Marokko - hiking & biking

Reisezeit: Oktober / November 2010  |  von Guenther Sickl

Trekking - Jebel Sabro

Rein zufällig sind von meinem Hotel bzw. Kasbah in der Wüste eine Gruppe französischer jugendlicher mit ihrem Betreuer in dieselbe südliche Richtung (N12) gefahren (der Süden ist an und für sich nicht sehr gut angebunden) und ich konnte mich dieser Gruppe anschließen. Bin so in Nkob gelandet, dem Ausgangspunkt für Wanderungen in den Jebel Sabro. Marokko mit seinen vielen Hoch- und Mittelgebirgen ist ein Eldorado für Bergsteiger und Trekker.

In nur ganz wenigen Regionen können sich Reisende jedoch allein bewegen, denn die Bergregionen sind touristisch kaum erschlossen, und statt Wanderwegen gibt es nur Maultierpfade. Ein Bergführer (mit Maultier zum Tragen des Gepäcks) ist also auf jeden Fall zu empfehlen. Touristisch war leider nicht viel los, hab nur Jakub, einen Polen getroffen, der jedoch am nächsten Tag weiter musste. Es ging mit meinem Guide - einem Berber - zum Weitwandern in das Gebiet der eindrucksvollen Felsformationen, Vulkangesteinen, einsamen Schluchten und Ebenen zum Nomadenvolk Ait Atta. Ich startete mit meinem Trekkingguide Hammou eine Dreitagestour mit ca. 100 km, 5 Blasen und einem steifen Nacken.

Übrigens Hammou ist ein Berber, der die ersten 15 Jahre noch ohne feste Behausung in diesem Gebiet aufgewachsen ist und einige Brüder von ihm leben nach wie vor als Nomaden in dieser kargen Gegend. Er konnte mir dadurch sehr anschaulich die Lebensweise dieser Menschen näherbringen, die zum Teil glücklicher sind als wir in unserer überzivilisierten Welt. Sehr beeindruckend, jedoch für unser Verständnis unvorstellbar in dieser Gegend zu leben bzw. zu überleben.

Das Wüstengebirge "Jebel Sabro" ist durchschnittlich 2900 m hoch. Südlich des Hohen Atlas, erstreckt es sich über 320 km von Ouarzazate in Richtung Er-Rachidia. Dies ist der trockenste und wärmste Gebirgszug Marokkos. Die Landschaft ist vielfach zerklüftet und bildete in Urzeiten zum Teil riesige Erhebungen, wie die beiden Türme des Bab 'n' Ali. Entlang der wichtigsten Pisten stellen kleine Gîtes d'Étapes Zimmer zur Verfügung, die jedoch meist sehr einfach ausgestattet und ohne Strom sind, jedoch meist eine Dusche und eine gute Verpflegung bieten können.

Von Nkob und der Jebel Sabro Region fuhr ich dann recht mühsam und leider alleine mit den Öffis in den Westen nach Taraoudannt und von dort mit einem Deutschen weiter in Richtung Süden nach Tafraoute, einer herrlichen Region für Mountainbiking.

© Guenther Sickl, 2014
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Die Highlights von Marokko für mich waren die „Perle des Süden“ Marrakesch, die zerklüfteten Schluchten und blühenden Oasen, in denen die aus Stampflehm errichteten Wehrdörfer und Kasbahs liegen und natürlich die bis zu 100 m hohen Sanddünen der Erg Chebbi.
Details:
Aufbruch: 23.10.2010
Dauer: 15 Tage
Heimkehr: 06.11.2010
Reiseziele: Marokko
Der Autor
 
Guenther Sickl berichtet seit 10 Jahren auf umdiewelt.
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