Zypern-Reisebericht :Mit dem Motorrad nach Ägypten - über Zypern, Israel und Jordanien

Herbst 2000:
Noch schnell den Motorrad-Führerschein gemacht und dann auf ins Land der Pyramiden!
10 Wochen Sonne, Sand und Abenteuer.

Die Anfahrt

Abfahrt am 31.August 2000, von Tübingen aus.
Das Wetter ist beschissen, von Zeit zu Zeit regnerisch und natürlich kalt.

Wir treffen uns beim Reiseausstatter Lauche & Maas in München. Ich bin natürlich zu spät, die 250 km waren in der Tat die längste Etappe, die mir bis dahin untergekommen war...
Unsere erste Nacht verbringen wir in Österreich im Schloss Mittersill, wo wir totgefroren und pitschnass ankommen.
Wir können nicht wiederstehen und bauen unseren Campingkocher zwischen Parkett und Fachwerk im Zimmer auf : Bohnen mit Speck. Fein.

Der nächste Tag beginnt erst einmal mit früh Aufstehen. Für mich der reine Horror, aber das sollte zur Normalität werden. Wir haben einige Passüberquerungen vor uns, bevor wir Italien erreichen.
Dort versuchen wir einen kleinen (!) Umweg über Slowenien zu machen, genug Zeit haben wir. Unzählige Kilometer schlängeln wir uns eine unglaublich steile und kurvige Passstraße hinauf, nur um dann vor einem Verbotsschild "Strada ciusa" zu stehen und uns von Bauarbeitern erzählen zu lassen, es sei unmöglich, dort zu fahren. Egal, wir sind einfach schon zu weit und wollen es unbedingt versuchen. Als wir einfach weiterfahren machen die Bauarbeiter in der Tat ziemlich große Augen, was uns dann doch misstrauisch stimmt. Sei's drum:
Wir durchfahren 5 Verbotsschilder hintereinander und gelangen dadurch über die krasseste Straße, die ich (bis dato) je gesehen habe, nach Slowenien. So kann's gehen. Schönes Land.

Pause am fünften Verbotsschild.

Pause am fünften Verbotsschild.

Passüberquerung im Kleinen.

Passüberquerung im Kleinen.

Mittlerweile stellen sich auch die ersten Unannehmlichkeiten ein: eine beginnende Sehnenscheidenentzündung an der Kupplungshand. Zum Glück sind wir medizinisch voll ausgerüstet, unser Dolobene (so eine Art Mobilatderivat) wirkt Wunder.

Ausblick aus unserem Zelt, morgens 6 Uhr.

Ausblick aus unserem Zelt, morgens 6 Uhr.

Ankunft am nächsten Tag, Samstag, in Triest. Bei strömendstem Gewitterregen erreichen wir pitschnass diese eigentlich wunderschöne Stadt. Palmen im Regen. Sobald wir aufs Schiff kommen, zeigt sich die Sonne und endlich, endlich wird es warm. Brutal warm. Für die nächsten 2 Monate. Wiedersehen, Mitteleuropa!

Am Sonntag Abend erreichen wir Patras, wo wir Mios Familie treffen. Wir übernachten auf demselben Campingplatz und zum ersten Mal in diesem Urlaub (und in meinem Leben) stehe ich freiwillig vor 6 Uhr auf. Um Wäsche zu waschen!!!

Der Isthmus von Korinth, leider so ziemlich das Einzige, was uns auf unserer eiligen Fahrt duch Griechenland vors Auge kommt.

Der Isthmus von Korinth, leider so ziemlich das Einzige, was uns auf unserer eiligen Fahrt duch Griechenland vors Auge kommt.

Griechenland lassen wir schnell hinter uns. Da unsere Fähre Piräus schon am Abend verlassen soll, bleibt uns keine Zeit für die Alten Griechen. Auf der Autobahn geht's ruckzuck quer durchs Land, trotzdem verlieren wir immer wieder reichlich Zeit, so dass wir die letzten 50 km fast in Panik zurücklegen. Über Küstenstraßen wie in den bekannten Autorennspielen und durch die Straßenschluchten von Piräus fahre ich Mio hinterher, der zielsicher genau den richtigen Pier findet. Und ich kann Euch sagen: Das ist nicht gerade leicht, denn der Hafen ist riesig.
Für jemanden wie mich, der immer nur Gerüchte über den SMOG Athens gehört hat, ist die Stadt vom Meer aus gesehen ein recht interessanter Anblick: Rechts und links der Stadt sieht man die Küste ziemlich klar, aber dazwischen macht sich ein großes Nichts breit, über dem die Akropolis zu schweben scheint.

Deckspassage - der beste Platz an Bord, wie ein zweites Zuhause.

Deckspassage - der beste Platz an Bord, wie ein zweites Zuhause.

Tanzende Kapitäne auf unserem Seelenverkäufer.

Tanzende Kapitäne auf unserem Seelenverkäufer.

Ich befinde mich gerade auf Landurlaub in Rhodos, nachher geht die Fähre. Nach Zypern übrigens.
Den Regen haben wir hinter uns gelassen, er hat uns tatsächlich bis in den Hafen von Triest verfolgt. Seitdem weit über 30 Grad. Auf den Sturm warten wir fährentechnisch bislang vergebens.

© Martin Gädeke, Mio Beck, 2002
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Die Reise
 
Details:
Aufbruch: 01.09.2000
Dauer: 10 Wochen
Heimkehr: 07.11.2000
Reiseziele: Zypern
Jordanien
Sinai
Katharinenkloster
Israel
Der Autor
 
Martin Gädeke berichtet seit 15 Jahren auf umdiewelt.
Reiseberichte von Martin sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!
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