wissen, was ihnen als Lohn bezahlt wurde. Und an anderer Stelle in Ne­bens­tra­ßen waren Gener­a­tio­nen einer Familie damit besch­äftigt, Figuren für die Tou­ris­ten­-In­dus­trie zu schnit­zen, zu bear­bei­ten.­..die kommen sicher auch nie in eine andere Kaste, die ihre Kinder zum stu­dier­en nach Europa oder USA schick­t...
Als ich mich vor einer auf­drin­glichen bet­tle­rin in ein geschäft flüchte­te, scheucht der Besit­zer oder Auf­pas­ser sie mit Tritten wieder hi­naus­...
A­ber es soll nicht meine Absicht sein, diese schönen Ein­drücke dieser viel­fälti­gen Reise zu zers­tören­...
so lon­g
Mar­tin
Antwort des Autors: Danke Martin für deine ergänzenden Erfahrungen. Ich habe Agra auch deshalb gemieden, weil die Konzentration vieler vermeintlich "reicher" Touristen nicht so mein Ding ist. Die Bettler werden natürlich von denen die den Touristen was verkaufen wollen nicht gerne gesehen. Diese Bedürftigen sind meist mit 10Rs zufrieden, ich kann mir vorstellen dass manche Touristen bei Nachforderungen nochmals was geben, sowas hat aber wohl einen sehr negativen Einfluss auf das Verhältnis Tourist-Bettler, ähnlich wie von dir beschrieben. Ich bin auch schon bedrängt worden, da ist aber keine Agressivität dahinter, die Inder haben ein ganz anderes Verhältnis zur Körpernähe. Und wenn man aber aufgrund einer früheren Erfahrung meint zu wissen, was jetzt kommt, für sowas ist Indien eine Reise wert, denn da kommt meist was anderes