Inselreisen - einmal bis nach Australien und über Indonesien wieder zurück

Indonesien-Reisebericht  |  Reisezeit: Mai 2016  |  von Konstanze G.

Bali II

Von vielen Punkten auf Bali aus ist er weithin sichtbar: Der Mount Agung ist mit 3142 Metern der höchste Berg der Insel und ein immer noch aktiver Vulkan. Seine Bedeutung für die Menschen ist hoch, denn er gilt als heilig.

Sein Name übersetzt sich mit “Hoher Berg”, und richtig, der Gunung Agung zählt zu den 5 höchsten Vulkanen Indonesiens. Es heißt, die Geister der Ahnen sind auf ihm zu Hause und auch die hinduistische Gottheit Shiva wohne hier. Ein großer Teil des religiösen Lebens auf Bali richtet sich nach dem Berg aus. Der Legende nach ist der Agung entstanden, als der hinduistische Gott Pasupati den Berg Meru (die spirituelle Achse des Universums) zerteilte und aus einem Splitter den Agung schuf. Deswegen wird der Berg als das Zentrum der Welt gesehen.

Dementsprechend bedeutend ist auch der wichtigste hinduistische Tempel Balis, Pura Besakih, auf 900 Metern Höhe am südwestlichen Hang: Hier werden die Ahnen wie die Götter und der Berg verehrt. Auch auf dem Berg gibt es mehrere Heiligtümer, Altäre und Schreine, die von Fremden nicht betreten werden dürfen. Der Berg wird in religiösen Zeremonien bestiegen und in Palmblättern wird heiliges Wasser aufgefangen. Mit diesem Wasser werden dann die Pilger besprenkelt.

Durch die Höhe des Bergs hängen oft Wolken an ihm, die sich vor allem auf seiner Westseite abregnen. Östlich des Bergs ist es trockener, dort kommt weniger Regen an.

Der Ausbruch im März 1963 kam sehr überraschend, eigentlich glaubte man damals, dass der Vulkan erloschen sei. Die Eruptionen dauerten dann 6 Monate an und setzten insgesamt 7 Millionen Tonnen Schwefeldioxid frei. Die Lava und Asche zerstörte mehrere Dörfer, man schätzt, dass 1100 Menschen getötet und 650 verletzt wurden. Wie durch ein Wunder blieb der Muttertempel Besakih am Hang des Vulkans verschont, was als göttliches Zeichen gewertet wurde. Aus religiöser Sicht ging man davon aus, dass eine falsch berechnete Terminierung des alle 100 Jahre stattfindenden Eka Dasa Rudra Festes die Götter zum Vulkanausbruch provoziert hatte.

Der Ausbruch von 1963 zählt zu den weltweit 20 stärksten Vulkanausbrüchen des 20. Jahrhunderts. Und auch heute noch speit der 700 Meter weite Krater gelegentlich bedrohlichen Rauch und erinnert daran, dass der Gunung Agung nur eine Pause zwischen zwei Eruptionen macht.

© Konstanze G., 2016
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Der lange Traum Australien kombiniert mit Inselreisen in Indonesien und einem bunten Tupfer Singapur
Details:
Aufbruch: 04.05.2016
Dauer: 4 Wochen
Heimkehr: 29.05.2016
Reiseziele: Indonesien
Australien
Der Autor
 
Konstanze G. berichtet seit 12 Jahren auf umdiewelt.
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