Nathalie & Harry's Welt-Reiseabenteuer

Reisezeit: Januar - August 2024  |  von Harry & Nathalie *

Australien: Streaky Bay

Penong - Streaky Bay - Whistling Rocks & Blowholes

Sa 03.02
Natürlich haben wir extra den Wecker gesstellt, damit wir frühzeitig duschen können und uns entscheiden, ob wir noch eine Nacht bleiben oder ob wir schon weiterfahren. Ich habe herausgefunden, dass es am Strand hier auch noch einen Campground gibt, der zwar etwas kleines kostet aber dafür wieder am Meer ist. Frisch und munter stehe ich also noch in der Duschekabine, als eine Stimme fragt, ob ich noch lange benötige. Zum Glück war isch schon beim Sonnencreme einschmieren, so dass ich nur noch die Kleider anziehen musste und somit eigentlich schnell draussen bin. Registriert habe ich schon, dass zwischen 10 und 11.30 Uhr alles gereinigt wird aber es war ja gerade mal viertel nach acht oder halb neun. Da stimmt doch was nicht. Damit ich sie nicht noch länger vom putzen abhalte, packe ich meine sieben Sachen und geh zum Camper zurück. Harry ist auch schon wieder da und wir berichten uns gegenseitig von unserer Verwirrung. Harry hatte aber schon die Lösung parat. In Penong sind die Uhren wieder einer neuen Zeitzone angegliedert und gehen somit 1.5h vor! Ohhhjeminee, da haben wir aber die Hausdame ziemlich strapaziert. Heisst dementsprechend auch, dass wir nicht um 21 Uhr sondern 22.30 Uhr noch geklingelt hatten - was wiederum auch erklärt, warum der nette Herr so verschlafen war. Ups. Wir gehen uns natürlich promt entschuldigen und zahlen noch eine weitere Nacht, da wir ja tatsächlich schon wieder oder eben immer noch 1.5h hinter dem Zeitplan sind und damit auch bereits 10.30 Uhr ist. Der Hausherr nimmt alles viel gelassener und sagt, dass passiere öfter. Schliesslich waren wir bei der letzten Zeitumstellung am Strassenrand darauf hingewiesen worden, dass es nun 45 Minuten vorgestellt wird. Diesmal haben wir es verpasst oder es war nichts angeschrieben. Ist auch ungewohnt, im gleichen Land so viele Zeitzonen zu haben. Es sind 5 und in zweien gibt es Sommer- und Winterzeit. Also siebenmal Verwirrung. Da wir nach Osten fahren, haben wir noch weitere Zeitumstellungen vor uns. Ich glaube, ich werde mir irgendeine Erinnerung machen. Vielleicht kann ich das im Tripp-Planer hinterlegen. Wiki ist tatsächlich sehr hilfreich. Was mir allerdings fehlt, sind die Tankstellen, die schauen wir dann in Harrys-App von der Mietstelle nach.

Damit lassen wir uns dann nicht mehr stressen und frühstücken erstmal ausgiebig bevor wir dann mit dem Campingtisch und den Stühlen unseren neuen Platz unter dem Baum für den Abend reservieren, da nun ja fast alle anderen Besucher schon wieder weg sind. Wir tanken erst mal auf und fahren dann zum Lake McDonnell, einem Salzsee, der tatsächlich auch noch Pink ist und durch den eine schnurgerade Strasse führt, auf der einen Seite das pinke Becken, auf der anderen das Blaue. Allerdings merkt man schon, dass Sommer ist, es ist wenig Wassser vorhanden. Für ein paar schöne Fotos und ein paar Drohnenflüge reicht es aber allemal und ich freue mich, als ich ein paar Salzkristalle vom Grund abbrach und sie genauer studierte, genau die Gitterstrucktur des Salzes erkennen kann, welche in jedem Chemie-Buch zu sehen ist. Die Natur ist einfach schon unbeschreiblich spannend.

Lake McDonnell

Lake McDonnell

Die meisten Touristen kehren nach dem See um und fahren zurück, wir fahren noch weiter und landen am Point Sinclair. Hier hat es ein Meerbecken zum baden, welches von grossen Netzen abgesichert wird. Was hat es damit auf sich? Hier gibt es Haie und in der Bucht wurde 1975 ein Junge von einem Hai angegriffen und tödlich verletzt. Daher. Wir spazieren dem Jetty entlang, beobachten das Meer und sehen irgendwas grosses im Meer draussen. Das Kameratele reicht nicht um etwas zu erkennen, wir beschliessen, wir haben was gesehen, ob Hai, Kadaver oder sonst ein grosser Fisch ist ein Geheimnis.

Jetty Point Sinclair

Jetty Point Sinclair

Auf der Rückfahrt entschliessen wir uns im einzigen Hotel mit Bar und Restaurant heute zu dinieren. Ich darf also Kochpause einlegen. Da wir nun heute auch frühzeitig sind, klappt das ganz gut, wir sind sogar für das zNacht noch eine Halbestunde zu früh. Ich gönne mir ein Panache und wir kommen mit Einheimischen ins Gespräch. Später bestellen wir Fisch und Chips und Harry isst ein Schnitzel Parmegiana. Eine lokale Interpretation eines panierten Schnitzels mit Tomatensauce obendrauf und mit Parmesan überbacken. Lustig. Mein Fisch ist gegrillt, das konnte ich so wünschen und die Beilagen schmecken auch gut. Wir sind happy und studieren die Menschen und die Gepflogenheiten in so einem Pub-Bar-Restaurant-Treffpunkt. Harrys Kunstwerk an unserem Van sorgt immer mal wieder für Gesprächsstoff und Menschen, die ein Foto davon machen. Tatsächlich fährt kurz bevor wir los wollten, ein Road Train mit 4 Anhängern vorbei - so wie wir ihn einen Tag zuvor nur geparkt sehen konnten. Was für eine Maschine! Insgesamt 94 Räder inkl. Zugmaschine, die Ladung kann bis zu 132 Tonnen betragen. Im Vergleich dazu sind unsere Lastwagen Pipifatz mit einem Gewicht von 30- max. 40 Tonnen...

1 Zugmaschine, 4 Wagen und 96 Räder �

1 Zugmaschine, 4 Wagen und 96 Räder �

Penong Windmill Museum
Nach dem Nachtessen genissen wir den Sonnenuntergang zwischen dem Windmühlen und über dem Weizenfeld.

Penong Windmill Museum
Nach dem Nachtessen genissen wir den Sonnenuntergang zwischen dem Windmühlen und über dem Weizenfeld.

Auch die Vögel geniessen die letzten Sonnenstrahlen in den Abendstunden

Auch die Vögel geniessen die letzten Sonnenstrahlen in den Abendstunden

Zurück auf dem Camping, ist dieser schon fast wieder voll und links und recht von unserem Tischli mit den Stühlen, sind Nachbarn eingezogen. Es stellt sich heraus, dass neben uns tatsächlich Schweizer sind. Das sind die ersten, die wir treffen und mit denen wir uns auch länger unterhalten. Sie besitzen ein Offroader-Campervan, mit einem Schweizer-Kennzeichen. Sie sind tatsächlich den ganzen Weg hierher gefahren. Seit 2022 sind sie unterwegs. Er frühpensioniert und sie arbeitet nicht mehr. Wir holen uns auch noch ein paar Tipps und Tricks von ihnen und dürfen einen Blick ins Innere des Fahrzeuges werfen. Genau so oder ähnlich, könnte unser Fahrzeug auch aussehen. Wir gönnen uns nochmal eine Dusche und Harry macht noch eine Wäsche.

So 04.02
Heute Morgen hat Harry sogar den Sonnenaufgang kurz nach 7 Uhr live miterlebt. Ich lag noch in den Federn aber war auch schon so was ähnliches wie wach. Wir haben uns fest vorgenommen, nicht nochmals die Nerven der Hauslady zu strapazieren und pünktlich loszufahren. Bis es aber soweit ist, gibt es natürlich noch einiges zu tun. Wäsche abnehmen und versorgen, frühstücken, Camper abfahrt bereit machen und noch eine kurze Dusche nehmen. Zack ist auch schon halb 10 Uhr - nach Südaustralischer Zeit - und wir wechseln noch ein paar Worte und machen noch ein Foto mit unseren CH-Nachbarn, Conny und Kurt. Dann noch ein Schöggeli verteilen für den netten Gastgeber und ab gehts. Die Lady war schon besorgt, als Harry noch schnell die Kafitassli abwaschen ging, ob wir denn tatsächlich schon bereit sind. Sind wir. 10.04 verlassen wir das Campinggelände.

Conny und Kurt aka CK aus dem Kanton Basel Landschaft

Conny und Kurt aka CK aus dem Kanton Basel Landschaft

Gestern auf dem Weg nach Point Sinclair, haben wir noch einen Abzweiger zum Cactus- und Longbeach gesehen, das wollen wir noch erkunden. Gesagt getan, laufen wir dem Strand entlang, fliegen mit der Drohne und spazieren in den Dünen. Natürlich könnte ich auch hier einen ganzen Tag verbringen, es hat am Strand wieder viele neue Muscheln und Schnecken, Pflanzen und Tiere, die ich alle bewundern könnte, Harry erinnerte mich aber freundlich, dass ich heute nicht rumtrödeln kann... Bevor wir jedoch bei den Beaches waren, fuhren wir noch an einem Salzseestrand vorbei und haben ebenfalls kurz angehalten und das Fabenspiel des Wassers bewundert. Danach gings bei der Tankstelle in Penong noch zum Scheiben waschen und weiter gehts. Auf der Fahrt nach Streaky Bay windet es heute kräftig, so dass geradeaus fahren auch auf tatsächlich geraden Strassen viel Lenkung benötigt. Ich fahre und Harry sichtet und schneidet schon mal das Videomaterial des Vormittages. Mir würde schlecht werden. Es kommt tatsächlich selten vor, dass wir um 13.00 Uhr schon zwei Sachen besichtigt haben und unterwegs sind.

Bald kommt Ceduna, der Biosecurity-Checkpoint. Ich wollte sowieso anhalten und nachfragen aber es werden so oder so alle Fahrzeuge gestoppt und durchsucht. Der Kontrolleur fragte nach Früchten und Gemüse. Brav wie wir sind, haben wir alles aufgegessen und nichts frisches dabei, ausser ein bereits geschältes Rüebli, das war ok, ebenso die Nüsse. Somit können wir nun wieder den Kühlschrank oder besser gesagt das Schränkli füllen bis es fast platz. Hatten wir eigentlich vor. Allerdings haben wir nicht bedacht, dass heute Sonntag ist. Sprich alles geschlossen hat. Neuer Plan. Da wir nun Zeit haben, fahren wir zu den Whistling Rock & Blowholes und zwar auf dem längeren Weg, der um die Halbinsel führt und nicht auf dem direkten. Wir haben hier auch noch das Cap Bauer entdeckt - Harrys Chef Versteck Die Strasse ist staubig und wir sind kurz vor unserem Ziel, da ertönt in einer Lautstärke ein Piepen. Erst konnten wir es nicht lokalisieren, dann realisierten wir, dass tatsächlich der Feuerarlarm wieder los ging. Alleine der Staub der Strassen vermochte ihn auszulösen. Gut, er funktioniert aber das ist schon etwas nervig. Aber tatsächlich war es auch unser Fehler, wie wir am Abend bemerkten, wir hatten vergessen die Lüftung zu schliessen in der Fahrerkabine. Das hiess, aller feine, feine ganz feine Staub wurde durchs Auto gewirbelt. Heute Abend werde ich froh sein, dass ich die Bettsachen immer zusammenfalte, damit hatte es "nur" auf dem Leintuch Sand. Ausser natürllich sonst auch in allen Ecken, ich hab erstmal entsandet am Abend.

Endlich sind wir bei den Whistling Rocks angekommen, der Wind pfeifft einem schon wieder um die Ohren, an einen Hut ist nicht zu denken, der würde im Nu weggetragen und so weit, dass er auch nicht mehr eingefangen werden könnte. Ein Holzpier führt über verschiedene Ebenen im Zickzack an die Küste herunter und dann auf eine Plattform. Das Meer tobt und rauscht und dann, tatsächlich, spuckt der Fels Gischt von den Wellen in Fontänen aus den Felslöchern gleich unter und neben uns. Durch den heutigen Wind ist auch der Seegang nicht schlecht, damit pfeifft und heult es tatsächlich wie in einem Gruselfilm. Trotzdem ist es sehr beeindruckend und wie man weiter oben an einer Infotafel lesen konnte, ist dies das Ergebnis von tausenden von Jahren und eine spezielle Zusammensetzung von Gesteinen, spricht Elemente, die es möglich machten, die Löcher in den Fels zu spühlen und nun durch den Sog der Wellen diese Geräusche und Gischt-Fontänen erzeugen mögen. Toll. Auf der anderen Felsseite, gibt es eine weitere Plattform, hier gibt es im Hintergrund noch viel mehr Löcher, durch die das Meer pfeiffen könnte aber da der Wind von der anderen Seite bläst, ist das Spektakel hier nur sehr bescheiden. Trotzdem verbringen wir wie immer etwas Zeit hier, lachen, machen Fotos und ein Video. In der gleichen Zeit sind drei weitere Fahrzeuge mit Familen angefahren, hinunter gelaufen und zack auch schon wieder weg. Ich verstehe es nicht, ich sauge alles in mich auf wie ein Schwamm und geniesse den Augenblick, das dauert manchmal eben auch ein klein wenig länger

Auf dem Bild wirkt es nicht so imposant wie es natürlich vor Ort war. Die Klippe ist riesig und das Donnern, Brausen und Pfeiffen echt speziell.

Auf dem Bild wirkt es nicht so imposant wie es natürlich vor Ort war. Die Klippe ist riesig und das Donnern, Brausen und Pfeiffen echt speziell.

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Das erste Mal ohne konkretes Rückkehrdatum unterwegs :-) Der erste Teil unserer Reise ist geplant: es geht via Paris und Singapore nach Australien, danach ist alles offen und wir werden sehen wo es uns hinführt.
Details:
Aufbruch: 08.01.2024
Dauer: 8 Monate
Heimkehr: 30.08.2024
Reiseziele: Schweiz
Frankreich
Singapur
Australien
Live-Reisebericht:
Harry & Nathalie schreibt diesen Reisebericht live von unterwegs - reise mit!
Der Autor
 
Harry & Nathalie * berichtet seit 17 Jahren auf umdiewelt.
Aus dem Gästebuch (3/3):
Rainer und Jutta 1712772766000
Hal­löchen­,
Wir, Jutta und Rainer, sind wieder in Deuts­chland an­ge­kom­men. Somit habe ich wieder mehr Zeit Euch zu Stalken
Ich lese gerne Euren Bericht. Er ist un­ver­krampt und Locker. Einfach schön zu lesen!­
Ich wünsche Euch noch viele tolle Er­leb­nis­se.­
Rai­ner
Antwort des Autors: Vielen Dank ihr beiden, das haben wir und wir werden jeden Tag mit neuen Erlebnissen beschenkt!
Maritta Wulf-Bauer 1708943927000
Hallo Ihr bei­den,­
neu­gier­ig auf ein paar Bilder wäre ich ja schon­...
Viel Spaß auf Eurer Rei­se
LG Maritta
Antwort des Autors: Yep, ist nun endlich in Arbeit, das Reisen ohne Internet war mir dann doch wichtiger aber hier in Sydney klappt das nun endlich!
Rainer 1707412715000
Danke für Eure Berich­te, ich lese ihn gerne mit­.
Wir sind ja auch mit einem Van unter­weg­s.
Rai­ner (vom Nach­bar­blog https://www.um­die­wel­t.de/t9957)
Antwort des Autors: Danke Dir, hatten doch nicht immer WLAN um den Bericht tatsächlich live zu schreiben aber inzwischen sind wir in Sydney und ich bin am "Aufholen"