wieder eine Mittelmeerinsel

Griechenland-Reisebericht  |  Reisezeit: September 2016  |  von Herbert S.

3. Tag - Heraklion

Nachdem wir nun schon Ausgrabungsstätten besucht haben, wird der Besuch des archäologischen Museums in der Hauptstadt Heraklion dringend erforderlich. Da trifft es sich ganz gut, dass wir Sonntag haben, weil dann die Hektik etwas gemindert ist. WIr fahren nach dem Frühstück hinein in die Stadt, finden eigentlich auf Anhieb einen schattigen Parkplatz, der sogar fast den ganzen Tag schattig bleibt und zudem noch kostenlos ist.
Der venezianische Hafen ist nicht weit und dort beginnen wir unseren Stadtrundgang mit dem eben von den Venezianern erbauten Kastell.

In der Türkenzeit hieß es als Gefängnis Koules (Turm). Von den Venezianern stammen die Marmorlöwen über den Portalen und von den Türken der Minarettstumpf.

Das Kastell ist hervorragend restauriert und ist bei freiem Eintritt (!) zu besichtigen. Der Blick vom Dach über den venezianischen Hafen, der heute überwiegend Jachten 'beherbergt' , auf die Arsenale, die ebenfalls venezianischen Ursprungs sind, in denen Schiffe gebaut und gewartet wurden, ist sehr schön. Das eigentliche Häusermeer ist nicht so berauschend.

DIe Hitze macht uns schon am Morgen zu schaffen und so sind wir wieder froh in die unteren Gewölbe zu gelangen. Nachdem wir dann einen Blick in die wirklich riesigen Arsenale geworfen haben, schleichen wir die Hauptstraße '25.August' hoch.

Kanonenkugeln - keine Schädel!

Kanonenkugeln - keine Schädel!

Heraklion zur venezianischen Zeit

Heraklion zur venezianischen Zeit

venezianische Arsenale

venezianische Arsenale

mit riesigen Ausmaßen

mit riesigen Ausmaßen

An einem kleinen Platz liegt die Agios Titus, früher einmal Moschee, heute eine rein griech.-Orth. Kirche, die wegen des Kopfreliquiars des Titus, des ersten Bischofs von Kreta, stark besucht wird.

Kopfreliquie des Titus

Kopfreliquie des Titus

DIe benachbarte venezianische Loggia - heute Rathaus der Stadt - bietet mit seinem Arkadenvorhof angenehmen Schatten, nicht nur für Menschen. Der venezianische Prachtbau wurde 1626-628 in prächtigstem Reanaissancestilerbaut und diente den Adeligen und Beamten als Versammlungsstätte.

Im Zentrum der venezianischen Candia liegt der Morosini-Brunnen von 1628, der auf acht Brunnenbecken Meereswesen der griechischen Mythologie zeigt. Im oberen Bereich speien vier Löwen Wasser, sie wirken und sind auch älter, da sie von einem Brunnen aus dem 14. Jh. am gleichen Platz stammen.

Direkt gegenüber liegt auch Markuskirche - wegen der Plakate nicht als solche erkennbar - die wiederum von den Venezianern im 13. Jh. erbaut wurde. Heute ist sie Kunstgalerie.

Inzwischen ist es Mittagszeit und gemäß dem Tipp aus dem ADAC-Reiseführer soll man diese Zeit für den Museumsbesuch wählen, da dann kaum noch Gruppen dort unterwegs sind. Wegen der vielen Bilder, die man dort einfach machen muß, wird die Beschreibung in ein Extrakapitel verlagert.

archäologisches Museum

archäologisches Museum

Nach dem Museumsbesuch ist es für ein normales Lunch zu spät. So begnügen wir uns mit einem Tee und einem (halben) Sandwich im Museumscafé. Durch die affenartige Hitze schleichen wir im Schatten zum heute ruhigen Street-Market,

passieren den Bembobrunnen, der aus einer kopflosen Figur und einigen Säulen 1588 von den Venzianern zusammengesetzt wurde. (Irgendwie eigenartige 'Reste'verwertung).
Direkt daneben steht ein polygonales Brunnenhaus der Türken von 1860, das ebenfalls eigenartig wirkt.

Nun wird es endlich Zeit, dass ich die Fortifikation die Lupe nehme. DIe Martinéngo-Bastion stammt zwar nicht von Vauban, hat aber gewisse Ähnlichkeiten zu dessen Bauwerken. DIe Stadtbefestigung ist 4km lang und umschließt die Stadt vom Meer vollständig mit 7 Bastionen. DIe von uns besuchte liegt ganz im Süden - also gegenüberliegend vom Meer. Von ihr hat man einen tollen 0berblick über die Stadt und ihre Lage. Die Gebäude sind zwar nicht sonderlich attraktiv, aber der Blick auf die beiden noch zu besuchenden Kirchen, die vorgelagerte Insel und das Gebirge im Landesinneren lohnt die Anstrengung.

Durch ärmlichere Viertel laufen wir wieder nordwärts - dem Gefühl nach und kommen schließlich an die letzten anzuschauenden Kirchen.
DIe neuere Agios Minas stammt aus dem 19. Jh. und wurde im byzantinisch-griechischem Stil als Kathedrale mit gewaltiger Kuppel erbaut. Ihr Innenraum muß recht sehenswert sein, aber wie fast alle Kirchen auf Kreta sind sie meist verschlossen. DIe kleine mit gleichem Namen ist ebenfalls verschlossen.

Danach bleibt uns noch die Agia-Ekaterina-Sinaiton aus dem Jahre 1555 zur Besichtigung. HIer stehen nämlich die Türen offen, da sie inzwischen ein Museum für Kirchenkunst beherbergt, das wir wegen der Ikonen aus dem gestern besuchten Vrondisi-Kloster besichtigen.

Danach ist aber wirklich Ende und wollen nur noch ein wenig zu Hause ausruhen. Auf der Rückfahrt gelingt es uns doch tatsächlich am heutigen Sonntag noch ein Brot zu kaufen, da wir eigentlich essen gehen wollten, aber in der Hitze weder die richtige Lust noch wegen der Besichtigungen die nötige Zeit dazu hatten.

© Herbert S., 2016
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Die Reise
 
Worum geht's?:
kein allzulanger Flug - sichere Wetterlage im Spätsommer - viel Kultur und tolle Landschaft waren die Suchkriterien: Ergebnis Kreta
Details:
Aufbruch: 09.09.2016
Dauer: 8 Tage
Heimkehr: 16.09.2016
Reiseziele: Griechenland
Der Autor
 
Herbert S. berichtet seit 13 Jahren auf umdiewelt.
Reiseberichte von Herbert sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!
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