Rundreise durch Südosteuropa

Serbien-Reisebericht  |  Reisezeit: Juni / Juli 2018  |  von Gerd Dorn

Serbien: Niš

Mediana

Von der Teufelsstadt sind es dann noch etwa 2 Stunden Fahrt bis man zur regionalen Hauptstadt - Niš kommt.
Nachdem wir unter Mühen unsere Unterkunft gefunden hatten, fuhren wir zur Ausgrabungsstätte der römischen Mediana. Niš ist die Geburtsstadt von Konstantin dem Großen. Wir hofften hier auf eine schöne Ausgrabungsstätte. Mediana war aber eine große Enttäuschung.
Zum Einen war die Anlage geschlossen, was aber nicht sonderlich deprimierend war, weil man durch den Zaun einen Blick auf diese werfen konnte. Ein weiträumiges Feld - mit Nichts. Besser: So gut wie nichts. In einiger Entfernung konnte eine bogenförmige Überdachung ausgemacht werden. Ein starker Zoom ergab, dass sich unter dieser einige Grundmauern befinden. Nichts für Ästheten. Ferner noch drei oder vier nachgebaute römische Belagerungsbauten. Das wars. Auf einen Besuch konnte man zweifelsfrei verzichten

Die Ausgrabungsstätte Mediana.

Die Ausgrabungsstätte Mediana.

Ćele Kula - Der Schädelturm

Unweit von Mediana in Richtung Stadtzentrum befindet sich der Ćele Kula, der Schädelturm. Oder besser die Reste davon.
Als sich im Jahre 1804 die Serben gegen die osmanische Besetzung erhoben kam es 1809 zu der Schlacht von Čegar, in der Nähe von Niš. Die Serben verloren diese Schlacht und die Osmanen errichteten mit den Schädeln von 952 gefallenen Serben zur Abschreckung einen Turm. Der Turm wurde aus Mörtel gemauert und die Schädel darin eingelassenen.
Zum Schutz des Turmes wurde dieser später überdacht.
Heute sind zahlreiche Schädel entfernt worden (bestattet oder gestohlen). Die etwa noch drei Meter hohen Überreste bieten dennoch einen schrecklichen und pietätlosen Anblick

Im Mörtel eingelassene Schädel des Ćele Kula. Die Gemütslage des Betrachters schwankt zwischen Faszination und Abscheu

Im Mörtel eingelassene Schädel des Ćele Kula. Die Gemütslage des Betrachters schwankt zwischen Faszination und Abscheu

Da es sich bei den hier zur Schau gestellten Schädeln um die serbischer Freiheitskämpfer handelt, stellt sich die Frage, warum man diese nicht würdig bestatten kann. Auch ohne gläubig zu sein, finde ich diesen Turm recht pietätlos.

Konstantin Kirche

Zum Abschluss schauten wir noch zu der unweit gelegenen Kirche mit dem sperrigen Namen: "Die Kirche des Heiligen Kaisers Konstantin und der Kaiserin Hellen". Gemeint ist natürlich der hier geborene Kaiser Konstantin und dessen Gemahlin. Es handelt sich bei dieser Kirche um eine ungewöhnlicher Verquickung zweier Baustile. Zum einen der Baustil der Kreuzkuppelkirche, wie sie die Meisten der von mir gesehenen orthodoxen Kirchen aufweisen. Der markanteste Vertreter hierfür ist die Hagia Sophia in Istanbul.
Vor diese Kreuzkuppelkirche hat man allerdings zwei Kirchtürme gesetzt, die wiederum an mitteleuropäische katholische Kirchbauten erinnern.

Die Kirche des Heiligen Kaisers Konstantin und der Kaiserin Hellen - eine Kirche mit interessantem Baustil

Die Kirche des Heiligen Kaisers Konstantin und der Kaiserin Hellen - eine Kirche mit interessantem Baustil

Da wir am nächsten Tag die Donaufestung in Vidin besuchen wollten, verzichteten wir auf den Besuch der hiesigen Festung. Auch auf den Besuch des Bubanj Memorial Parks, der zum Gedenken an die Opfer der Besetzung im 2.Weltkrieg erinnert, verzichteten wir. Herausragend ist hier das sogenannte "Drei Fäuste Denkmal". Groß und aus Beton - hatten wir auch schon in Schumen und Stara Zagora.
Außerdem war regnerischeres Wetter - da hatte man nicht so recht Lust auf weitere Erkundungen.

© Gerd Dorn, 2019
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Tour durch Moldawien, Rumänien, Bulgarien, Serbien und die Ukraine
Details:
Aufbruch: 21.06.2018
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 09.07.2018
Reiseziele: Moldau
Rumänien
Bulgarien
Serbien
Ukraine
Der Autor
 
Gerd Dorn berichtet seit 31 Monaten auf umdiewelt.