Eine Wanderwoche im Riesengebirge

Tschechien-Reisebericht  |  Reisezeit: September 2019  |  von Sylvia Michel

Von der Jelenka zur Hampelbaude

Von der Jelenka über die Schneekoppe zur Hampelbaude

Montag, der 09.09.2019

07:30 Uhr wachen wir nach einer ruhigen Nacht auf. Für mich es schon gewöhnungsbedürftig, mit anderen in einem relativ kleinen Zimmer zu schlafen, denn ich bin ja nun schon fünf Jahre „Alleinschläferin“.
Es regnet noch immer.
Nach einer warmen Dusche in den freundlichen bunten Duschen beginnen wir den Tag mit einem leckeren Frühstück. Es gibt Rührei mit viel Zwiebel, für jeden zwei Hörnchen, reichlich Mischbrot, Brot, Marmelade, Schmierwurst, Honig usw.
Dazu eine große Kanne Kräutertee. Auf Anfrage bekomme ich auch eine Tasse Kaffee. Wir sind mit dem Frühstück sehr zufrieden.
09:30 Uhr starten wir zu unserer heutigen Tour. Über die Schneekoppe wollen wir bis zur Schronisko Strzecha Akademicka (Hampelbaude) ins Polnische wandern. Im Nebel laufen wir los, aber schon nach 30 Minuten setzt Regen ein, der uns bis zum Nachmittag begleiten wird. Auf dem blauen Kammweg, der bei trockenem Wetter bestimmt ganz tolle Aussichten bietet, erreichen wir kurz nach 11:30 Uhr den Gipfel der Schneekoppe. Jetzt stehen wir hier auf dem höchsten Berg des Riesengebirges und ganz Tschechiens. Aber was für ein trostloser Anblick! Nässe, Nebel,Wind, keine Sicht, nur fünf Wanderer auf dem gesamten Plateau. Die Kapelle ist geöffnet, aber die Gaststätte im polnischen Gebäude ist schon seit mehreren Jahren verwaist. Dort wird nur noch das Observatorium bedient. Wir sind glücklich, dass auf der tschechischen Seite das geheizte Gebäude geöffnet ist und wir uns bei einem heißen Kaffee aufwärmen können.
Ein Verweilen auf der Koppe lohnt nicht, deshalb wandern wir zügig weiter. Da der Zick-Zack-Weg gesperrt ist, laufen wir über den Freundschaftsweg (blauer Weg) hinunter bis zum Sessellift, der nach Karpacz führt. Lassen diesen rechts von uns liegen und orientieren uns (gelber Weg) in Richtung Akademicka- Baude. Der Abstieg ist sehr steinig und steil. Ab der tiefsten Stelle, an der wir auch einen kleinen Wasserlauf überqueren müssen, wird der Weg besser und eröffnet tolle Aussichten.

13:45 Uhr kommen wir in der Baude an und essen erst einmal zu Mittag. Gebackener Käse, Gulaschsuppe und Rote-Beete-Suppe schmecken uns sehr gut. Es ist interessant, von hier aus das Wettergeschehen in diesem Talkessel zu beobachten. Hoch aufsteigende begrünte Felsen und davor der Kleine Teich- Maly Staw-. Ein kleines Paradies!
15:00 Uhr beziehen wir unsere Zimmer und es regnet noch immer! Ich bekomme das Einzelzimmer Nr. 108. Schrank, Bett, Waschbecken, Tisch und Stuhl. Einfach eingerichtet, aber sauber. Das Kopfkissen ist bereits bezogen, das restliche Bettzeug beziehe ich selbst.Wenn ich aus dem sehr weit oben liegenden Fenster schaue, sehe ich die Lichter von Hirschberg (Jelenia Gora). Ein wenig erinnert das schmale Zimmer mit dem hohen Fenster an eine Gefängniszelle.Toilette und Dusche befinden sich auf dem Gang. Für die Dusche gibt es festgelegte Zeiten. Von 17:00 bis 22:00 Uhr ist das Duschen möglich. Die Duschen befinden sich hinter einer ganz alten bunt bemalten Holztür. Historisch sehr wertvoll und unbedingt erhaltungswürdig!
Beim Einchecken werden uns die Zeiten für Duschen, Abendessen, Frühstück und Check out auf englisch mitgeteilt. Und da der Regen weniger wird, gehen wir hinunter zur Kleinen Teichbaude, der Samotnia, und auf dem Rundweg zurück zur Strzecha Akademicka. Dort kommen wir 17:50 Uhr wieder an und wollen zu Abend essen. Aber es ist gleich Küchenschluss!!! Ich habe die Zeiten falsch verstanden. Nicht ab, sondern bis 18:00 Uhr gibt es Abendessen. Was nun?
Wir haben die Möglichkeit, aus wenigen Gerichten unser Essen auszuwählen. Mit Käse, Pommes Frites, Kartoffelpuffern und Braten stellen wir uns ganz schnell unser Abendessen zusammen. Mit zwei Glas Wein und einem Bier werden wir in den großen Saal geschickt. Das Restaurant wird pünktlich 18:00 Uhr geschlossen. So sitzen wir allein in dem alten mit dunklem Holz getäfelten Saal, beobachten das Wetter und gehen unseren Gedanken nach. Auch das hat was,...
Nach einem Absacker im Zimmer der Kinder bin ich 20:00 Uhr in meinem Zimmer. Es regnet noch immer und durch das Kupferdach vor meinem Fenster empfinde ich es auch sehr laut. Das Bettzeug ist alt und schwer, meine Liege durch gelegen, aber ich schlafe ganz gut.

Frühstück in der Jelenka

Frühstück in der Jelenka

Auf dem Weg zur Schneekoppe

Auf dem Weg zur Schneekoppe

Die polnische Baude mit Observatorium

Die polnische Baude mit Observatorium

Die tschechische Baude

Die tschechische Baude

Vorbei an der Schlesischen Baude

Vorbei an der Schlesischen Baude

Blick auf Karpacz

Blick auf Karpacz

In der Hampelbaude

In der Hampelbaude

Mein Zimmer

Mein Zimmer

Unterwegs in Richtung Kleine Teichbaude

Unterwegs in Richtung Kleine Teichbaude

Idylle pur- der Weg zur Kleinen Teichbaude

Idylle pur- der Weg zur Kleinen Teichbaude

© Sylvia Michel, 2020
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Per Pedes von Ost nach West durchs Riesengebirge
Details:
Aufbruch: 08.09.2019
Dauer: 8 Tage
Heimkehr: 15.09.2019
Reiseziele: Tschechische Republik
Der Autor
 
Sylvia Michel berichtet seit 28 Monaten auf umdiewelt.
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