Rundreise durch Südosteuropa

Serbien-Reisebericht  |  Reisezeit: Juni / Juli 2018  |  von Gerd Dorn

Serbien: Đavolja varoš - Die Teufelsstadt

Von der bulgarischen Grenze sind es etwa 200 km bis man zur Westgrenze Serbiens am Kosovo kommt. Dort lang unser Hauptziel für den heutigen Tag: Die Teufelsstadt - Đavolja varoš.
Zweifellos eine der natürlichen Hauptattraktionen Serbiens. Bei der Reiseplanung stellten wir fest, dass wir im Vorjahr nur etwa 40 km entfernt an dieser vorbei fuhren. Ärgerlich, dass wir damals von Priština aus nicht diesen Abstecher gemacht haben und dafür das eher unscheinbare Stobi besuchten.
Gegen Mittag tauchten wir dort auf . Den Eintritt von 2,50€ konnten wir in auch in € bezahlen. Gelegenheit zum Abheben von serbischen Dinar hatten wir noch nicht.
Infolge des leichten Nieselregens waren außer uns nur sehr wenige Besucher anwesend. Gerade bei Natursehenswürdigkeiten sind Menschenmassen oft recht störend.
Am Beginn des Wanderwegs befindet sich ein kleiner Parkplatz, die obligatorische Ticketbude und ein Toilettenhäuschen. Weiterhin ein paar Stände an denen man einen Imbiss oder Souvenirs erwerben konnte.
Bei der Teufelsstadt handelt es sich um eine ähnliche Formation, wie wir sie in Bulgarien bei Stob besuchten. Der Weg zu den Säulen ist vom Parkplatz aus etwa 1,5 km lang und wurde leider nicht als Rundweg angelegt. Zwei Quellen mit stark mineralhaltigem Wasser sind auf dem Weg zu bewundern. Zum einen eine schwefelhaltige, stark riechende, Quelle mit gelben Wasser und eine zweite mit dunkelrotem Wasser. Dass diese der Sage nach der Hölle entspringen (Blut und Schwefel) ist naheliegend.

Eine schwefelhaltige Quelle bei der Teufelsstadt prägt ihre Umgebung

Eine schwefelhaltige Quelle bei der Teufelsstadt prägt ihre Umgebung

Die Entstehungsgeschichte der Sandformationen ist die selbe, wie die der Pilze in Stob. Ein Stein schützt die darunterliegende Schicht vor Verwitterung, wodurch eine säulenartige Struktur entsteht. Der Sage nach handelt es sich hier um eine Hochzeitsgesellschaft, die wegen ihres sündigen Treibens vom Teufel versteinert wurde.

Eine der Gruppen der "Hochzeitsgesellschaft". Oben rechts sieht man die Aussichtsplattform.

Eine der Gruppen der "Hochzeitsgesellschaft". Oben rechts sieht man die Aussichtsplattform.

Der Weg endet an einem Steilhang, an den eine Treppe mit Aussichtsplattform gelehnt wurde. Von hier aus hat man einen herrlichen Überblick über die einzelnen Gruppen der "Pilze". Im Vergleich zu den ähnlichen Naturschönheiten in Stob oder Foča ist diese hier zweifellos die attraktivste. Nicht nur, dass das gesamte Areal irgendwie mystisch wirkt, auch die Formationen als solche sind deutlich umfangreicher und ausgeprägter.
Die Teufelsstadt wurde von Serbien als Kandidat für die 7 Naturweltwunder der Erde ins Rennen geschickt. Gegen Konkurrenten, wie beispielsweise die Iguazú-Wasserfälle natürlich chancenlos.
Auch besteht hier noch viel Ausbaupotenzial, so dass man unter Umständen auch einen ganzen Tag in der Umgebung verbringen. Die Natur dafür ist vorhanden. Dennoch ist diese Naturschönheit unbedingt einen Besuch - auch wenn man nicht gerade in der Nähe ist - wert.

© Gerd Dorn, 2019
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Tour durch Moldawien, Rumänien, Bulgarien, Serbien und die Ukraine
Details:
Aufbruch: 21.06.2018
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 09.07.2018
Reiseziele: Moldau
Rumänien
Bulgarien
Serbien
Ukraine
Der Autor
 
Gerd Dorn berichtet seit 28 Monaten auf umdiewelt.