Inselreisen - einmal bis nach Australien und über Indonesien wieder zurück

Indonesien-Reisebericht  |  Reisezeit: Mai 2016  |  von Konstanze G.

Bali: Die Elefantenhöhle Goa Gaja

Das Heiligtum Goa Gajah heißt Elefantenhöhle, seit Forscher das Relief als Elefantenkopf angesehen haben

Im Inneren der Höhle befindet sich eine Ganesha-Statue, möglicherweise wurde das Heiligtum auch nach dem indischen Elefantengott benannt. Neben ihm enthält sie allerdings zahlreiche altbalinesische Dämonendarstellungen deren Herkunft und Bedeutungen teilweise noch nicht geklärt sind und auch Buddhastatuen gibt es darin. Die Anlage zählt damit zu den interessantesten altbalinesischen Kunstwerken. Man betritt die T-förmige Höhle durch ein Portal mit einem riesigen Dämonengesicht, dessen Herkunft ebenfalls nicht wirklich klar ist, der aber einem Elefantenkopf ähnelt. Möglicherweise erkannte der Entdecker der Anlage im Relief über dem Höhleneingang fälschlicherweise einen Elefantenkopf anstatt der Dämonenmaske.

Einige Theorien gehen davon aus, dass die Dämonenfratze die Hilflosigkeit des Menschen gegenüber Göttern, Dämonen und Natur ausdrücken soll. Vielleicht wird auch der Riese Pasupati dargestellt, der einst den Berg Mahameru in zwei Teile spaltete und damit die beiden großen Vulkane Gunung Agung und Gunung Batur erschuf. Übrigens die Vorlage für das candi bentar, das sich in fast allen Tempelanlagen findet. Es könnte aber auch Boma sein, der Gott der Tore und Übergänge, Sohn der Götter Visnu und Basundari oder die Hexe Calon Arang, eine Figur aus der balinesischen Mythologie. Oder etwas ganz anderes und bislang völlig unbekanntes. Genutzt wurde die Höhle ebenso vielseitig, möglicherweise diente sie zunächst shivaitischen Eremiten als Mönchsklause, danach folgten vermutlich Buddhisten. Zumindest finden sich einige Buddhastatuen in und um die Höhle, sowie eine etwa 1000 Jahre alte Statue der buddhistischen Dämonen-Gottheit Hariti. Hindus waren ebenfalls dort, denn auch der hinduistische Gott Ganesha findet sich und die göttliche Trinität aus Brahmā, Visnu und Siwa. Offenbar koexistierten Buddhismus und Hinduismus damals friedlich nebeneinander.

© Konstanze G., 2016
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Der lange Traum Australien kombiniert mit Inselreisen in Indonesien und einem bunten Tupfer Singapur
Details:
Aufbruch: 04.05.2016
Dauer: 4 Wochen
Heimkehr: 29.05.2016
Reiseziele: Indonesien
Australien
Der Autor
 
Konstanze G. berichtet seit 11 Jahren auf umdiewelt.
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