Albanien-Reisebericht :Mit Kind und Kegel in den Süden

Albanien: Tale, 17.7.

Eigentlich war das nur ein kurzes Intermezzo, weil es aber nicht so recht zu dem davor und danach passt, gibt es hier ein eigenes Kapitel. Wir wollen von Berat nach Peshkopi in Ostalbanien, der Weg dorthin ist aber ein wenig weit. Wir mussten also einen Zwischenstopp einlegen, und dafür hat sich einen Nacht an der Küste angeboten. Wir fahren also die Autobahn von Berat nach Norden, und wir sehen wieder einmal die gesamte Palette von Autobahnbenützern: Autos natürlich, aber auch Mopeds, Fussgänger, Fussgänger mit Kinderwagen, Kühe, ein Rudel Enten, Pferde- und Eselkarren.

Als zu Mittag die Mägen knurrten, hat uns ein Blick auf die Karte gezeigt, dass wir ganz in der Nähe der Lagune von Patok waren, wo wir schon beim Runterfahren gegessen hatten. Das war damals sehr gut, also sind wir wieder dort hin. Und was soll man sagen, anderes Restaurant, aber wieder hervorragender Fisch.

Hier wartet ein Fischer in der Lagune Patok auf seinen Fang

Hier wartet ein Fischer in der Lagune Patok auf seinen Fang

Im Restaurant, zuerst spielen, ...

Im Restaurant, zuerst spielen, ...

... und dann gut essen.

... und dann gut essen.

Danach war es nicht mehr weit bis zu unserem Ziel Tale. Das ist ein paar Kilometer langer Sandstrand, wo man mit dem Auto praktisch bis zu den Strandliegen fahren kann. Nach ein wenig Suchen haben wir einen Platz bei einem Restaurant gefunden, der uns gepasst hat und wir haben das Wohnmobil geparkt. Als Markus ausgestiegen ist, kam schon ein Polizist auf ihn zu. Wir haben damit gerechnet, dass wir freundlich aber bestimmt weggewiesen werden, aber weit gefehlt. „Hello my friend, where do you come from? How many days you want to relax in Tale?“ Etwas verdutzt hat Markus gemeint, nur bis morgen, worauf es nur geheissen hat „One day only? No problem. Stay here, this is a safe and quiet place. Fish in this restaurant is very good! Enjoy your time, see you later.“ Damit rechnet man nun normalerweise nicht.

Am Strand von Tale, Sand soweit man blickt.

Am Strand von Tale, Sand soweit man blickt.

Wir machen es uns auf einer Strandliege gemütlich.

Wir machen es uns auf einer Strandliege gemütlich.

Es ist nicht viel Betrieb am Strand, wir haben ihn fast für uns allein.

Es ist nicht viel Betrieb am Strand, wir haben ihn fast für uns allein.

Der Strand ist sehr schön, für Georg eine riesige Sandkiste zum Spielen, was dazu geführt hat, dass er am Ende von Kopf bis Fuss mit feinem, nassen, dunkelgrauen Sand überzogen war. Ohne Dusche ist das eine ziemliche Herausforderung für die Abendtoilette.

Georg spielt im Sand.

Georg spielt im Sand.

Und am Ende sieht das ganze dann so aus. Mit dem Gesicht gebremst.

Und am Ende sieht das ganze dann so aus. Mit dem Gesicht gebremst.

Wieder einmal ein perfekter Sonnenuntergang am Meer.

Wieder einmal ein perfekter Sonnenuntergang am Meer.

In Tale gibt es auch berühmte Bunker aus der Zeit der Diktatur. Enver Hoxha, der Diktator, war relativ paranoid, und hat in Albanien an die 600 000 Bunker betonieren lassen. Wie viele es genau sind, weiss niemand so richtig, und wofür sie gedacht waren, auch nicht. In Tale jedenfalls stehen ein paar Paradebeispiele dafür, schön aufgereiht auf einem Betonsockel, wie extra zum Herzeigen gemacht. Es gab vor kurzem Pläne, in diese Bunker Hotelzimmer rein zu bauen, daraus wurde dann aber leider nichts. Nur in einem sieht man so eine Art Prototyp für das geplante Zimmer, der Holzausbau war praktisch fertig. Jetzt ist es ein Schafstall, schade drum. Insgesamt ist der Platz aber ziemlich skurril.

Die "Paradebunker" von Enver Hoxer In Tale. Sie sind ziemlich gross und unterirdisch mit Tunneln miteinander verbunden.

Die "Paradebunker" von Enver Hoxer In Tale. Sie sind ziemlich gross und unterirdisch mit Tunneln miteinander verbunden.

Wir schauen sie nur von aussen an. Eine Tür nach vorne, eine nach hinten, und innen ganz schön hoch.

Wir schauen sie nur von aussen an. Eine Tür nach vorne, eine nach hinten, und innen ganz schön hoch.

Der Bunker auf der anderen Strassenseite, mit dem seltsamen Turm, wird mittlerweile als Schweinestall verwendet.

Der Bunker auf der anderen Strassenseite, mit dem seltsamen Turm, wird mittlerweile als Schweinestall verwendet.

Das ist der Prototyp des Hotelbunkers, hier die Front Richtung Terrasse und Meer.

Das ist der Prototyp des Hotelbunkers, hier die Front Richtung Terrasse und Meer.

Und so hätte das Ganze innen ausgesehen. Jetzt ist es als Stall in Verwendung.

Und so hätte das Ganze innen ausgesehen. Jetzt ist es als Stall in Verwendung.

Bunker und Schafe, beides sieht man in Albanien ziemlich oft.

Bunker und Schafe, beides sieht man in Albanien ziemlich oft.

© Julia und Markus, 2016
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Vier Monate Zeit, ein altes Wohnmobil unter dem Hintern, Nachwuchs eingepackt, und nur einen ungefähren Plan. In den Süden ans Meer soll es gehen, Montenegro, Albanien, Griechenland, vielleicht Türkei. Mal sehen wo es uns dann wirklich hintreibt. Hier zum Mitlesen.
Details:
Aufbruch: 10.04.2016
Dauer: 4 Monate
Heimkehr: 15.08.2016
Reiseziele: Kroatien
Montenegro
Albanien
Griechenland
Slowenien
Österreich
Der Autor
 
Julia und Markus berichtet seit 10 Jahren auf umdiewelt.
Bild des Autors
Julia und über sich:
Geboren in Wien und Neumarkt, aufgewachsen im Mühlviertel und der Oststeiermark, haben wir uns in Graz, als goldener Mitte sozusagen, auch wenns geographisch nicht ganz stimmt, getroffen. Eine wunderbare Stadt übrigens, und nach einigen Jahren in der Ferne sind wir wieder hierher zurückgekehrt. Es zieht uns aber trotzdem immer wieder raus, neuerdings sogar mit Anhang.