Rundreise durch Südosteuropa

Bulgarien-Reisebericht  |  Reisezeit: Juni / Juli 2018  |  von Gerd Dorn

Bulgarien: Saparewa Banya

Saparewa Banya ist ein kleiner bulgarischer Ort mit etwa 3.500 Einwohnern am Nordhang des Rila Gebirges. Hier hatten wir für die folgenden zwei Nächte eine Unterkunft gebucht. Die Unterkunft bestand aus einem Haus mit 4 Ferienzimmern und einem gemeinsamen Aufenthaltsraum mit Küche. Da außer uns niemand gebucht hatte, hatten wir das ganze Haus mit Terrasse und Garten für uns allein.
Ungünstig war, dass die Vermieterin nur bulgarisch sprach. Kaum Englisch, dadurch kam nicht viel von dem, was sie erzählte bei uns an.
Hauptgrund für die Buchung hier war der, dass es hier eine Waschmaschine gab. Diese fanden wir auch, füllten sie und stellten fest, dass diese nicht anging. Nach einer recht abenteuerlichen Verlegung von Stromkabeln durch das Haus brachten wir endlich die Waschmaschine zum laufen und begaben uns an die Erkundung von Saparewa Banya.

Unser erster Weg führte uns zum Geysir, für den Saparewa Banya bekannt ist. Mit einer Temperatur von 103 Grad Celsius soll es sich um die heißeste Mineralwasserquelle Europas handeln. Erstaunlich, dass Bulgarien hier mit den isländischen Quellen mithalten kann.
Das Wasser schießt unter hohem Druck in die Höhe (bis zu 18m) und wird dann in einem runden Gefäß aufgefangen.

Der Geysir in Saparewa Banya
Laut Angabe, soll die Quelle bis zu 18 Meter hoch schießen. Ich fürchte, dass da sehr wohlwollend gemessen wurde. Auf dem Bild sind es höchsten 10 Meter.

Der Geysir in Saparewa Banya
Laut Angabe, soll die Quelle bis zu 18 Meter hoch schießen. Ich fürchte, dass da sehr wohlwollend gemessen wurde. Auf dem Bild sind es höchsten 10 Meter.

Beim anschließenden Einkauf bemerkten wir eher zufällig die gut erhaltenen Reste der Kirche St. Nikolaus aus dem 13.Jahrhundert. Das Gelände der Kirche war mit einem Bauzaun gesichert und hinter diesem fanden wir dann doch noch einen Hinweis auf Saparewas berühmtesten Sohn: Belisar!
Dass dieser berühmte Feldherr des 6.Jahrhunderts in Germania (heute Saparewa Banya) geboren wurde ist kein Geheimnis. Aber dass seine Geburtsstadt diesen so überhaupt nicht würdigt, keine Straße, keinen Platz oder von mir aus auch den Geysir nach ihm benennt war schon im Vorfeld überraschend.
Und dann hat doch jemand tatsächlich hinter diesen blöden Bauzaun bei der alten Kirche ein Plakat gehängt:

Auf einem ziemlich verwilderten Gelände hinter einem Bauzaun doch noch ein Hinweis auf Belisar, dem Schlächter von Konstantinopel und Bezwinger der Vandalen.

Auf einem ziemlich verwilderten Gelände hinter einem Bauzaun doch noch ein Hinweis auf Belisar, dem Schlächter von Konstantinopel und Bezwinger der Vandalen.

Das Gelände unserer Unterkunft war recht weitläufig, unter anderem befand sich hier auch ein Grillplatz. Holzkohle war auch vorhanden, also beschlossen wir am Abend zu grillen. Recht große Steaks gab es auch bei einem Fleischer.
Nachdem die Wäsche aufgehängt war machte ich mich an die Zubereitung. Die Steaks waren groß, dick und mit vielen Sehnen versehen. Einen Genuss versprachen diese Steaks wahrlich nicht, zumal ich befürchtete, dass ich sie gar nicht durchgebraten bekomme. Auf unseren Tellern landete dann aber tatsächlich ein wahrer Gaumenschmaus. Zartes wohlschmeckendes Fleisch - so muss es sein. Massentierhaltung ist in Bulgarien weitgehend unbekannt - ob dies vielleicht der Grund ist?

© Gerd Dorn, 2019
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Tour durch Moldawien, Rumänien, Bulgarien, Serbien und die Ukraine
Details:
Aufbruch: 21.06.2018
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 09.07.2018
Reiseziele: Moldau
Rumänien
Bulgarien
Serbien
Ukraine
Der Autor
 
Gerd Dorn berichtet seit 31 Monaten auf umdiewelt.