Die Packliste für Thailand

Wie und womit? - Die Packliste

Unsereins ist ja als verwöhnter Wessi dermaßen abhängig von weltlichen Dingen, darum sollen hier nun nach der Reise ein paar Fragen geklärt werden, die mich vor der Reise noch beschäftigt haben.
Aber wie war das doch noch? "Nach der Reise" IST "vor der Reise", oder?


Folgende, teilweise abstruse Fragen hatte ich vor Reisebeginn:

Brauche ich Schlafsack und Isomatte?
Prinzipiell findet man in Südostasien - und besonders in Thailand - fast überall leicht eine preiswerte Unterkunft mit Bett. Trotzdem habe ich mich entschieden, zumindest eine Isomatte mitzunehmen und außerdem einen sehr dünnen Seidenschlafsack.
Die Isomatte hat sich bewährt, denn im Norden Südostasiens (Nordthailand, Laos und Nordvietnam) kann es vor allem in bergigen Regionen nachts recht kalt werden - und die Kälte kommt von unten. Außerdem ist eine Isomatte recht angenehm, wenn man mal eine wirklich unappetitliche Unterkunft erwischt (was zum Glück selten vorkommt).
Ich hatte eine Therm-A-Rest-Isomatte dabei, die besonders leicht und bequem ist, aber jede andere tut's auch.
Der Seidenschlafsack bietet sich an, wenn man es unangenehm findet, ganz ohne Decke zu schlafen. Trotzdem wärmt er nur ganz wenig, ideal für Südostasien. Außerdem wiegt das Teil praktisch nichts.

Mit wie wenigen Klamotten kann der oben genannte verwöhnte Wessi überleben, ohne ständig vollkommen verrottet auszusehen?
Ok, ich hab's ausprobiert: man brauch mindestens

  • 3 Paar Unterhosen,

  • 3 Paar Socken,

  • 3 T-Shirts

  • und eine (!) Hose.

Das Ziel sollte sein, so auszusehen, dass einen die Einheimischen nicht für einen heruntergekommenen, asozialen Ex-Europäer halten, der es trotz seines Geldes (das er als Weißer ja haben muss) nicht auf die Reihe kriegt, wenigstens nicht in Fetzen rumzulaufen.
Also habe ich mir meine drei besten (und trotzdem bequemsten) T-Shirts rausgesucht und ein kleines bisschen Handwaschmittel (ganz wenig!) für den Notfall eingepackt.
Das Handwaschmittel braucht man praktisch nie, denn in Südostasien kann man praktisch überall direkt auf der Straße seine Wäsche abgeben. Pro Kg kostet das in der Regel einen Euro. Tipp: die Kilopreise betreffen auch nasse (also schwere) Handtücher, man sollte sie erst trocknen!!!
Wer garkeine Klamotten mitnehmen will (durchaus eine Option), der sei auf den Weekend-Markt (Chatuchak) in Bangkok verwiesen - da gibt's wirklich ALLES.

Soll ich meine Freunde daheim auf dem Laufenden halten, und wenn ja, wie?
Es gibt ja so gewisse Pappenheimer, die erwarten, dass sie was von einem hören, sobald man mal über den Weißwurst-Äquator drüber ist. Ständig das Genörgel: "Och, schick mir doch 'ne Postkarte!". Und was passiert? Der Mensch, der den Briefkasten leert, ist bitterarm und hat 594 Kinder, die alle auf's College wollen. Das kann man sich in dieser Position ohne Briefmarkenklau ja praktisch nicht leisten! Nach 30 umsonst geschriebenen Postkarten - und entsprechend vielen geklauten Briefmarken (ja, das ist mir passiert!) - darf man sich dann also wieder das Genörgel anhören: "Männo, ich wollte doch 'ne Postkarte!"
Da kam mir diese Website hier gerade recht. Hier konnte ich bequem von unterwegs meine Erlebnisse schildern, was komischerweise genauso einfach war, wie eine Mail bei web.de zu schreiben. Und im Gästebuch hat meine Family von zuhause aus mitgelitten. Sehr cool! Freue mich schon auf meinen nächsten Bericht!


Und zum Abschluss noch die vollständige PACKLISTE:


  • Alles für die Körperpflege, insg. 1259 Gramm:

    • sog. Waschsalon, so eine Tasche, wo alles rein passt

    • Zahnbürste

    • Zahnpasta

    • Seife

    • Shampoo

    • Nagelknipser

    • Minihandtuch

    • Reisehandtuch

    • Rasierer

    • After Shave

    • Kaugummi

    • Deo


  • Die Elektronik (wer's braucht ...), insg. 454 Gramm:

    • Digitalkamera (Casio QV-R3, sehr zu empfehlen), mit Tasche

    • Ladegerät

    • USB-Kabel

    • Steckdosen-Adapter, am besten mit Überspannungsschutz


  • Diverses Zubehör für Schlafgestörte, insg. 1820 Gramm:

    • 6 Ohrstöpsel

    • Seidenschlafsack (s.o.)

    • Therm-A-Rest-Matte (s.o.)

    • Reisekopfkissen

    • Reisewecker

    • Schlafbrille

    • Moskitonetz


  • Falls man was mit den Augen hat, insg. 579 Gramm:

    • normale Brille

    • Sonnenbrille, geschliffen

    • Sonnenbrille, ungeschliffen

    • Packung Ein-Tages-Kontaktlinsen (für Reisen sehr zu empfehlen)


  • Offizieller Kram, insg. 567 Gramm:

    • Reisepass

    • Internationaler Führerschein

  • Flugticket

  • Reichlich Passbilder für Visa, etc.

  • ADAC-Scheckheft

  • Travellers Cheques und Bargeld in Euro

  • Kopien aller Dokumente(insb. des Visums!)

  • int. Studentenausweis (einen perfekt gefälschten Studentenausweis kann man übrigens auf der Khao San Road in Bangkok kaufen, (... wovon ich aber aus rechtlichen Gründen abraten muss...)

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  • Alles für die Gesundheit, insg. 1017 Gramm:

    • Beutel - wichtig, damit das Zeug an zentraler Stelle verpackt und verfügbar ist

    • 2 Rollen Multivitamintabletten, zur allg. Vorbeugung

    • Zinktabletten, zur allg. Vorbeugung

    • Riamet, Notfallmedikation im Falle von Malaria

    • Fieberthermometer, SEHR wichtig im Falle von Malaria - wir hatten keins dabei, wie wir gesehen haben, hat sich das gerächt

    • genügend Sonnencreme, nicht zu niedriger LSF, da hohe Sonneneinstrahlung

    • Antimückenmittel

    • Immodium Akut, bei Verdauungsbeschwerden

    • Paracetamol (Wichtig: Aspirin verträgt sich garnicht mit Dengue-Fieber)

    • grosse Mullbinde

    • 3 Spritzen, 5 Nadeln (steril)

    • Jod, zur Desinfektion

    • Verbandpäckchen

    • Pflaster

    • Kondome, man weiß ja nie...


  • Klamotten, insg. 1191 Gramm:

    • Beutel für Dreckswäsche, wichtig, da man das Zeug so besser zum Waschen geben kann

    • 2 T-Shirts (das dritte hatte ich an

    • 2 Paar Socken (das dritte hatte ich an)

    • 2 Unterhosen (die dritte hatte ich an)

    • dünner Pulli, sinnvoll im Norden und in klimatisierten Zügen (besonders in Thailand)

    • Badehose

    • Handwaschmittel


  • Diverses, insg. 2567 Gramm:

    • Rucksack von Jack Wolfskin (Agadir I)

    • sog. "Packsafe", ein Drahtnetz zum Abschließen von Rucksäcken. Gibt's im Outdoor-Handel, kann man aber auch mit Hilfe von 20 Meter eines 2-mm dicken Stahldrahts und einem Stapel Metalösen selber basteln.

    • ein paar Meter fester Schnur, z.B. zum Aufhängen von Wäsche

    • Nähzeug, für Klamotten und Ausrüstung

    • Vorhängeschloss


Insgesamt hatte ich also folgende Mengen an Gepäck dabei: knapp über 9 Kilogramm, davon sind (je nach körperlicher Behinderung und Luxusbedürfnis) einige Gramm - z.B. an Augenprothesen - einsparbar.

© Martin Gädeke, Martin O., 2002
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Der Autor
 
Martin Gädeke berichtet seit 16 Jahren auf umdiewelt.
Reiseberichte von Martin sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!
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