Oman zum Zweiten und ....

Oman-Reisebericht  |  Reisezeit: Dezember 2006 - Januar 2007  |  von Herbert S.

nach Westen an die jemenitische Grenze

Donnerstag, 04.01.2007 - 15. Reisetag

Heute ist viel los am Frühstücksbuffet: Peter Franzisky ist mit seiner Gruppe schon da. Da er uns nicht an seinen Tisch lässt, sitzen wir mit Australiern zusammen, die in Jordanien leben und arbeiten und nun im Oman Urlaub machen. es entwickelt sich - wie fast immer in solchen Situationen - ein sehr interessantes Gespräch. Die Franzisky-Gruppe macht heute auch den Westtrip - allerdings nur bis Mughsayl. Doch wir wollen soweit wie möglich an die jemenitische Grenze. Es ist um 9.00 Uhr schon 23°C warm.
Zunächst tanken wir wieder voll und fahren am Hilton und am Salalah Port vorbei durch das weite Wadi Adownib. Das ist alles noch nicht sonderlich spektakulär.

km-langer Sandstrand bei Mughsayl

km-langer Sandstrand bei Mughsayl

Nach ca. 34 km erreichen wir die Bucht von Mughsayl. Der kilometerlange Sandstrand ist völlig leer, auch das Fischerdorf liegt ruhig da, die Boote liegen am Strand.

die Regierung baute für die Fischer ein neues Dorf in Einheitslook - schön?

die Regierung baute für die Fischer ein neues Dorf in Einheitslook - schön?

Die Lagune ist klein, aber wir können langbeinige Vögel beim 'fischen' beobachten.

Mughsayl-Park mit Fontäne und eigenartigen Felsformationen

Mughsayl-Park mit Fontäne und eigenartigen Felsformationen

Eine besondere Attraktion ist dann jedoch das blowhole von Mughsayl, das in einem kleinen Park liegt.

Fontäne des 'blowhole'

Fontäne des 'blowhole'

bei den Felsformationen kann man die Fantasie walten lassen

bei den Felsformationen kann man die Fantasie walten lassen

Stalagmiten? an der Küste von Mughsayl

Stalagmiten? an der Küste von Mughsayl

Die eigenartigen Stalagmiten, die sich ins Meer hineinziehen wecken bei uns Erinnerungen an Giants Causeway in Irland. Dort waren es jedoch mächtige, fünfeckige Basaltsäulen.

Wadi Afawl

Wadi Afawl

Die Weiterfahrt führt durch das Wadi Afawl (4786-88) (16° 52,333' N // 53° 43,443' E - 71 m)

der ganze Berg wurde 'aufgesägt', um die Straße in Serpentinen fast 500m hochzuführen

der ganze Berg wurde 'aufgesägt', um die Straße in Serpentinen fast 500m hochzuführen

Dann kommen die ersten Serpentinen und man steigt in den nächsten 5 km auf etwa 450 m. Beim Ausblick aufs Meer treffen wir dann die Gruppe, die sich schon auf dem Rückweg befindet.

Blick auf die Küste

Blick auf die Küste

Allmählich steigt die Straße weiter an - man merkt es manchmal nur am Gaspedal - und nach ca. 63 km wird der erste Militärposten erreicht. (16° 49,591' N // 53° 39,170' E - 1061 m)

Wir zeigen unsere Pässe und dann will er noch etwas sehen, aber der Soldat spricht kein Englisch. Nach einigem Hin und Her stellt sich heraus, dass er die Wagenpapiere sehen will. Er ist froh, dass er jetzt wohl was 'Offizielles' in arabischer Schrift vorliegen hat und kontrolliert die Nummernschilder. Danach öffnet er die Sperre und wir dürfen weiterfahren.

Kurz dahinter kommt der Abzweig nach Rahyut ( 16° 48,103' N // 53° 16,725' E - 1064 m) Die Weiterfahrt bringt weder Steigung noch Sehenswertes - wie im Reiseführer angegeben - und nach ca. 115 km erreichen wir den 2. Militärposten.

Der Soldat hier spricht Englisch und ist freundlich, dafür schreibt er wohl in seinem Häuschen die Pässe und die Wagenpapiere ab. In der Zwischenzeit dürfen Einheimische schon durchfahren. (16° 46,594' N // 53° 13,941' E - 1060 m - hier auf der Höhe pfeift der Wind und man empfindet die 13°C als wesentlich kälter. - Ich muß zum ersten Mal mein Sweatshirt anziehen.

wir taufen dieses Wadi 'Wadi Canyon'

wir taufen dieses Wadi 'Wadi Canyon'

10 km hinter dem 2. Militärposten geht es über 13 Serpentinen hinab in ein Wadi - das wir Wadi 'Canyon' taufen, da auf der Karte nichts angegeben ist. Direkt an der Furt (16° 44,898' N // 53° 13,413' E - 440 m - 17°C) machen wir unser Mittagspicnic.

ehemalige Wasserstände sind gut ablesbar

ehemalige Wasserstände sind gut ablesbar

Ca. 500m weiter bergauf finden wir ein Platz (16° 44,506' N // 53° 13,743' E), an dem eigenartige Flaschenbirnen als Sträucher stehen, die vollständig ausgetrocknet aussehen, aber rosa Blüten treiben.

sind die Blüten zu erkennen?

sind die Blüten zu erkennen?

diesen Berg sind wir hinuntergekommen - in der Trockenheit reifen aber immer noch farbige Früchte an Sträuchern

diesen Berg sind wir hinuntergekommen - in der Trockenheit reifen aber immer noch farbige Früchte an Sträuchern

6 km weiter erreichen wir dann wieder eine Art Hochplateau (820 m). Während auf dem Weg aufwärts die Hänge gut bewaldet waren, herrscht hier wieder Kargheit.

Hier ist auch ein Abzweig zum Dahaq Resthouse mit funished rooms und flats (Tel.: 95165317 (neu)) Nach weiteren 4 km haben wir uns wieder auf 1140m hoch geschraubt und fahren an einem 'knatschgrün' gestrichenen Militärcamp vorbei. Das nahebei liegende Dorf besteht fast ausschließlich aus unverputzten Bimssteinhütten bzw. Wellblechkonstruktionen. Hier (16° 42,927' N // 53° 09,469 E) ist auch der Abzweig nach links (ausgeschildert mit Hamoot) Der Abzweig nach Dalqut (23 km) nach weiteren 9 km liegt dann wieder in 660m Höhe bei 16° 41,835' N // 53° 08,829 E) und führt auf einer spektakulären Straße unvorstellbar (von oben gesehen) über 11 Serpentinen hinunter Richtung Meer.

Blick auf das Grenzdorf - Straße nach Hayut (Jemen)

Blick auf das Grenzdorf - Straße nach Hayut (Jemen)

Aber bei 16° 41,800 N // 53° 08,230 E und wieder auf 645m Höhe ist de Wadifurt wieder erreicht und wenige 100m dahinter folgt der Abzweig nach links nach Hayut (Yemen) und rechts führt die Straße auf 1292 m (wieder kahle Hochebene) bis sie bei 16° 41,953' N // 53° 06,747' E an einem Grenzposten-Militärgelände mit Absperrung (für uns) endet.

hier ist dann die Welt für uns zu Ende

hier ist dann die Welt für uns zu Ende

Militärcamp im Grenzgebiet zum Jemen

Militärcamp im Grenzgebiet zum Jemen

Für die Rückfahrt ergeben sich wie immer auf Bergsrecken wieder völlig neue Perspektiven der Ausblicke - vor allem die eben durchfahrene Gefällstrecke mit 11 Serpentinen Richtung Meer - ist jetzt am Steilhang nur durch die hellen Stellen des abgesprengten Gebirges zu erkennen. Wenn man die Straße fährt, sieht alles harmlos aus, aber von Oben oder auch von der anderen Seite ist es beeindruckend.

am 2. Militärposten

am 2. Militärposten

Am '2.' Militärposten werden wir diesmal mit Handschlag begrüßt und durchgewunken. Da zwischen den beiden Posten wieder die langweilige Strecke zu fahren ist, drücke ich etwas auf die Tube, doch Ulrike ist ganz aufmerksam wegen der vielen Kuh- und Kamelherden.

Canyonlandschaft am 1. Militärposten

Canyonlandschaft am 1. Militärposten

Drachenblutbäume

Drachenblutbäume

Im Prinzip müssen wir nur noch am ersten Militärposten die im Führer beschriebenen Drachenblutbäume aufnehmen. Auch der '1.' will jetzt nur wissen, wohin wir fahren.

Blick auf die Ebene von Salalah im Osten

Blick auf die Ebene von Salalah im Osten

Inzwischen haben wir natürlich unser Limit von 1000 km in Salalah deutlich überschritten und erreichen die 200 Extra-Km bei Ankunft am Hotel gegen 18.00 Uhr.


Um 19.10 Uhr erreichen wir den Goldsouk und werden nach dem dritten Laden von Ahmed schon ausfindig gemacht. Wir fahren zunächst mit ihm den Berg hoch, um Salalah bei Nacht angemessen zu bewundern.
Dann geht es zu einem ominösen 'Restaurant ohne Räume' (Foto bei Tageslicht im nächsten Kapitel): Tisch entweder neben dem Wagen oder auf einem Teppich zwischen zwei Gebäuden.

lt. Ahmed der 'Innenraum'

lt. Ahmed der 'Innenraum'

das frisch gebackene dünne Fladenbrot ist köstlich

das frisch gebackene dünne Fladenbrot ist köstlich

Ahmed lässt dann frischgebackenes Brot, Kamelfleischspieße, Hühnerfleisch, Rindfleisch und Tomaten sowie heiße Ziegenmilch auffahren.

und die Kamelfleischspieße duften

und die Kamelfleischspieße duften

wir haben das 'dinner' wirklich genossen

wir haben das 'dinner' wirklich genossen

Das alles macht den Schweizern wie auch uns viel Spaß und es schmeckt auch vorzüglich. Danach will Ahmed uns noch in ein Restaurant mit Räumen zum Kaffee/Tee mit Wasserpfeife fahren. Doch in aller Einvernehmen sagen wir ab; Ahmed ist zwar etwas enttäuscht, aber er fängt sich wieder und bringt uns zum Wagen zurück. Gegen 21.30 Uhr sind wir dann gesättigt mit einem 'kostenlosen' Abendessen - Ahmed hat gegen unseren Willen eingeladen - bettfähig. .

© Herbert S., 2007
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Olaf nennt es den Omanreisevirus - wer einmal da war, wird angesteckt. Daher steht schon seit Frühsommer die Planung: Schwerpunkt Musandam (hoher Norden) und Dhofar (Tiefer Süden)
Details:
Aufbruch: 21.12.2006
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 07.01.2007
Reiseziele: Oman
Vereinigte Arabische Emirate
Der Autor
 
Herbert S. berichtet seit 14 Jahren auf umdiewelt.
Reiseberichte von Herbert sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!
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