Südamerika mal anders

Kolumbien-Reisebericht  |  Reisezeit: Mai - Dezember 2017  |  von Katharina Deckers

Kolumbien: Cartagena

Cartagena (13.12.17 - 17.2.17)

Am 13.12., abends, fliege ich nach Cartagena. Mit einer Stunde Verspätung kommt der Flieger an dem kleinen Flughafen an, auf dem man wieder mal zu Fuss übers Rollfeld zum Gebäude geht. Es holt mich ein Uber-Taxi ab, das die Vermieterin des Apartments organisiert hat.
Ich wohne etwas außerhalb des touristischen Zentrums im Stadtteil Torices. Zu dem wunderschönen, historischen Stadtkern habe ich 20 - 30 Minuten zu Fuss, je nach dem, in welche Ecke man sich begibt.
Das Wetter lässt sich schnell beschreiben: sonnig und verdammt heiß! Hier kommt die Sonnencreme voll zum Einsatz, denn die Sonnenbrandgefahr riecht man förmlich in der Luft und spürt sie auf der Haut.

Der historische Kern der Stadt, direkt in der Nähe des karibischen Meers ist sehr, sehr hübsch. Man kann hier so einige Zeit verbringen und durch die vielen kleinen Gassen laufen, die niedlichen Häuschen bewundern, durch die kleinen Lädchen bummeln.
Der Kern ist komplett von der Mauer umschlossen und man kommt nur an bestimmten Stellen rein oder raus. An vielen Stellen kann man oben auf der Mauer laufen und von da aus die Sicht auf die hüschen Häusschen drinnen oder auf das Meer außerhalb genießen.

Es ist Dezember und trotz der Hitze wird es mir manchmal weihnachtlich wenn ich die künstlichen Weihachtsbäume sehe

Es ist Dezember und trotz der Hitze wird es mir manchmal weihnachtlich wenn ich die künstlichen Weihachtsbäume sehe

Auf dem Weg zum historischen Zentrum liegt der "Castillo", massives Etwas, das sich auf einer Erhebung befindet. Ich überlege, ob ich es besuchen soll, denn viele Besucher kommen und gehen rein, doch dass äußere Erscheinen zusammen mit dem nicht gerade günstigen Preis überzeugen mich einfach nicht Ok, die Hitze kommt natürlich auch dazu

Castillo de San Felipe de Barajas

Castillo de San Felipe de Barajas

Für einen halben Tag begebe ich mich zum Strand, der sich nordöstlich des historischen Stadtkerns befindet, neben der Hauptstraße, die zum Flughafen führt. Es ist ziemlich menschenleer, nur ein paar Einheimische sehe ich hier und da, obwohl sich in der Nähe Hotels befinden. Ich spaziere auf dem warmen Sand und denke an die heiße Sonne, die ich aufgrund des starken Windes nicht stark spüre, vor der ich aber dennoch viel Respekt habe.
Als ich ein Weilchen auf einem Mäuerchen sitze, nähert sich mir eine Frau, mit einem Eimer in der Hand. Sie sucht ein Gespräch, doch da ich eigentlich nur gerne diesen Moment hier genießen möchte, gebe ich vor, nur ganz wenig Spanisch zu sprechen. Sie versucht dennoch weiter, mich in ein Gespräch einzubinden und erzählt, dass sie hier arbeitet und Fußmassagen anbietet. Als ich nicht reagiere fängt sie an, meine Wade zu reiben! Ich sage ihr, sie möge aufhören, doch sie versichert mir nur, es sei gratis und hört nicht auf. Jetzt reicht es mir langsam, ich wiederhole mehrmals und mit jedem Mal unfreundlicher, sie solle aufhören, bis sie endlich aufgibt. Erst als sie weggeht, sehe ich mir mein Bein an und stelle fest, dass sie mir irgendwas weißes auf die Haut tat, vermutlich eine Creme. Ich bin ziemlich verblüfft über die Aufdringlichkeit der Frau.

Am anderen Tag mache ich mich auf den Weg zum "El Laguito", einem kleinen See, das sich fast am Ende der Halbinsel hinter dem historischen Stadtkern befindet.

Auf der Straße direkt am Meer fällt mir auf, dass hier und da das Wasser des Meers über die Straße schwappt. Teilweise sind die Wege oder Straßen kaum passierbar.
Ich quäle mich durch die Hitze und suche möglichst viel Schatten. Irgendwann erreiche ich dann am Ende der Halbinsel den langen breiten Strand, auf dem sich viele Menschen tummeln. Kein wunder, es ist ein wirklich hübsches Fleckchen hier, das Meer schön flach, so dass auch viele Kinder Spaß haben. Ich ruhe mich hier ein wenig aus, so weit dies möglich ist, denn die vielen Verkäufer lassen einen nicht wirklich in Ruhe. Doch weiter hinten, am Ende des Strands, hinter einem Restaurant finde ich eine menschenleere Ecke und hier genieße ich eine Weile das Plätschern des Meereswassers, die Sonnenstrahlen, das Sommerfeeling.
Anschließend gehe ich zu dem kleinen See, der sich auf der Rückseite der Häuserreihe befindet. Hier herrscht viel Ruhe, das Meer sowie die vielen Menschen sind nicht zu hören. Was für ein Kontrast zur anderen Seite, doch beide haben ihren ganz besonderen Reiz.
Ich vertilge hier ein süßes Brot, dass ich mir vorher in einem Supermarkt gekauft habe und mache mich langsam auf den Rückweg. Ich habe mich fast 7 km von der Unterkunft entfernt!

An dem Laguito ist es richtig grün

An dem Laguito ist es richtig grün


Und zum Abschluss des Berichts noch eine Geschichte aus dem Supermarkt, den ich hier ein paar Mal besuche.
Ich erwische eines Tages eine Zeit, zu der es recht viele Menschen im Supermarkt gibt. Viele der Kassen sind geöffnet und so hoffe ich, dass es nicht lange dauern wird. Hier wird nur eine lange Schlange vor den Kassen gebildet und dann passiert man einzeln zu der Kasse durch, die gerade frei geworden ist. An sich ein gutes Prinzip, wenn da nicht der junge Angestellte wäre... . Er soll eigentlich regeln, dass die Personen zu den freien Kassen gehen, doch aus irgendwelchen mir unbekannten Gründen veranstaltet er nur Chaos. Mich schickt er zu einer Kasse, bei der noch der Vorgänger nicht fertig ist. Ich fange an, meine Sachen auf das Band zu legen, da sagt der Kassierer zu mir, hier nicht, ich solle woanders hin gehen. Ich erkläre ihm, dass mich der Junge hierhin geschickt hat. Da ruft der Kassierer den Jungen und sagt ihm was. Der Junge schnappt sich meine Granadillas vom Band und geht mit denen zu einer anderen Kasse, dort legt er sie auf das Band aber noch vor den Einkäufen der Frau, die nun vor mir dran ist. Ich bin nun gespannt, was passieren will und gehe das Experiment ein. Der Kassierer fängt an, die Sachen auf dem Band zu kassieren und schnappt sich meine Gradadillas und anschließend die restlichen Sachen der Frau vor mir. Weder sie noch ich sagen was . Als sie zahlen soll, sagt sie, es seien gar nicht ihre Gradadillas , entscheidet sich aber anschließend, sie doch zu kaufen. Ich erkläre dem Kassierer, dass der Junge die Granadillas dorthin gelegt hat und ich auf jeden Fall welche kaufen möchte. Also steht er auf, geht zum anderen Endes des Ladens und holt mir neue Granadillas.... .

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Als Backpackerin durch Südamerika, Beginn des Abenteuers in Peru, Cusco. Danach Bolivien, ... ach, mal sehen, was so kommt! Hier berichte ich über meine Erfahrungen während der Reise und natürlich freue ich mich auf Eure Gästebucheinträge!
Details:
Aufbruch: 17.05.2017
Dauer: 7 Monate
Heimkehr: 22.12.2017
Reiseziele: Peru
Bolivien
Argentinien
Uruguay
Kolumbien
Der Autor
 
Katharina Deckers berichtet seit 33 Monaten auf umdiewelt.
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