Rundreise durch Südosteuropa

Bulgarien-Reisebericht  |  Reisezeit: Juni / Juli 2018  |  von Gerd Dorn

Bulgarien: Rila Gebirge - 7 Seen Wanderung

Am Folgetag fuhren wir nicht so früh in das etwa 10 km entfernte Panichishte. Die Straße führt recht steil in das Rila Gebirge hinein. Liegt Saparewa noch auf 750 m, befindet sich Panichishte bereits auf 1.400 m über dem Meeresspiegel. Von hier aus geht ein Lift bis ein eine Höhe von 2.135 Metern, wie das Schild oben verkündete. Von der obigen Station gehen verschiedene Wanderwege - unter anderem auch quer durch das gesamte Gebirge zum Rilakloster - ab. Auf unserem Plan stand der Klassiker hier - die 7 Seen Wanderung. Ein Rundweg der im Internet als mittelschwer mit einer Länge von 3- 3,5 Stunden beschrieben wird.
Um es vorwegzunehmen: Es handelt sich um einen leichten Rundweg. Die Höhenunterschiede sind eher geringfügig - vergleichbar mit einer deutschen Hügellandschaft. Ich schätze, dass man den Rundweg in etwa 2 Stunden bei zügiger Wanderung absolvieren kann. Wir brauchten knapp 4 Stunden....

Oben angekommen machten wir uns gleich auf den Weg. Die Wegweisung ist eindeutig und auch im folgenden ist der Wanderweg gut ausgeschildert. Zunächst geht es erst mal ein wenig bergan, man kann die wundervolle Aussicht bei klarer Luft genießen.

Berge, Schnee und kristallklares Wasser in den Seen. Herrliche Natur im Rila Gebirge

Berge, Schnee und kristallklares Wasser in den Seen. Herrliche Natur im Rila Gebirge

Zunächst war der Himmel auch recht blau, lediglich über den Bergen zogen erste Wolken auf. Wir gingen die Sache relaxt an. An einem der Seen wurde ein kleines Picknick eingelegt. Natürlich ließen wir es uns nicht nehmen auch durch den Schnee zu stapfen und den einen oder anderen Schneeball zu werfen. Auch ein paar Umwege nahmen wir in Kauf um zu nach unserer Ansicht besonders exponierten Orten zu gelangen.
Auf etwa halber Strecke hatten die heranziehenden Wolken bereits bedrohliche Größe erreicht und mir schwante schon schlimmes. Tatsächlich zogen die Wolken immer weiter heran und die Sicht verschlechterte sich drastisch. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir aber höchstens noch zwei Kilometer zu laufen - die Liftstation befand sich quasi in Sichtweite und die Strecke war gut ausgeschildert.

Die tief hängenden Wolken sind recht malerisch, entwickelten sich aber schnell zum Problem

Die tief hängenden Wolken sind recht malerisch, entwickelten sich aber schnell zum Problem

Die Sicht betrug dann irgendwann höchstens 20 - 30 Meter und ein leichter Nieselregen setzte ein, was aber kein Problem war, da die Wegmarkierungen auf den Boden gesprüht waren. Irgendwann ging es erstaunlicherweise nur noch abwärts und nach geraumer Zeit bemerkte Damian, dass er schon seit längerem keine Markierung mehr gesehen habe. Stimmt! Hatte ich auch nicht. Nachdem der Weg derart räudig wurde, dass wir anfingen uns durch Unterholz zu kämpfen, sahen wir ein, dass wir irgendwo eine Abzweigung verpasst hatten. Also die gesamte Strecke bergan wieder zurück. Wenigstens wurde uns nicht kalt dabei. Ziemlich abgekämpft fanden wir auch die Stelle wieder, an der wir die Abzweigung verpasst hatten. Hätten einfach nur die Augen aufhalten müssen.

Das Gebäude mit dem Lift ist allenfalls 50 Meter entfernt, jedoch kaum zu erkennen

Das Gebäude mit dem Lift ist allenfalls 50 Meter entfernt, jedoch kaum zu erkennen

Wir kamen dann auch ohne weitere Vorkommnisse zurück zur Liftkabine. Trotz Wetterumschwung handelt es sich bei der 7- Seen Wanderung um eine sehr schöne Wanderstrecke. Man benötigt keine großartige Kondition, da die Höhenunterschiede allenfalls geringfügig sind. Allerdings ist diese Strecke keine für eine Tageswanderung. Ohne Pausen und Umwege hat man sie in gut zwei Stunden bewältigt. Aber wer will schon im Renntempo durch diese herrliche Natur eilen?

Nachdem wir die 700m zurück nach Panichishte mit dem Lift zurück gelegt hatten, war es unten nicht nur wärmer, auch gab es keinen lästigen Nebel mehr.

© Gerd Dorn, 2019
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Tour durch Moldawien, Rumänien, Bulgarien, Serbien und die Ukraine
Details:
Aufbruch: 21.06.2018
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 09.07.2018
Reiseziele: Moldau
Rumänien
Bulgarien
Serbien
Ukraine
Der Autor
 
Gerd Dorn berichtet seit 28 Monaten auf umdiewelt.