Eine Wanderwoche im Riesengebirge

Tschechien-Reisebericht  |  Reisezeit: September 2019  |  von Sylvia Michel

Von Korenov nach Klein- Iser

von Korenov nach Klein-Iser

Samstag, 14.09.2019

Die Morgensonne scheint in mein Gesicht. Es ist 07:30 Uhr und damit Zeit zum Aufstehen! Unsere Wirtin verwöhnt uns mit einem leckeren Frühstück in der offenen Diele. Gekochte Eier, Kochschinken, Käse, verschiedene Wurstsorten, Tee und Kaffee- ein gemütliches Frühstück in einer schönen Umgebung.
09:50 Uhr fahren wir mit dem Bus (da leidSamstager Schienenersatzverkehr) nach Polen. Unser Ziel ist Jakuszyce, ein Ortsteil von Szklarska Poreba. Von dort wandern wir über Orla nach Klein-Iser (Jiserka). Am Ufer der Iser machen wir eine Pause, kühlen unsere Füße im eiskalten Wasser und genießen die Sonne. Bald sind wir in dem ausgedehnten, so bekaSamstagnnten Weiher Klein-Iser angekommen. Welche Weite! Vorbei am ehemaligen Sägewerk und dem jetzigen Museum laufen wir weiter. Es wird Zeit für eine Mittagsrast. Diese finden wir neben vielen anderen Wanderern im Pansky Dum- dem ehemaligen Herrenhaus. In der Sonne sitzend, die Natur genießend, nehmen wir hier eine kleine Mahlzeit ein und laufen dann weiter zum Misthaus von Gustav Ginzel
WIKIPEDIA: Das Haus, das größtenteils in Holzbauweise errichtet wurde, stammte ursprünglich aus der Zeit von 1699 bis 1769 und ist ein typisches Isergebirgshaus. Bereits 1929 war der Vater Gustav Ginzels an dem Haus interessiert, jedoch war ihm die geforderte Kaufsumme von 35.000 Kronen zu hoch.
Nach dem Krieg stand das Haus leer und wurde zunächst als Kuhstall genutzt, später, als ausgewachsene Kühe nicht mehr hineinpassten, folgten Kälber und Schafe. Die Außenwände hatten große Löcher und das Innere war nur noch ein Raum, durch den Balken hindurchgingen.

1963 interessierte sich Familie Ginzel erneut für das nun heruntergewirtschaftete Haus. Nach einigen Bedenken wegen der aus einem Hauskauf erwachsenden Verpflichtungen erwarb Gustav Ginzel am 2. Mai 1964 das zum Abbruch vorgesehene Haus für 345 tschechoslowakische Kronen. Das unbewohnte Gebäude war reichlich 1 m hoch mit Mist gefüllt. Ähnlich wie beim Stall des Augias führte Ginzel einen Bach in das Haus, beräumte und verkaufte den Inhalt als Dünger, der ihm mehr einbrachte, als das ganze Haus gekostet hatte. Der Bach dient noch immer der Wasserversorgung des Hauses.
Nach und nach wurde das Haus von außen und innen wieder hergestellt und ausgebaut. Das Mobiliar erhielt Ginzel von Freunden geschenkt, und als das tschechoslowakische Fernsehen einen Film über Ginzel und das Misthaus drehte, mussten die Filmleute als Honorar historische Bauernmöbel restaurieren lassen, die zuvor ihr Dasein auf Dachböden gefristet hatten.
Das Misthaus wurde zu einer urigen Übernachtungsstätte ohne jeglichen zivilisatorischen Komfort und ein beliebter Treffpunkt von Bergsteigern und Wanderern, aber auch von Oppositionellen der DDR und ČSSR. In der Zeit vor der Wende war das Misthaus ein beliebtes Ausflugsziel, in der Ferienzeit haben meist täglich über 100 Leute in spartanisch eingerichteten Zimmern kostenlos übernachtet.
Das Misthaus ist heute ein bedeutender touristischer Anziehungspunkt im Isergebirge
SOWEIT WIKIPEDIA.
Wir besuchen noch das sehr interessante Heimatmuseum und wandern gegen 15:00 Uhr auf dem roten Weg zurück nach Korenov. Dort kommen wir gegen 17:30 Uhr an und kehren in der rustikalen historischen Baude „Martinice Udoli“ zum Abendessen ein. Zurück in der Unterkunft relaxen wir, schauen fern und packen dann zusammen. Denn morgen geht’s heim!

unser Frühstück

unser Frühstück

Schienenersatzverkehr nach Jakusicze

Schienenersatzverkehr nach Jakusicze

polnische Bahnstation- Ausgangspunkt unserer Wanderung

polnische Bahnstation- Ausgangspunkt unserer Wanderung

Auf gehts! Der Wanderweg am Beginn

Auf gehts! Der Wanderweg am Beginn

Zwischenstopp gefällig?

Zwischenstopp gefällig?

An der Iser

An der Iser

Tut das gut- ein Fußbad im eiskalten Gebirgsfluß

Tut das gut- ein Fußbad im eiskalten Gebirgsfluß

Klein- Iser

Klein- Iser

Das Dorfmuseum

Das Dorfmuseum

Das Herrenhaus- heute Gaststätte

Das Herrenhaus- heute Gaststätte

Ginzels Misthaus

Ginzels Misthaus

Im Dorfmuseum

Im Dorfmuseum

Das ehemalige Sägewerk

Das ehemalige Sägewerk

Schon auf dem Rückweg- ein Blick zurück

Schon auf dem Rückweg- ein Blick zurück

Einkehr zum Abendessen

Einkehr zum Abendessen

Im Restaurant

Im Restaurant

© Sylvia Michel, 2020
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Per Pedes von Ost nach West durchs Riesengebirge
Details:
Aufbruch: 08.09.2019
Dauer: 8 Tage
Heimkehr: 15.09.2019
Reiseziele: Tschechische Republik
Der Autor
 
Sylvia Michel berichtet seit 26 Monaten auf umdiewelt.
Bild des Autors
Aus dem Gästebuch (1/1):
Bernhard Schubert 1584033621000
Hallo Sylvia,­
schöner Wan­der­be­richt, bin mit­ge­lau­fen.­...Je­de Menge E­rin­ne­run­gen, waren früher auch oft im Ries­en­ge­bir­ge. Der letzte Besuch war in Vrchla­bi auf dem Cam­pin­gplatz und Bier im Ka­nis­ter geholt, kleines La­ger­feu­er. War so um 1990 noch möglich. Weiß noch genau, wie komisch mir zumute war bei meiner ersten Seil­fahrt zur Schnee­kop­pe, mußte al­ler­dings von der Ro­sen­bau­de laufen, Lift ging nicht. Sol­ltest Du wieder mal in diese Gegend kommen, z.B. Sklar­ska Poreba, em­pfeh­le ich die Pension Or­chi­dea.
Wünsche Dir noch viele schöne Wan­der­ki­lo­me­ter.
Liebe Grüße Bern­hard