Nepal-Reisebericht :geheimnisvolles Land am Himalaya

Entdecke Kathmandu: Durbar Square

das Zentrum der Altstadt

Schließlich kommen wir zum Mittelpunkt und Hauptsehenswürdigkeit Katmandus, dem Durbar Square, wo sich einst die Handelswege kreuzten und der, genau genommen, aus drei verlinkten Plätzen besteht.
Noch heute ist das Treiben zwischen den über 50 Heiligtümern, Schreinen und Gebäuden unverändert lebendig. Man weiß gar nicht, wo man zuerst hin sehen, welchen Tempel man zuerst erforschen soll.
Sie alle zu beschreiben, würden den Rahmen sprengen, daher hier nur die wichtigsten:
Um sich einen Überblick über den Platz mit seinen vielen Gebäuden und verwinkelten Gassen zu machen, ersteigt man am besten die Treppen zum Maju-Deval. Hier könnte man Stunden verweilen und einfach nur das Treiben rundherum in sich aufnehmen, wäre da nicht noch so viel mehr zu entdecken und die Zeit drängt.

Maju-Deval

Maju-Deval

Blick aus dem Fenster

Einfacher haben es da die beiden, aus einem Fenster ihres Tempels blickenden Figuren Shiva und Parvati. Von weitem sehen sie fast wie ein altes Ehepaar aus, dass sich den Tag vertreibt. Ob denen bei dem Chaos hier wohl jemals langweilig wird?

Shiva & Parvati

Shiva & Parvati

du sollst nicht lügen

Anziehungspunkt des Durbar Square ist eindeutig das bunte Wandbild des Schwarzen Bhairav. Das ist der Herr, dessen Tempel wir auf dem Weg hierher bereits besucht haben. Es heißt, wer in seiner Gegenwart lüge, würde durch ihn getötet. Deshalb mussten Zeugen in Prozessen hier ihre Aussage machen. Furchteinflößend sieht er schon aus mit seinem grimmigen Blick und dem erhobenen Schwert. Da würde ich mir als einfacher Mensch auch so meine Gedanken bezüglich meiner Aussage machen.

der furchteinflößende Schwarze Bhairav

der furchteinflößende Schwarze Bhairav

Königspalast

Durbar bedeutet so viel wie Königshof, also muss es hier ja auch einen Palast geben. Direkt an der Hanuman-Statue, die als solche fast nicht zu erkennen ist, befindet sich der Eingang zum alten Königspalast, der bis 1908 Residenz der Könige war. Gleich dahinter befindet sich das Goldene Tor, flankiert von zwei steinernen Löwen. Auf ihnen reiten Shiva und Parvati, die wir eben noch am Fenster ihres Tempels gesehen haben.
Von den ehemals 35 Innenhöfen blieben nach dem Erdbeben von 1934 nur zehn übrig. Einen guten Überblick könnte man sich vom oberen Stockwerk des Basantapur Turmes machen. Mir ist aber ehrlich gesagt die Treppe zu steil und zu viel Gegenverkehr von oben. Also lasse ich das besser sein. Am Turm entdecke ich auch zum ersten Mal die erotischen, oft sehr Detail reichen Schnitzereien, die so manchen nepalesischen Tempel zieren und von denen ich bereits im Reiseführer gelesen habe.

Innenhof des Palastes

Innenhof des Palastes

gar nicht prüde, die Nepalesen

gar nicht prüde, die Nepalesen

wie die Stadt zu ihrem Namen kam

Den Abschluss macht dann das Haus Kasthamandap, das ältesten Gebäuden, am südlichen Eingang des Platzes. Dieses soll der Legende nach aus dem Holz eines einzigen Baumes gebaut worden sein und Katmandu wahrscheinlich seinen Namen gegeben haben. Früher traf man sich hier zu Versammlungen und Feiern, heute beherbergt es einen Tempel zu Ehren des Gottes Gorakhnath.

erbaut aus einem Baum

erbaut aus einem Baum

© Sabine Salzmann, 2015
Du bist hier : Startseite Asien Nepal Nepal-Reisebericht
Die Reise
 
Worum geht's?:
Eigentlich stand Nepal nie ganz oben auf meiner Länderliste und war daher für dieses Jahr auch nicht geplant. Ein Angebot für eine einwöchige Schnuppertour hat mich neugierig gemacht. Aus der wurde leider nichts, aber da war es schon zu spät, denn ich hatte Feuer gefangen. Ob sich ein Trip nach Nepal auch lohnt, wenn man nicht am Trekking interessiert ist, könnt ihr hier nachlesen.
Details:
Aufbruch: 13.03.2015
Dauer: 15 Tage
Heimkehr: 27.03.2015
Reiseziele: Nepal
Der Autor
 
Sabine Salzmann berichtet seit 3 Jahren auf umdiewelt.
Reiseberichte von Sabine sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!
Bild des Autors
Sabine über sich:
Die Kinder stehen endlich auf eigenen Füssen und ich kann mich wieder meiner Lieblingsbeschäftigung, dem Erforschen fremder (und heimischer) Kulturen widmen. Es gibt da noch ein paar weiße Flecken auf meiner persönlichen Landkarte, die es zu füllen gibt.