Auf Achse: 6 Monate Nordindien, Nepal, Südindien, Thailand

Nepal-Reisebericht  |  Reisezeit: September 2018 - Februar 2019  |  von Erich Backes

Fazit Nepal

Nepal ...

... gehört mit einem BIP pro Kopf von nur 733 US-Dollar (2016) zu den ärmsten Ländern der Welt. Der Hauptwirtschaftszweig ist die Landwirtschaft. Viele Nepalesen leben und arbeiten im Ausland, vor allem in den Golfstaaten, und überweisen regelmäßig Geld nach Nepal. Derartige Überweisungen machen geschätzt ca. 30 % des Bruttoinlandsprodukts aus. Probleme der nepalesischen Wirtschaft sind die Binnenlage, komplizierte Bürokratie, Korruption sowie hohe Handelsbilanzdefizite wegen fehlender Rohstoffe.

PS. Die größte Banknote in Nepal ist der 1000er, das sind 7,80 Euro !!!, in Indien der 2000er (25,16 Euro), in Thailand der 1000er (26,68 Euro) und bei uns der 500er. Das sagt viel.

Insgesamt ...

... waren wir 18 Tage in Nepal unterwegs. Wir sind von West nach Ost mit Bussen über schlechte, staubige Straßen gehumpelt und haben dabei eine gigantische Bergwelt bestaunt. Nepal ist sicherlich für den, der den Everest besteigen oder den Annapurna Circuit machen will, kurz: für Trekker, ein absolutes Muß. Unser Resümee: Wir waren jetzt einmal da. Pokhara und Kathmandu sind bequeme Orte, aber auch touristisch. Der Rest des Landes - den wir gesehen haben - ist sehr arm.

Der Bardia-Park hat uns eigentlich am besten gefallen. Ich werde nicht vergessen: die jungen, sehr hübschen Mädchen und Frauen in ihren bunten Sarongs, die kerzengerade auf ihren alten, durchgerosteten, aber gut geölten und stabilen Fahrrädern über die holprigen Feldwege hüpfen und dir - als Fremdling - ein herzhaft freundliches NAMASTEEEEE....... entgegenrufen.

PS. Wir haben in 18 Tage zusammen - incl. Hotels, Safari, Busse, Taxis, Eintrittsgelder, Essen, Trinken ohne Flüge und Visa - 800€ ausgegeben.

Was ändert sich ...

... wenn man von Indien nach Nepal kommt?

1. das nervige, laute, ständige Hupen auf den Straßen reduziert sich (schon weil nicht mehr so viele unterwegs sind)

2. Formalitäten hören fast ganz auf. Nur selten wird nach dem Paß gefragt. Einträge in Gästebücher dienen der Erbauung. Es scheint so, als ob sich niemand in Nepal dafür interessiert, wo man sich gerade aufhält

3. die Straßen - wenn man sie so nennen will - werden schlecht und sehr staubig

4. das Essen ist nicht mehr so lecker und reichhaltig (subjektiv). Der indischen Küche weicht eine Mischung aus nepalesischer, chinesischer und europäischer Küche

5. das Bier wird teurer (ca. 400 - 500 NPR pro Flasche). Intensive abendliche Berechnungen haben ergeben, daß wir (besser ich) für Bier genausoviel ausgegeben haben wie für Hotels und Gästhäuser !!! DAS KANN NICHT SEIN, sagt Hillo

6. das spontane Abräumen von Geschirr, wenn man gegessen hat, BLEIBT. Das wurde wahrscheinlich irgendwann aus Indien übernommen und für gut befunden

7. Klopapier wird nicht mehr mit Gold aufgewogen. Üblich ist, daß ca. 15 Minuten nach dem Einchecken in einem indischen Hotel, ein gesonderter Spezial-Boy mit Klopapier und Handtüchern an deiner Zimmertür erscheint, dieses hochherrschaftlich überreicht, und dabei den Fernseher auf volle Lautstärke stellt. Nach erheblichen Diskussionen mit eben diesem Boy erreicht man dann allenfalls, daß der Ton leiser gestellt wird. Unsere Frage "Kann man das auch ganz abstellen?" wurde nie sehr ernst genommen. Damit macht man sich in Indien keine Freunde. In einfachen Gasthäusern in Indien muß man Klopapier selbst kaufen. Weite Kreise der Geschäftswelt leben davon. Klopapier in Nepal gibt es überall reichlich, ist aber sehr weich, mit anderen Worten, nicht wirklich zu gebrauchen

8. die Menschen sind nicht mehr ganz so ernst und gestreßt wie in Indien und im Bardia-Park besonders liebenswürdig

Was ändert sich ...

... wenn man von Nepal nach Thailand kommt?

1. Tische werden generell NICHT mehr abgeräumt !!! Nur wenn jemand Lust hat

2. das Bezahlen in den Restaurants wird eher unwichtig. Wo in Indien und Nepal gleich beim Bestellen diverse Maschinen zur Erfassung (und Berechnung) der gewünschten Speisen eingesetzt werden, wird in Thailand davon ausgegangen, daß man selbst alles behält und - mehr oder weniger - später mal beim Bezahlen angibt. Rechenfehler sind allgemein üblich und werden toleriert

3. das Essen wird thailändisch, Reis statt Chapati und Roti - wer hätte das gedacht. French Fries (Pommes frites) hingegen gibt es wohl überall. PS. French Fries - hab ich gestern gelernt - heißen in Thai auch French Fries

4. BIER wird billiger. Ein Restaurantbesitzer gab mir beim Loi Krathong Fest hier in B. die Flasche billiger als im Supermarkt

5. die Busse in Thailand gleiten nur so dahin über glatte, saubere Straßen

6. es wird NICHT mehr gehupt. Auf unserer neu asphaltierten Beach-Straße in B. kann man stundenlang nebeneinander mit dem Fahrrad fahren. Kommt ein Wagen von hinten, bleibt er erstmal zurück. KEIN Hupen. Das geht manchmal 5-10 Minuten, bis daß der Fahrer sich dann doch mal entscheidet, zu überholen. Wozu auch? Man hat ja Zeit. Oder keine Lust. Oder man ist gerade sowieso eingeschlafen

7. die Formalitäten beim Check-In fangen wieder an, sind aber zu ertragen

8. das Klopapier in Thailand ist exzellent und wird NICHT extra berechnet

9. die Menschen sind lustiger (und glaubwürdiger)

© Erich Backes, 2019
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Sept. 2018 bis März 2019: Nordindien, quer durch Nepal, zurück nach Goa, Südindien, rüber nach Thailand, Freude am Schauen und Begreifen "Solange der Weg schön ist, braucht man nicht zufragen, wohin er führt"
Details:
Aufbruch: 18.09.2018
Dauer: 5 Monate
Heimkehr: 21.02.2019
Reiseziele: Indien
Nepal
Thailand
Philippinen
Der Autor
 
Erich Backes berichtet seit 5 Jahren auf umdiewelt.
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