Pilgern auf der Königsstraße Via Regia

Deutschland-Reisebericht  |  Reisezeit: Juni / Juli 2020  |  von Ines Buchholz

29.Juni 2020 - weiter in Richtung Kamenz

Die Kirchturm Glocke läutet

Es ist gerade 5Uhr als ich zum ersten Mal von dem Klang der Glocke geweckt werde. Durch das offene Fenster sehe ich das der Himmel grau verhangen ist, es hat über Nacht geregnet.
Ich habe gut geschlafen. Heute wollen wir etwas früher aufbrechen. Mal sehen wie weit uns heute die Füße tragen werden.

6:45 Uhr, so früh am Morgen ist der Rathausplatz noch Menschen leer

6:45 Uhr, so früh am Morgen ist der Rathausplatz noch Menschen leer

Auf dem Weg zum Bäcker entdecken wir noch dieses Tor.

Auf dem Weg zum Bäcker entdecken wir noch dieses Tor.

Ehe wir wieder auf der Via Regia unterwegs sind, frühstücken wir hier in Ruhe.

Ehe wir wieder auf der Via Regia unterwegs sind, frühstücken wir hier in Ruhe.

Durch diese kleine Gasse geht es hinunter zur Spree

Durch diese kleine Gasse geht es hinunter zur Spree

Bevor wir über die Hammerbrücke die Spree queren entdecken wir die erste Jakobsmuschel an diesem Morgen.

Bevor wir über die Hammerbrücke die Spree queren entdecken wir die erste Jakobsmuschel an diesem Morgen.

Die Spree

Die Spree

Noch ein Blick auf die Ruine der Nikolaikirche

Noch ein Blick auf die Ruine der Nikolaikirche

Dort oben ist die Ortburg zu sehen.

Dort oben ist die Ortburg zu sehen.

Bautzen verabschiedet sich mit Regen

Bautzen verabschiedet sich mit Regen

Hinter Bautzen sehen wir an jeder Weg Kreuzung ein Jesus Kreuz. Das ist ein Brauch der Sorben.

Hinter Bautzen sehen wir an jeder Weg Kreuzung ein Jesus Kreuz. Das ist ein Brauch der Sorben.

Der heutige Tag verläuft entlang von Wiesen und Feldern.

Der heutige Tag verläuft entlang von Wiesen und Feldern.

Inzwischen sind wir 60km gepilgert.

Inzwischen sind wir 60km gepilgert.

Dörfliche Idylle in Oberuhna

Dörfliche Idylle in Oberuhna

Einige Kilometer weiter kommen wir direkt auf das Denkmal zu.

Einige Kilometer weiter kommen wir direkt auf das Denkmal zu.

Vom Denkmal hat man eine schöne Aussicht auf die Lausitz.

Vom Denkmal hat man eine schöne Aussicht auf die Lausitz.

Das nächste Ziel ist Dreikretscham

Das nächste Ziel ist Dreikretscham

Auf der Allee geht es Schritt für Schritt weiter.

Auf der Allee geht es Schritt für Schritt weiter.

In Croswitz kommen wir direkt an der Kirche vorbei.

In Croswitz kommen wir direkt an der Kirche vorbei.

Diese Pilger Oase ist in Croswitz, doch wir wollen noch nicht halt machen.

Diese Pilger Oase ist in Croswitz, doch wir wollen noch nicht halt machen.

Eingangstor zum Kloster St Marienstern

Eingangstor zum Kloster St Marienstern

Eine prächtige Anlage

Eine prächtige Anlage

Kloster St Marienstern

Das Kloster ist eine riesige Anlage und das Highlight dieses Tages. Im Kellergewölbe soll ein Restaurant sein, das einen Besuch unbedingt wert sein soll, so verspricht es mein Reiseführer. Doch als wir nach 20km Fußmarsch dort ankommen, sehen wir bereits an der riesigen Mauer des Klosters einen Aushang "Nachfolger gesucht" also zur Zeit geschlossen
Wir versuchen es mit der Kloster Bäckerei, doch diese hat krankheitsbedingt heute nicht geöffnet.
Matthias googelt. Im Ort ist ein Netto und nebenan ein Imbiss, also nix wie hin. Am Imbiss müssen wir feststellen, daß dieser montags Ruhetag hat, das gibt's doch nicht
Nun bleibt nur noch der Bäcker bei Netto - Kuchen und ein Pott Kaffee
Von hier telefonieren wir mit der Herberge in Nebelschütz, um die Übernachtung für heute zu buchen. Das hat geklappt. Die freundliche Frau empfiehlt uns auch gleich bei Netto einzukaufen, denn das Restaurant in Nebelschütz existiert nicht mehr.

Kultur der Sorben

An der Kasse bei Netto hören wir wie sich der junge Mann an der Kasse mit einer Kundin in einer für uns unbekannten Sprache unterhält. Da wir gerade durch das Gebiet der Sorben pilgern, vermuten wir es ist Sorbisch. Als uns die Kundin fragt ob wir Pilger seien und woher wir kommen, erkundigen wir uns unsererseits nach der sorbischen Sprache. Wir erfahren, daß die Sprache sogar noch an der Schule unterrichtet wird und es in Bautzen auch ein sorbisches Gymnasium gibt. Spannend, das die Sorben es schaffen ihre Kultur so gut zu erhalten.

Auch diese Säule haben die Sorben errichtet.

Auch diese Säule haben die Sorben errichtet.

Nach weiteren Kilometer Fußmarsch erreichen wir die Kirche von Nebelschütz. In wenigen Schritten erreichen wir die Herberge.

Nach weiteren Kilometer Fußmarsch erreichen wir die Kirche von Nebelschütz. In wenigen Schritten erreichen wir die Herberge.

Das Heldhaus - Urige Herberge

Das Heldhaus - Urige Herberge

Total zauberhaft

Total zauberhaft

Das Heldhaus - Urige Herberge in Nebelschütz

Es ist ein kleiner, restaurierte Dreiseitenhof in unmittelbarer Nähe zur Kirche, der zur Herberge umfunktioniert wurde. Eine ältere Dame empfängt uns freundlich und zeigt uns die Räumlichkeiten. Es ist eine kleine Wohnung, total urig. Die Übernachtung kostet ganze 22€ für uns. Natürlich gibt es auch einen Stempel für unseren Pilgerausweis
Es gibt eine zweite Wohnung. Diese ist heute Nacht auch belegt. Dort übernachten zwei junge Frauen, denen wir nun schon zum dritten Mal während unserer Tour begegnen.
Die ältere Dame erzählt uns noch, daß diese Herberge demnächst schließen wird, es sei der Gemeinde zu teuer in der Unterhaltung. Wir finden es schade. Denn solche Unterkünfte machen die Pilgerschaft zu etwas Besonderem.
Leider mussten wir feststellen, dass es zumindest heute kein warmes Wasser gibt. Nach 28km Fußmarsch hatten wir uns auf die warme Dusche gefreut. Aber okay, man kann nicht alles haben und für die Haut ist tägliches Duschen eh nicht gut
An WLAN war ebenfalls gar nicht erst zu denken.

Morgen geht es weiter.

© Ines Buchholz, 2020
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Eigentlich wollten wir bereits im Mai auf dem Caminho del Norte in Spanien unterwegs sein. Doch dann kam Corona dazwischen. Da sich die Situation inzwischen etwas entspannt hat, haben wir uns entschlossen in Deutschland zu pilgern. Auch Deutschland ist durchzogen von den verschiedensten Pilgerrouten. Wir haben uns für die 460km lange Via Regia von Görlitz nach Vacha entschieden.
Details:
Aufbruch: 24.06.2020
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 15.07.2020
Reiseziele: Deutschland
Der Autor
 
Ines Buchholz berichtet seit 4 Jahren auf umdiewelt.
Bild des Autors
Aus dem Gästebuch (3/5):
Rosi 1596014407000
Hallo, ihr Bei­den
­
Mir ging es ähnlich wie euch: Im Herbst 2019 von Zuhause aus aus­ges­tar­tet mit Ziel Metz, wollte ich im Mai 2020 von dort aus weiter weiter Rich­tung Santi­a­go...... Und dann kam Corona und so bin ich am 24.05. in Görlitz auf dem Öku­menischen Pil­ger­weg ges­tar­tet und am 07.06. in Erfurt an­ge­kom­men. Ich kann mich euch nur an­schlie­ßen, es war wun­der­bar und ich freue mich schon jetzt auf meine For­tset­zung des Weges von Erfurt nach Mainz, vo­raus­sich­tlich Mitte Au­gust.... Zu meiner Wan­der­zeit waren bis auf 2 Aus­nah­men (Me­lau­ne und Ne­belschütz) die Her­ber­gen alle gesch­los­sen­..
Lie­be Grüße und Buen Ca­mi­no
­
Ro­si
Angela 1594916366000
Hallo Ihr Beiden,
mal wieder wun­der­schöne Berich­te von einer tollen Reise ...
anonym 1594781815000
Guten Morgen ihr Zwei.­Was für ein toller Rei­se­bericht. Sicher­lich hattet ihr eine super schöne Zeit und habt viele neue Ein­drücke gesam­melt. Nun wünsche ich euch eine gute Heim­rei­se und freue mich auf ein wie­der­se­hen. Ganz liebe Grüße Anke