Rundreise durch Südosteuropa

Ukraine-Reisebericht  |  Reisezeit: Juni / Juli 2018  |  von Gerd Dorn

Ukraine: Lwiw

Mit dem Bus durch die Ukraine

Ursprünglich wollten wir direkt von Kiew wieder nach Deutschland fliegen. Der schon gebuchte Flug sollte Montag Mittag gehen, wurde aber dann auf Mittwoch abend verschoben. Wir haben den Flug dann storniert und statt dessen Bustickets gekauft mit denen wir knapp 600 km durch die Ukraine fuhren. Für nicht mal 15 € pro Person kann man das preislich machen. Da es ein Nachtbus war sparten wir für eine Nacht die Unterkunftskosten. Der Flug von Lwiw war dann auch noch deutlich günstiger als der von Kiew, so dass wir unterm Strich richtig Geld gespart hatten.

Wieder in Kiew angekommen suchten wir uns zunächst einen Supermarkt um Verpflegung für die anstehende Busreise zu kaufen. Dann holten wir problemlos unser Gepäck und suchten den Busbahnhof auf. Nachdem wir unsere Plätze eingenommen hatten, ging es in der beginnenden Dämmerung los. Landschaftlich gesehen ist die Ukraine langweilig. Schon auf der Fahrt nach Prypjat war nur flaches bebautes Land zu sehen. Das sollte sich nicht großartig ändern. Irgendwann fielen dann die Augen zu - ich hoffe nicht viel verpasst zu haben.

Ein farbenfroher Fernbus brachte uns durch die Ukraine

Ein farbenfroher Fernbus brachte uns durch die Ukraine

Lwiw

Statt 04:30 Uhr war der Bus dann schon 04:00 Uhr in Lwiw.
Da der Flug von Lwiw erst 09:45 Uhr abging, hatten wir noch etwas Zeit uns die Stadt anzuschauen. 04:00 Uhr ist nun natürlich nicht die perfekte Zeit für einen Stadtrundgang, zumal es noch dunkel war. Da die Dämmerung aber bereits einsetzte machten wir uns auf den Weg.

Die Innenstadt beginnt etwa 2km vom Zug- / Busbahnhof entfernt. Da um diese frühe Zeit die Straßenbahn noch nicht fuhr, mussten wir zu Fuß gehen.
Auf dem Weg dorthin kommt man zunächst an der St. Elisabeth Kirche vorbei. Die Kirche ist nach der Ehefrau des österreichischen Kaisers Franz-Joseph I. - in Deutschland unter dem Namen Sissi bekannt - benannt. Der neugotische Bau aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts besticht durch seine schlanken kegelförmigen Turmdächer, die den Himmel aufzuspießen scheinen.

Hoch oben auf einem Hügel sieht man dann die St. Georgs Kathedrale. Hoch wollten wir nicht laufen, das erschien uns mit den Koffern zu beschwerlich und von unten konnte man nicht allzu viel sehen. Eigentlich schade, andererseits hat man eben eine Kirche mal nicht gesehen. Auf unserer Tour haben wir eine ganze Latte von Sakralbauten besucht, da kam es auf eins mehr oder weniger jetzt auch nicht an.
Dann aber: Die Lemberger Oper! Ein wirkliches Schmuckstück!

Klasse! Das Gebäude der Oper von Lemberg

Klasse! Das Gebäude der Oper von Lemberg

Dieses barocke Gebäude ist tatsächlich ein architektonisches Meisterwerk. Durch den großen davor liegenden Platz hat man auch genug Muße sich die Fassade aus verschiedenen Perspektiven anzuschauen.

Weiter ging es an verschiedenen Sakralbauten (armenische Kirche, Jesuitenkirche, Dominikanerkirche) vorbei, die zwar für sich nicht uninteressant sind, die man aber irgendwo sicher schon mal gesehen hat. Das Problem bei vielen europäischen Städten ist das, das der Besuch der Sehenswürdigkeiten sich häufig auf die Besichtigung verschiedener Kirchbauten beschränkt. Dies ist in Lemberg teilweise auch so.
Interessant schien allerdings die "Armenische Straße" (Virmenska St.) zu sein. Sehenswerte verzierte Hausfassaden verleihen dieser Straße ein uriges Ambiente.

Die "armenische" Straße

Die "armenische" Straße

Viele Terassenbetriebe sorgen zusätzlich für ein gemütliches Ambiente. Man kann sich das gesellige Treiben in den Abend- und Nachtstunden hier gut vorstellen.

Im Süden wird die Innenstadt durch einige Parks mit verschiedenen Denkmälern begrenzt. Auf dem Weg zurück zum Opernhaus, fanden wir allerdings noch ein recht interessantes Denkmal: Das Taras–Schewtschenko-Denkmal.

Vergleichsweise neu - dafür nicht minder beeindrucken ist das Taras–Schewtschenko-Denkmal

Vergleichsweise neu - dafür nicht minder beeindrucken ist das Taras–Schewtschenko-Denkmal

Bei Herrn Schewtschenko handelt es sich um einen ukrainischen Schriftsteller, das Denkmal stammt aus dem Jahr 1992.
Der nach oben geschwungenen Teil soll die "Welle der Volkswiedergeburt" symbolisieren und besteht aus Stahl. In diesem sind zahlreiche Figuren und Szenen aus dem Leben des Dichters reliefartig dargestellt.
Sieht sehr schön aus!

Wieder am Opernhaus angekommen bemühten wir uns um ein Taxi, um zum Flughafen zu kommen. Anhand unserer Erfahrungen auch Chisinau hatten wir die Zeit derart großzügig geplant, dass wir es notfalls auch mit der Straßenbahn geschafft hätten. Es gab diesbezüglich aber keine Probleme. Gleich das erste Taxi hielt an und fuhr zum Flughafen. Interessanterweise fuhren wir über die Oberstadt an der St.Georgs Kathedrale vorbei. Konnten wir diese beim vorbeifahren noch einmal aus der Nähe betrachten.

Abreise

Auch die Abreise gestaltete sich problemlos. Viel los war auf dem kleinen Flughafen von Lwiw eh nicht, es war alles eher beschaulich.
Auch auf dem kurzen Flug zurück nach Berlin gab es keine Probleme.

Somit gingen 19 Tage sehenswerten Urlaubs zu Ende.

© Gerd Dorn, 2019
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Tour durch Moldawien, Rumänien, Bulgarien, Serbien und die Ukraine
Details:
Aufbruch: 21.06.2018
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 09.07.2018
Reiseziele: Moldau
Rumänien
Bulgarien
Serbien
Ukraine
Der Autor
 
Gerd Dorn berichtet seit 31 Monaten auf umdiewelt.